In welchem land liegt konstanz

allerdings sieht er den grund für die weltoffenheit, die den menschen vom tier unterscheidet, in der „mangelhaften“ morphologie des menschen und nicht wie scheler in der besonderheit des geistes.« da würdest du anders sprechen – damit will der leidende sagen, auch du würdest dann einsehen und verstehen, daß kein trost ist. macht er damit den anfang, so weiß das evangelium schon, was darauf folgt, daß er nämlich durch dies suchen so befriedigt und gesättigt wird, daß er rein vergißt anderes zu suchen, ja auch gar nichts anderes zu suchen wünscht. der mensch ist nun der gefallene, mit der erbsünde belastete mensch, der sich nicht allein und durch seine vernunft zum glück verhelfen kann, sondern der die gnade bzw. aufgrund seines „nichtfestgestelltseins“, seines „unfertigseins“ ist der mensch gezwungen zu handeln, nicht aus luxus, sondern aus der lebensnotwendigkeit heraus. das gleichniß kehrt sich wieder um, da die beiden vom tempel heimgehen. der ungeduldige und der verzweifelnde sagen wol »daß ich doch eine stimme hätte wie der sturm, um all mein leiden aussagen zu können, wie ich es fühle«; aber das wäre ein gar thörichtes mittel, denn in demselben maße würden sie es nur stärker fühlen. dabei ist der mensch kein einzelwesen, sondern immer auf den anderen angewiesen. beide sind folglich nur in einem gewissen maß zu trennen; sie sind teil eines einzigen, nie abzuschließenden wissensprojekts. durch die unterscheidung der dinge mit hilfe seiner sinne kann er sie bezeichnen. der grenze zwischen philosophischer anthropologie und kulturphilosophie stehen ernst cassirers studien über mensch und kultur. laß uns denn achten auf die sünderin und darauf, was wir von ihr lernen können. aber es ist ja eine unmöglichkeit so zu werden, und deßhalb ist das verlangen gerade so innerlich, so wehmütig und doch so brennend in mir. symbole dienen der entlastung von druck aufgrund sinnlicher triebe oder vom bewusstsein der sterblichkeit.« festlich geht sie zum gastmahl – wahrlich, wer sollte raten, was ihre absicht war, oder was der eintritt in jenes haus für sie bedeutete! von aller andern sorge gilt: wenn du nicht unbedingt froh wirst, so ist die schuld dein, daß du von lilie und vogel nicht lernen willst, nicht in stillesein und gehorsam über gott froh werden willst. so könnte man meinen, es sei nötig dieses und fast alle evangelien um zu kehren, weil heuchelei und stolz und eitelkeit und weltlicher sinn die sache umkehrt.« daß du in stille sein deinen willen, deinen eigensinn vergessen möchtest, um still vor gott zu beten: »dein wille geschehe! und du fühlst auch, daß du viel froher als der vogel sein müßtest und könntest, so oft du jenes gebet betest und du näherst dich auch dieser freude, so oft du innerlich das freudenvolle wort sprichst: »dein ist das reich und die kraft und die herrlichkeit – in ewigkeit. alle diese erkenntnisse sollen jedoch durch die philosophie geordnet und geleitet werden. daß christus gestorben ist um ihn zu retten, daß christi tod die versöhnung, die genugthuung ist! denn was das kind soll, das soll das kind, das steht fest und hat gar nichts mit ueberlegen zu thun. es war ein gastmahl und im haus der pharisäer. – ist es zeitliche und irdische bekümmerung, armut, sorge um das auskommen und was dazu gehört: auch er hat hunger und durst gelitten und grade in den schwierigsten augenblicken seines lebens, wo er zugleich geistig kämpfte, in der wüste und am kreuz; und zum täglichen gebrauch besaß er nicht mehr als die lilie auf dem felde und der vogel unter dem himmel – so viel besitzt doch auch der aermste! denn wenn du schweigst in der feierlichen stille, die in der natur ist, so ist der morgende tag nicht da; und wenn du gehorchst, wie die schöpfung gehorcht, so ist der tag »morgen« nicht da, dieser unselige tag, welcher die erfindung der geschwätzigkeit und des ungehorsams ist. ja, das kann man leicht; es ist ja dasselbe, worüber sie selbst sich freuen, und das macht ihren unterricht so einfach und klar. deren entstehung ist durch das aufkommen des zentralthemas ‚der mensch’ in der von der theologischen bindung emanzipierten wissenschaft der neuzeit zu erklären. die physik wurde zur methode der erklärung der welt (johannes kepler, galileo galilei). dieser zöllner sah nicht den pharisäer; da der pharisäer heimkam, wußte er, daß dieser zöllner in der kirche gewesen war, aber der zöllner wußte nicht davon, daß der pharisäer dagewesen war. so stand es da wie eine unbedeutende kleine blume in der verborgenheit des großen waldes, nicht gesucht wegen ihrer pracht noch wegen ihres duftes oder ihrer nährkraft. dann wird auch durch dich die bitte erfüllt: »dein wille geschehe wie im himmel also auch auf erden«; denn durch unbedingten gehorsam ist ja dein wille eins mit gottes wille, so daß durch dich auf erden gottes wille geschieht, wie es im himmel ist. können wir lernen: wie sie zu werden, gleichgiltig gegen alles andere in unbedingter sorge um unsere sünden, doch so, daß eins uns wichtig und zwar unbedingt wichtig ist, nämlich – vergebung zu finden. der verfasser lsst die frage offen, ob es sich bei a und b wirklich um zwei personen unterschiedlichen charakters handelt, oder ob sie die sprichwrtlichen zwei seelen sind, die in der brust ein und desselben menschen wohnen. er weiß oder richtiger er glaubt voll und fest, daß alles zu seiner zeit geschieht, deshalb wartet der vogel; er weiß, daß ihm nicht zukommt tag oder stunde zu wissen, deshalb schweigt er. setzte sich ganz in deine stelle, wer du auch bist, der du in versuchung und anfechtung versucht wirst. frei von leiden ist der vogel nicht, aber der stille vogel macht sich frei von der mißverstehenden theilnahme der andern, die das leiden schwerer macht, von dem vielen reden über das leiden, welches das leiden länger macht, und von der sünde der ungeduld und der verzagtheit, welche schlimmer ist als das leiden. zentrale kategorie ist das sich in der begegnung aktualisierende zwischen.« so denkt der mensch: nun ja, wenn ich nachher anderes suchen darf, will ich wol den anfang mit dem reich gottes machen. denn willst du wissen, was dazu gehört, um in wahrheit beurteilen zu können, wie groß eine versuchung ist, nun so laß es mich dir sagen. wäre niemals solche stille um dich und in dir, so lerntest du auch niemals gehorsam. andererseits hatte bereits carl gustav carus in herausragender weise kants anthropologie gewürdigt, und in der folgezeit erschienen einige bücher, die kants programm nahestanden, unter anderem von gottlob ernst schulze und jakob friedrich fries über psychische anthropologie. wird wol der angstschrei heucheln, wenn sich in der seenot der abgrund öffnet; ob er auch weiß, daß der sturm seiner schwachen stimme spottet, daß die möve ihn gleichgiltig hört, er schreit doch auf; ist da nicht wahrheit in dem schrei? aber beten, nämlich recht beten und still werden, das ist zuerst gottes reich suchen. er stellt die hypothese auf, dass der mensch als ein handelndes wesen aufzufassen sei. der antike war die rolle des menschen durch seine stellung im kosmos als von den göttern geschaffen und durch den geist mit diesen verwandt bestimmt.[4] indem die grundsituation der philosophischen anthropologie davon bestimmt ist, dass der mensch nach dem menschen fragt, geht es einerseits um selbstreflexion als anliegen und auftrag. der geist als entelechie eine intelligible substanz, in der die geistigen und seelischen fähigkeiten des menschen grundgelegt sind. aber wollte man mit dem evangelium zu ihm sagen: es ist ernst, der vogel ist im ernst der lehrmeister, so müßte der dichter lachen; und er scherzt über den vogel und die lilie so witzig, daß er uns alle zum lachen bringt, selbst den ernsthaftesten menschen, der je gelebt hat; aber das evangelium bleibt unbewegt. gleichzeitig konnte der gegensatz von leib und seele nicht aufgelöst werden. ein lehrer der freude hat eigentlich nichts anderes zu thun, als selbst froh zu sein; wie sehr er sich auch anstrengen mag, freude mitzuteilen – wenn er nicht selbst froh ist, so ist sein unterricht unvollkommen. jahrhunderts erstarkte tendenz, durch wissenschaftliche vereinheitlichung und systematisierung den menschen umfassend begrifflich bestimmen zu wollen und die damit einhergehende suche nach einer rationalen begründung für dessen sonderstellung machten es erst möglich, dass die philosophische anthropologie zu einem eigenständigen und viel beachteten bereich in der philosophie werden konnte: „die tatsache, dass die philosophische anthropologie erst im 20. und wenn dein leiden so qualvoll wäre, daß dergleichen noch nie erlebt wäre: du sollst die lilie und den vogel als deine lehrmeister anerkennen und dir selbst nicht wichtiger werden als lilie und vogel sich sind in ihren kleinen sorgen. wenn du dir dagegen zeit nimmst und genauer hinhörst, da hörst du – verwunderlich – da hörst du die stille; denn die einförmigkeit ist doch auch stille. sie vergißt nicht die festlichkeit, und auch nicht das salböl, welches sie mitgenommen hat; sie versteht dies recht eigentlich als ihr werk; sie salbt jesu füße mit salböl und trocknet sie mit ihrem haar und weint. mai 2013 jhrt sich sein geburtstag zum zweihundertsten mal - grund genug, auf sein werk zurckzuschauen.« nein, kein mensch könnte es aushalten, das kann nur der langmütige gott, deshalb nennt er sich den gott der langmut. wenn alles um dich her stille ist und auch in dir stille ist, da vernimmst du mit unendlichem nachdruck: du sollst den herrn deinen gott lieben, und ihm allein dienen! die von aristoteles überlieferte und von der klassischen philosophie vertretene humanistische auffassung des menschen als vernünftiges lebewesen, als animal rationale ersetzte er durch ein diesseitiges menschenbild. es liegt eine ungeheure macht in diesem wort, wenn es ganz buchstäblich genommen wird, sonst ist es mehr oder weniger ohnmächtig, zuletzt nur eine nichtssagende redeweise; aber es gehört völlige einfalt dazu, um es ganz buchstäblich zu nehmen. ja, das kann man leicht; es ist ja dasselbe, worüber sie selbst sich freuen, und das macht ihren unterricht so einfach und klar. aber da wol weder du noch ich so gehorsam sind, so laß uns von der lilie und dem vogel lernen:Draußen bei der lilie und dem vogel ist stille, sagten wir. daraus leitet sich die notwendigkeit von handlungsregeln ab, die kamlah in einer eudämonistischen ethik als philosophie der lebenskunst sah. das erste besteht in der natürlichen künstlichkeit, d.[18] bekannt wurde plessner auch mit der arbeit lachen und weinen (1941), in der er das verhalten von menschen in extremsituationen untersucht. o, wenn unter den lilien ein unterschied an lieblichkeit wäre, so müßte dieser lilie der preis zuerkannt werden. dann stirbt er und sein tod verändert alles unendlich. dieser ausspruch des protagoras (bei platon im theaitetos) kennzeichnet die haltung der sophisten in der antike, deren lehren antimetaphysisch waren, und die klar zwischen natur und kultur unterschieden.[6] schon als tier hat der mensch die sprache der empfindungen. kann zwei herren dienen, er muß entweder den einen lieben und den anderen hassen, oder dem einen anhangen, und den andern verachten.« so denkt die lilie, und daß es ist wie sie denkt, daß es wirklich gottes wille ist, kann man ihr ansehen, denn sie ist lieblich – auch salomo in all seiner herrlichkeit war nicht so gekleidet. bessere lehrer kannst du ja auch nicht verlangen als die, welche unbedingt froh und die freude selbst sind, obschon sie eine so unendlich tiefe sorge tragen. von einem weibe lernst du recht auf das wort hören, von maria, die obschon sie »nicht verstand das wort, das gesagt wurde« es doch »behielt in ihrem herzen«, also nicht verlangte zuerst zu verstehen, sondern schweigend das wort an der rechten stelle bewahrte; denn das ist ja die rechte stelle, wenn das wort, die gute saat, »behalten wird in einem feinen und guten herzen«. solltest du streben und du solltest bedenken: ob es auch für den menschen schwerer ist, unbedingt gehorsam zu sein, so ist doch auch eine gefahr dabei, die es ihm erleichtert: die gefahr gottes langmut zu verscherzen. ja, allerdings, es ist in gewissem sinn nichts; du sollst dich im tiefsten sinne zu nichts machen, nichts vor gott werden, schweigen lernen; in diesem schweigen ist der anfang, welcher ist, zuerst gottes reich suchen. somit hielt man es mehrheitlich für widerlegt, dass der mensch das ergebnis eines besonderen göttlichen schöpfungsaktes ist. kierkegaard schlielich versuchte, auf eine philosophen zugngliche weise zu zeigen, was es mit der unvernunft des glaubens auf sich hat. von ihm kannst du die wahrheit erfahren, doch nur dann wenn er sieht, daß es dein redlicher wille ist, in der versuchung zu bestehen.« so würde wol ein mensch denken und reden, wenn er an der stelle der lilie wäre, und darauf vor gram hinwelken. die neubegründung der philosophischen anthropologie wurde unter einschluss weiterer deutsch-jüdischer denker (h. es ist fast wie eine heilige erzählung – und doch geschieht in demselben augenblicke dasselbe wirklich. doch wäre ihr dies eine nicht in dem grade wichtig gewesen, daß alles andere ihr unbedingt gleichgiltig wurde, so hätte sie nicht den weg in jenes pharisäerhaus gefunden – wo sie dann vergebung fand. der pharisäer, der weit entfernt sich anzuklagen, stolz sich rühmte – da er weggeht, ist er vor gott angeklagt; er weiß nicht davon, aber indem er fortgeht, klagte er sich selbst vor gott an. sowohl die wiedergabe des vergangenen als auch die erwartungserlebnisse basieren auf symbolischem denken. die fähigkeit der abstrakten symbolsprache ist voraussetzung für wissenschaft. o, der natürliche mensch findet am meisten befriedigung darin aufrecht zu stehen; wer in wahrheit gott kennen lernte und dabei sich selbst kennen lernte, der findet nur darin seligkeit, auf seine kniee zu fallen, anbetend wenn er an gott denkt, reuig wenn er an sich denkt. dagegen verstehen sie sich nicht auf halbheit – worauf sich die meisten menschen am besten verstehen. diesem zusammenhang ist es allemal bemerkenswert, dass die enzyklika "fides et ratio" ausgerechnet sren kierkegaard (1813-1855) als kronzeugen fr die befreiung der vernunft "von der typischen versuchung zur anmaung"4 anruft. aber in viel furcht und zittern zu reden, ist aus anderem grunde schwierig; denn wie die angst macht, daß die stimme stockt, so schafft wol auch viel furcht und zittern, daß die rede in schweigen verstummt. anstatt sich vielleicht der selbstplagerei hinzugeben, als würde sie damit gott wohlgefälliger und käme ihm näher – statt dessen verschwendet sie (so nannte es judas,) sie verschwendet leichtsinnig (wie der selbstplager meint) was irdisch zur festlichkeit gehört; sie nimmt ein alabastergefäß mit salböl mit sich, das zum gastmahl paßt. diesem punkte herrscht allerdings ein allgemeines mißverständnis, daß man von der einbildung betrogen sich die sache nicht recht gegenwärtig macht, und daher vergißt, daß gleichzeitigkeit mit christus grade in einem sinn das glauben am schwierigsten machte. er stellt die hypothese auf, dass der mensch als ein handelndes wesen aufzufassen sei. aber das kann man von den verschwiegenen lehrmeistern lernen, von der lilie und dem vogel. o, es ist alles vergänglichkeit und wird einst alles die beute der vergänglichkeit. laß dich nicht abschrecken, verzweifle nicht, wenn du dein leben mit diesen lehrmeistern vergleichst. aber die lilie denkt anders, sie denkt so: »ich habe nicht selbst meine stelle und mein schicksal bestimmen können, dies ist also nicht im entferntesten meine sache; daß ich hier stehe ist gottes wille. wirst du in der verwirrung der welt versucht, auch er, dessen guter geist ihn abhielt, daß er sich nicht von der welt zurück zog, bis er das werk der liebe vollendet hatte. »diese fröhlichen lehrer,« ja, denn du weißt, die freude ist mitteilsam, und deshalb kann niemand besser freude lehren, als wer selbst fröhlich ist. bist du nicht in allem unbedingt gehorsam, so liebst du ihn nicht, und liebst du ihn nicht, so – hassest du ihn; bist du nicht in allem unbedingt gehorsam, so hängst du ihm nicht an, und dann – verachtest du ihn. bedenke, daß die lilie und der vogel voll freude sind, und doch haben sie ja viel weniger sich zu freuen als du, da du dich zugleich über die lilie und den vogel freuen kannst. durch kultur (wie sprache, technik und kunst) ist der mensch in der lage, seine mängel zu kompensieren. text ist unter der lizenz „creative commons attribution/share alike“ verfügbar; informationen zu den urhebern und zum lizenzstatus eingebundener mediendateien (etwa bilder oder videos) können im regelfall durch anklicken dieser abgerufen werden. wenn du hastig bist und mit diesem bescheide heimgehst, so thust du dem meere unrecht. die beiden liebenden sind einander so nahe, daß der eine sich nicht zu einem dritten halten kann, ohne den andern zu verachten. denn er schlug die augen nieder, aber der niedergeschlagene blick sieht gott, und der niedergeschlagene blick ist die erhebung des herzens. sie hat die kräfte der verzweiflung; die machen sie gleichgiltig gegen alles und stärker als allen widerstand, so stark, daß sie vor scham nicht ermattet, vor spott nicht flieht. nach einem und dem andern kleinen mißverständnis, wo es durch eine flüchtige aehnlichkeit betrogen wurde, traf es endlich jenen einzelnen, den ich mit freude und dankbarkeit meinen leser nenne, jenen einzelnen, den es sucht, nach dem es gleichsam seine arme ausstreckt, jenen einzelnen, der wohlwollend genug ist sich finden zu lassen, wohlwollend genug es aufzunehmen, ob es ihn im augenblick der begegnung froh und getrost findet oder müde und gedankenvoll. die psychologie ist zwar „nur“ empirische wissenschaft und kann grundsätzlich nicht zu eindeutigen, sicheren, mathematisch formulierten gesetzmäßigkeiten nach dem vorbild der exakten naturwissenschaften gelangen. fordert er mit diesem entweder – oder, er der schöpfer von dem geschöpf? laß dann den himmel zusammenstürzen und die sterne herabfallen, laß den vogel sterben und die lilie welken, du überlebst in anbetender freude noch heute jeden untergang.ßen bei der lilie und dem vogel, in diesem feierlichen schweigen vor gott, da ist offenbar, daß es ein entweder – oder giebt: entweder gott – oder . klagst du, daß gar keiner sich in deine lage setzen könne, nun wol, so beweise es; dann ist für dich nur eins übrig, werde selbst der, welcher andere tröstet. text ist unter der lizenz „creative commons attribution/share alike“ verfügbar; informationen zu den urhebern und zum lizenzstatus eingebundener mediendateien (etwa bilder oder videos) können im regelfall durch anklicken dieser abgerufen werden. der pharisäer ging heim mit der neuen, der im strengsten sinn himmelschreienden sünde, mit einer sünde mehr zu all den früheren, die er behalten hat: der zöllner ging gerechtfertigt in sein haus. das wahre wesen des menschen sei seine geistige personalität, die darin gründet, dass der mensch transzendiert, ja selbst eine gestalt der transzendenz ist. unbedingten gehorsam kannst du von den lehrmeistern lernen, zu welchen deshalb das evangelium hinweist, von der lilie und dem vogel. des möglichen vorhalts eines naturalistischen fehlschlusses vom sein auf das sollen haben die meisten philosophischen anthropologien auf eine verknüpfung der analyse der menschlichen identität und lebenswelt mit handlungsregeln verzichtet. anfang ist die kunst still zu werden; denn still zu sein, wie die natur es ist, das ist keine kunst. moderne philosophische anthropologie im eigentlichen sinne ist in den 20er jahren des 20. mittels dauerhafter gesellschaftlicher institutionen sowie moral- und rechtsnormen, erreicht er eine stabilisierung und kontrolle der lebensführung. zum verhältnis philosophischer zu empirischer anthropologie meint tugendhat, dass beide verschiedene schwerpunkte haben, sich jedoch aufeinander zubewegen müssen.

Psychologie der liebe

erkenntnis findet nicht nur begrifflich in der sprache statt, sondern auch durch mythen, in der religion und in der kunst. deren entstehung ist durch das aufkommen des zentralthemas ‚der mensch’ in der von der theologischen bindung emanzipierten wissenschaft der neuzeit zu erklären. für scheler war der mensch einerseits durch seine triebe bestimmt, andererseits selbst- und mitverantwortlich für sein handeln in der welt. jahrhunderts entstandene philosophische anthropologie[2] eine vergleichsweise junge disziplin; gegenstand und fragestellungen, mit denen sie sich befasst, wurden aber auf unterschiedliche weise großteils bereits in früheren abschnitten der menschheitsgeschichte reflektiert. klagst du, daß gar keiner sich in deine lage setzen könne, nun wol, so beweise es; dann ist für dich nur eins übrig, werde selbst der, welcher andere tröstet. denn die lilie und der vogel sind gott unbedingt gehorsam, sie sind im gehorsam so einfältig oder so erhöht, daß sie glauben, alles was geschieht, ist unbedingt gottes wille, und glauben, daß sie gar nichts anderes in der welt zu thun haben, als entweder unbedingt gottes willen zu thun oder unbedingt gehorsam sich in gottes willen zu finden. sie ist ganz und gar in der gegenwärtigen zeit. könnte man nicht ganz kurz angeben, welche freude die lilie und der vogel lehren? denn wie gesagt, ist gottesfurcht der weisheit anfang, so ist stille sein der gottesfurcht anfang. dort erwartete sie die kalte vornehmheit der pharisäer oder ihr grausamer spott – ja die stelle war ja wie eine uneinnehmbare festung, grade so befestigt, daß ihr eindringen unmöglich war, wenn ihr nicht alles andere wäre gleichgiltig gewesen. o, welche bürgschaft für sein mitleid, o welches mitleid, das solche bürgschaft giebt! aber es giebt ja auch eine andre art heuchelei; heuchler, die dem pharisäer gleichen, während sie den zöllner zum vorbild wählen, heuchler die nach dem wort der schrift über die pharisäer: »sich selbst vermessen, daß sie fromm seien und die andern verachten«, während sie sich doch das aussehen des zöllners geben, scheinheilig weit entfernt stehen, nicht wie der pharisäer, der stolz dastand; die scheinheilig das auge zur erde senken, nicht wie der pharisäer, der stolz den blick zum himmel erhob; die scheinheilig seufzen »gott sei mir sünder gnädig«, nicht wie der pharisäer, der stolz gott dankte, daß er gerecht sei; es giebt heuchler, die scheinheilig sagen: ich danke dir gott, daß ich nicht bin wie dieser pharisäer, gleichwie der pharisäer gott spottend sagte in seinem gebet »ich danke dir gott, daß ich nicht bin wie dieser zöllner. und du, dem der längste tag vergönnt ist, noch heute im paradies zu sein, solltest du nicht unbedingt froh sein? für gerald hartung war die neuausrichtung des menschenbilds infolge darwins evolutionslehre in verbindung mit den die verunsicherung noch steigernden sozialen und politischen katastrophen im 20. der mensch ist das sittliche wesen, das aus vernunft nach der verwirklichung der tugend strebt. weiterer schüler husserls war helmuth plessner, der einen zoologisch fundierten ansatz verfolgte. jahrhundert auf den begriff gekommen ist, lässt sich aus der allgemeinen tendenz zur ausdifferenzierung im feld der wissenschaften und in der sozialen wirklichkeit begreifen.: entweder – oder; entweder gott, und zwar wie das evangelium es erklärt, entweder gott lieben oder ihn hassen. o, welche bürgschaft für sein mitleid, o welches mitleid, das solche bürgschaft giebt! studien zu helmuth plessner, weilerswist 2016, isbn 978-3-95832-093-2. insofern es durch die ausgabe in uneigentlichem sinn eine wanderung antritt, ließ ich ihm eine kleine weile mein auge folgen. o, schon äußerlich ist ja in dem unendlichen etwas, das den menschen überwältigt; sein auge hat nichts, was es festhalten könnte, es verursacht schwindel – da muß man das auge schließen: und wer allein mit seiner schuld und sünde ist und weiß, daß er gottes heiligkeit und nichts anderes sieht, wenn er das auge aufschlägt, er lernt wol das auge niederschlagen; oder er sieht vielleicht auf und sieht gottes heiligkeit – und dann schlägt er das auge nieder. es spricht aus: ehrerbietung vor gott, daß er es ist, der waltet, und er allein, dem weisheit und verstand zukommt. doch das wollen wir nicht entscheiden; aber gewiß ist, er hatte all die andern vergessen. die existenz des menschen ist bestimmt durch die sich jeweils gegenseitig bedingenden situativität, selbstreflexivität und sprachlichkeit. ist im himmel, der mensch ist auf erden; darum können sie nicht gut zusammen reden. es giebt ja doch einen, der sich ganz in deine und jedes leidenden stelle versetzen kann: der herr jesus christus. der mensch kann aber zusätzlich die welt mit reflexion betrachten. sie beschließt gleich zu gehen in ihrer unwürdigkeit; grade das gefühl ihrer unwürdigkeit treibt sie; sie versteht, daß sie selbst nichts zu thun vermag. sie ergeht sich daher nicht in leidenschaftlichen selbstanklagen, als brächte sie dies der erlösung näher, als machte sie dies gott wohlgefälliger; sie übertreibt nicht, wahrlich, dessen soll sie niemand beschuldigen können. der antike war die rolle des menschen durch seine stellung im kosmos als von den göttern geschaffen und durch den geist mit diesen verwandt bestimmt.é girard entwirft im rahmen seiner mimetischen theorie eine wissenschaft des menschen, die die gesamte entwicklung der menschlichen kultur – von der menschwerdung und der entstehung von religion und institutionen bis hin zu den gesellschaftlichen organisationsformen der gegenwart – auf der grundlage der mechanismen, die die eindämmung der gewalt erlauben, erklärt. aber dies vermag das menschliche mitleid nicht; nur das göttliche mitleid vermag es – und gott wurde mensch. der bewusstseinsphilosophie seit descartes ist allerdings gemeinsam, dass sie anthropologie als eigenständiges thema noch nicht verfolgte. keiner war da, der ihn anklagte; nicht die bürgerliche gerechtigkeit griff ihn an der brust und sagte »du bist ein verbrecher«, nicht die menschen, die er vielleicht betrogen hatte, schlugen ihn an seine brust und sagten: »du bist ein betrüger« – sondern er schlug an seine brust und sagte: gott sei mir sünder gnädig; er klagt sich selbst an, daß er ein sünder vor gott ist. anschluss daran und in auseinandersetzung mit der anthropologischen philosophie von ernst cassirer, albert camus und wilhelm kamlah entwickelt kuno lorenz eine dialogische anthropologie. – welche freude, wenn der tau fällt und die lilie erquickt, welche sich nun nach der kühlung zur ruhe schickt; welche freude, wenn sie sich nach dem bade wohlig in den ersten sonnenstrahlen trocknet; und welche freude den laugen sommertag! laß uns denn in dem vorgeschriebenen kurzen augenblick einfältig den zöllner betrachten. durch sein handeln gibt der mensch der welt objektive gestalt. o daß ich eine blume wäre, wie die blume auf dem felde, glücklich in mich selbst versunken und weiter nichts – ach, während ich auch in meinem herzen diesen zwiespalt des menschenherzens fühle und weder in selbstliebe mit allem brechen, noch auch liebevoll alles opfern kann! er entwickelte vor dem hintergrund seines ausgedehnten philosophischen werks eine umfassende sicht des menschen, fundiert durch die von ihm geprägte experimentelle physiologische psychologie und durch sein verständnis der psychologie als empirische geisteswissenschaft. auch er hatte einmal freunde, oder richtiger, er meinte einmal welche zu haben; sie schlossen sich so eng an ihn, sie stritten sogar darum, wer den platz zu seiner rechten einnehmen sollte und wer den platz zu seiner linken, bis die entscheidung kam und er, statt auf den thron erhoben zu werden, am kreuz erhöht wurde; da wurden zwei räuber wider ihren willen gezwungen, den leeren platz zu seiner rechten und den leeren platz zu seiner linken einzunehmen! was bleibt als frage nach dem sein des menschen übrig, so überlegt tugendhat, wenn alles historische im sinne des nur traditionellen weggezogen würde? in alten zeiten war es nicht wie jetzt, wo die sternkundigen einen bau in die höhe führen, von welchem sie die sterne beobachten, in alter zeit grub man in die erde hinein, und beobachtete die sterne von unten: gott gegenüber ist keine veränderung geschehen und geschieht keine – zur gott wird man nur erhoben, wenn man niedersteigt; so wenig wie das wasser seine natur verändert und die berge hinaufläuft, so wenig kann es einem menschen glücken sich zu gott zu erheben – durch stolz. – wenn der vogel die bosheit der welt erfahren muß, wenn dem kleinen singvogel, der zu gottes ehre singt, ein unartiger junge nachäfft, um wo möglich die feierlichkeit zu stören oder wenn der einsame vogel einen ort gefunden hat, den er liebt, einen zweig, auf dem er am liebsten sitzt, der ihm vielleicht durch teure erinnerungen so lieb und wert ist – und wenn da ein mensch seine freude darin findet, durch steinwürfe oder auf andere weise ihn fortzujagen: der gehorsame vogel findet sich unbedingt in alles; so unermüdlich der mensch im bösen ist, so unermüdlich kehrt der vogel zurück zu seiner lieben stelle. wenn der mensch diese ungeheure gefahr vergißt, so klingt ihm das wort des evangeliums wie übertreibung. denn eben so scharfsichtig satan ist gegenüber der zweideutigkeit, ebenso blind ist er auch für die einfalt, er wird blind oder geschlagen mit blindheit. allerdings hat er auch immer etwas recht; denn kein mensch erlebt ganz dasselbe wie der andere, und selbst wenn dies wäre, es bleibt doch die grenze, daß bei dem besten willen keiner ganz empfinden, fühlen und denken kann wie ein andrer mensch, sich also auch nicht ganz in des andern stelle versetzen kann. nur krankhafter scharfsinn und eitle klugheit können meinen so klug zu sein um den mißbrauch zu verhindern. das wahre wesen des menschen sei seine geistige personalität, die darin gründet, dass der mensch transzendiert, ja selbst eine gestalt der transzendenz ist. und du, dem der längste tag vergönnt ist, noch heute im paradies zu sein, solltest du nicht unbedingt froh sein? denn er schlug die augen nieder, aber der niedergeschlagene blick sieht gott, und der niedergeschlagene blick ist die erhebung des herzens. denn wenn nur zwei zusammenreden, noch mehr wenn wir zehn oder mehr sind, wird so leicht vergessen, daß du und ich, wir zwei oder wir zehn vor gott sind., die arbeit sei „die erste grundbedingung alles menschlichen lebens, und zwar in einem solchen grade, daß wir in gewissem sinn sagen müssen: sie hat den menschen selbst geschaffen. sie hat die kräfte der verzweiflung; die machen sie gleichgiltig gegen alles und stärker als allen widerstand, so stark, daß sie vor scham nicht ermattet, vor spott nicht flieht. gottfried wilhelm leibniz unterteilte das bewusstsein in bewusste wahrnehmungen (apperceptiones), einfache wahrnehmungen (perceptiones), unbewusste wahrnehmungen (petit perceptiones) und unterbewusste strebungen (appetitiones). es ist, als könnte dann doch ausgemessen werden, wie weit du entfernt bist, und dann bist du nicht weit entfernt. aber was will das sagen, was habe ich zu tun, wenn ich nach gottes reich suchen und trachten soll? daß du in stille sein dich selbst vergäßest, deinen eigenen namen, gleichviel ob er berühmt oder unbedeutend oder unwert ist, um in stille zu beten: »geheiligt werde dein name!„der mensch nur ein wurm“, karikaturistische kritik am materialistischen reduktionismus der evolutionstheorie (1882). daß der kleinste ungehorsam in wahrheit einen andern namen haben sollte, als verachtung gottes, das verstehen lilie und vogel nicht und wollen es auch nicht verstehen. der mensch ist in seine umwelt hineingeboren, aber er verändert sie. in diesem sinne nimmt fahrenbach eine verknüpfung von anthropologie, normativität und ethik vor, wie sie bei den klassikern der anthropologie noch nicht zu finden ist. (1784/1983), von deren absicht zweifellos auch die pragmatische anthropologie bestimmt ist. der wald ist still, selbst wenn er flüstert, ist er doch schweigsam; denn die bäume halten einander das gelübde: »es bleibt unter uns«, selbst wo sie am dichtesten stehen. daher sollst du nicht sagen: »lilie und vogel haben leicht gehorsam sein, sie können ja nicht anders; auf die weise ein muster des gehorsams werden heißt ja aus der notwendigkeit eine tugend machen. märz 2006 in dieser version in die liste der lesenswerten artikel aufgenommen. die von aristoteles überlieferte und von der klassischen philosophie vertretene humanistische auffassung des menschen als vernünftiges lebewesen, als animal rationale ersetzte er durch ein diesseitiges menschenbild. aber beichten ist ja grade von ferne stehen; je aufrichtiger du beichtest, um so weiter stehst du – und um so wahrer ist, daß du bei dem altare kniest, da das knieen wie ein sinnbild für das von ferne stehen ist, für das weit entfernt sein von dem, der im himmel ist, von dem also der abstand am größten wird, wenn du knieend zur erde sinkst – und doch bist du bei dem altare gott am nächsten. auch geschichte, wissenschaft, technik und politik haben ihre eigenen symbolischen formen. durch ihr schweigen bleibt das leiden wie es ist, und dieses schweigen kannst du von vogel und lilie lernen. da helfe nur der abriss und ein von grund auf neu zu planendes und zu errichtendes gebäude. in dem zeitgleich zu schelers schrift im jahr 1928 erschienenen hauptwerk die stufen des organischen und der mensch bestimmte plessner den menschen als exzentrisches wesen. bei diesem ansatz geht es um die bearbeitung der frage, wie in gesellschaften der kreis sozialer personen begrenzt wird und welche funktion der anthropologie in der moderne zukommt. willst du die wahrheit wissen, so mußt du sehen der stärkere zu werden, also sie zu bestehen. es führe kein noch so enger steg und weg vom 'homo naturalis' und seiner hypothetisch konstruierten vorgeschichte zum 'menschen' der geschichte. der mensch hat so manche dinge vor augen, die er suchen will – da wendet sich das evangelium zu ihm und sagt: »suche zuerst gottes reich. schon cicero vertrat eine theorie der kompensatorischen lebenskunst der weisen. institutionen sind idealtypisch solche sozialformen, in denen eine synthese zwischen sozialstruktur, organisation, normen- und faktenwissen hergestellt wird. sie konnte die ganze welt durchwandern und gewiß sein nirgends ein so strenges urteil zu finden wie dort. einzubeziehen seien zudem andere philosophische disziplinen wie ontologie, ethik, naturphilosophie, erkenntnislehre und ästhetik. die tatsächliche bindung jedes menschlichen individuums an die je zeitspezifischen und kulturellen daseinsbedingungen wird dabei vorausgesetzt.« so sollst du nicht sagen, du sollst überhaupt nichts sagen, sondern schweigen und gehorchen, damit es dir auch glücke aus der notwendigkeit eine tugend zu machen. ja, da sie nichts sagt, ist es in gewissem sinn unmöglich; und für sie fließt es ja in eins zusammen, das salben seiner füße, das zur festlichkeit gehört, und das weinen, das zu ganz anderem gehört. doch, wie gesagt, kein aber; denn es ist ernst, du sollst von der lilie und dem vogel freude lernen. kein blick ist so scharfsichtig wie der des glaubens, und doch ist der glaube, menschlich gesprochen, blind; denn menschlich gesprochen ist die vernunft, oder der verstand das sehende, aber der glaube ist gegen den verstand. es will ihm das nicht beweisen, denn es weiß, das verstehen kommt erst nach dem gehorchen, nicht vorher. es giebt ein wort vom apostel petrus, das haben lilie und vogel zu herzen genommen und einfältig wie sie sind, nehmen sie es ganz buchstäblich – ach, und das grade hilft ihnen, daß sie es ganz buchstäblich nehmen. person geschieht und von einer reflexion auf allgemeine strukturen ausgeht, dadurch daß man in ihr von sich ausgeht, ergeben sich einseitigkeiten, über die man sich durch die breiteren kenntnisse der empirischen anthropologie belehren lassen muss“. die menschen sind von gott mit leib und seele (griechisch: psyche, hebräisch: neschome, ruach) geschaffen. sollst wieder kind werden, und zu dem zweck mußt du das wort verstehen können und wollen, das wie für kinder berechnet ist, und welches jedes kind versteht, das wort: du sollst, und du sollst es verstehen, wie das kind es versteht. ihr könnt nicht gott dienen und dem mammon, nicht gott und der welt, nicht dem guten und dem bösen. macht er damit den anfang, so weiß das evangelium schon, was darauf folgt, daß er nämlich durch dies suchen so befriedigt und gesättigt wird, daß er rein vergißt anderes zu suchen, ja auch gar nichts anderes zu suchen wünscht. aber wenn dir das evangelium mit hilfe des vogels nur stille sein lehrte, wie wäre dir nicht dann schon geholfen! es will sagen: allein für sich stehen, allein mit sich selbst vor gott – dann bist du weit entfernt, weit entfernt von menschen, und weit entfernt von gott, mit dem du doch allein bist. du sollst vor gott dir selbst nicht wichtiger sein, als eine lilie oder ein vogel – doch wenn du im ernste vor gott bist, wird das letzte aus dem erstem folgen. er ist nach plessner gesetzt durch seine körperlichkeit und muss sich selber setzen im verhältnis zu dem anderen. und so in tiefstem sinn still zu werden, still vor gott, das ist der anfang der gottesfurcht; denn wie die furcht gottes der weisheit anfang ist, so ist stille sein der gottesfurcht anfang. darum kann er nicht begreifen, daß die gefahr so groß ist, und daß gott aus liebe unbedingten gehorsam fordert. bei dem leidenden so bei dem versuchten und angefochtenen, auch er klagt gern, daß ihn nicht verstehe, wer ihn trösten oder beraten oder warnen will, daß er sich nicht in seine lage versetzen könne. für kant war, seiner vorrede zufolge, diese „auf weltkenntnis abzweckende vorlesung“ zwar interessant, aber im vergleich zur „reinen philosophie“ zweitrangig. die erkenntnis des einzelnen von sich selbst als ein ich, durch das (selbst-) bewusst werden in der beziehung zu einem du. wie der zynische liebhaber jagt auch das brgerliche publikum nicht selten von einem genuss zum nchsten. wir leiten den menschen nicht mehr vom ‚geist’, von der ‚gottheit’ ab. erzieht jenes wort des evangeliums die menschen so, daß es ihnen gleichsam den mund bindet, indem es auf jede einzelne frage, ob er dies oder das thun solle, antwortet: nein, du sollst zuerst gottes reich suchen. fellmann untermauert sein bild vom menschen evolutionsbiologisch, versteht seine rekonstruktion der urszene der menschwerdung aber als beitrag zur philosophischen anthropologie. lernen wir von der sünderin – zwar nicht direct von ihr, aber indem wir unsere stellung mit ihr vergleichen – daß wir einen trost haben, den sie nicht hatte. insofern es durch die ausgabe in uneigentlichem sinn eine wanderung antritt, ließ ich ihm eine kleine weile mein auge folgen. anthropologie enthält eine auf 300 seiten breit angelegte menschenkunde, unter anderem mit themen der allgemeinen psychologie (im heutigen sinn), charakterkunde, sozialpsychologie, psychopathologie, gesundheitspsychologie und auch anfänge anderer psychologischer teildisziplinen.[17] stattdessen entwickelte scheler eine stufenleiter des lebendigen, in der die pflanze von reinem gefühlsdrang ohne jedes bewusstsein getrieben ist, während das tier zwar auch psychische eigenschaften hat, jedoch nur instinkthafte, die beim menschen dagegen stärker, ja wesensmäßig höherstehend ausgeprägt sind. mensch ist der erste freigelassene der schöpfung, er steht aufrecht. doch laß uns nicht die festlichkeit vergessen, welche sie auch nicht vergaß, grade weil sie verstand, daß sie selbst gar nichts zu thun vermag, um vergebung zu finden. beide bemühen sich um ein begründetes wissen, das auf einen begriff des menschlichen überhaupt abzielt. laß uns denn nach der anweisung des evangeliums lilie und vogel im ernst als lehrmeister betrachten. die beiden liebenden sind einander so nahe, daß der eine sich nicht zu einem dritten halten kann, ohne den andern zu verachten. was immer metaphysik bedeuten kann, es reduziere sich auf anthropologie. o, wenn du auch nicht ein solcher sünder bist wie der zöllner, den auch die menschliche gerechtigkeit schuldig spricht: wenn du mit dir selbst allein vor gott bist, so stehst du doch weit entfernt. das ist nämlich die unbedingte freude, anzubeten die allmacht, mit welcher der allmächtige gott all deine sorge leicht wie nichts trägt. und die war darinnen zu finden – deshalb wagte sie es; dies trieb sie auf und zog sie vorwärts, aber daß ihr alles andre gleichgiltig geworden war, das machte, daß sie selbst kaum merkte, wie schwer es war. entsprechend war die frage des mittelalters, wie der mensch sich in der von gott geschaffenen ordnung stellt.

Weil verliebte in der disco nichts verloren haben

„je mehr das wissen über historisch-kulturelle zusammenhänge zunimmt, desto stärker wächst auch das nichtwissen. kannst du auch von einem weibe die rechte sorge um die sünde lernen, von der sünderin, deren viele sünden längst, längst vergessen sind, aber welche selbst ewig unvergessen bleibt. auch das sozialverhalten erfolgt nach dem prinzip, dass näherliegendes vorgezogen wird. denke nun an die zahllose anzahl der menschen, welche leben.-peter krüger hat (im anschluss an helmuth plessner) die philosophische anthropologie neu begründet. aber höre nur weiter; er sagt: daher ist es beinahe wie eine grausamkeit von dem evangelium, daß es die lilie und den vogel preist und sagt: du sollst so sein – ach während ich so sehnsüchtig wünsche, daß ich wie der vogel unter dem himmel wäre und wie die lilie auf dem felde. ein lehrer der freude hat eigentlich nichts anderes zu thun, als selbst froh zu sein; wie sehr er sich auch anstrengen mag, freude mitzuteilen – wenn er nicht selbst froh ist, so ist sein unterricht unvollkommen. der mensch verfügt über freiheit zur selbstgesetzgebung und selbstregelung, denn der unbestimmtheit, der geworfenheit der menschen entspricht seine freiheit zu allen möglichen setzungen. aber je kleiner die anzahl wird und je innerlicher das verhältniß wird, um so mehr kommt das entweder – oder hervor. ist dies nun leichter zu glauben, als wenn er es gethan hat, als wenn er sich hingegeben hat? sie ist nicht mehr teil der metaphysik, in der sie früher als seelenlehre meist abgehandelt wurde. bekümmerte menschen sieht man oft genug im leben, die bald über dies bald über jenes sich bekümmern, zuweilen über vielerlei zu gleicher zeit; ja auch solche, die selbst nicht recht wissen, worüber sie bekümmert sind: aber schon selten sieht man einen, der nur um eins bekümmert ist und um dies eine so unbedingt, daß alles andere ihm unbedingt gleichgiltig wird. bereitet sie sich zu gehen – doch nicht auf das, was sie sagen will oder dergleichen, nein; sie kauft ein alabastergefäß mit salböl um es mitzunehmen. verstellen kann sie sich nicht, so wenig wie ein unschuldiges kind – das wird auch nicht verlangt, und es ist ihr glück, daß sie es nicht kann, denn wahrlich, die kunst sich zu verstellen, wird teuer gekauft. beziehung ist bei ihm existentiell zur erkenntnis des wahrhaftigen dasein der eigenen person. wie schwierig das ist, zeigt die beschreibung des demokrit, der diesen abstrakten raum ein nichtsein mit wahrer wirklichkeit nennt. dies beruht auf der anthropologischen, der erkenntnistheoretischen und der kulturphilosophischen grundannahme der symbolischen vermitteltheit aller welt- und selbsterkenntnis des menschen (s.« ja, sein ist das reich und deshalb hast du unbedingt zu schweigen, und durch das feierliche stillesein auszudrücken, daß sein das reich ist. nimm dich in acht leidenschaftlich die versuchung zu schildern und über ihre größe zu klagen; mit jedem schritt weiter auf diesem wege, klagst du dich selbst nur immer mehr an. die stelle, welche der lilie angewiesen ist, so unglücklich wie möglich ist, ob sich auch voraussehen läßt, daß sie ihr ganzes leben hindurch unbeachtet bleibt, von niemand gesehen wird, der sich über sie freute, ja wenn ihre stelle gradezu gemieden ist: die gehorsame lilie findet sich gehorsam in ihr los und entfaltet alle ihre lieblichkeit. seufzt nicht alle creatur unter der vergänglichkeit, der sie wider ihren willen unterworfen wurde! es ist, als könnte dann doch ausgemessen werden, wie weit du entfernt bist, und dann bist du nicht weit entfernt. nein, erst wenn christus sich geopfert hat als opfer der versöhnung, erst da ist der zweifel an der vergebung der sünden so unmöglich gemacht, ja so unmöglich, wie es geschehen kann, denn dieser trost ist nur für den glauben. und doch scheint mir, daß er noch mehr zu den abendmahlsgästen gehört, er der sagte »gott sei mir sünder gnädig«. mead) anhand der kant- und hegel-transformationen in beiden traditionen verglichen (2001). aber diese stille und das stillesein, das wir dort lernen wollten ist die erste bedingung um in wahrheit gehorchen zu können. er wollte auch seine augen nicht aufheben gen himmel, er schlug also das auge nieder. zum umfeld der philosophischen anthropologie gehören die sogenannten humanwissenschaften, zu denen insbesondere die biologie, die primatologie, die neurowissenschaften, die psychologie, die sprachwissenschaften, die ethnologie, die paläontologie, die soziologie und auch die geschichtswissenschaften sowie eine vielzahl von variationen aus diesen fächern wie die soziobiologie oder die evolutionäre psychologie gehören. aber die genugthuung der versöhnung bedeutet ja, daß du zur seite trittst, und er deine stelle einnimmt: setzt er sich da nicht ganz in deine stelle? sie bewegen sich gleichsam auf der ebene der emotionalen sprache ohne syntaktische oder logische strukturen. so befolgt sie das wort der schrift: »wenn du fastest, so salbe dein haupt und wasche dein angesicht, daß nicht die menschen dich fasten sehen, aber dein vater, der im verborgenen ist. 2, 18); es giebt einen, der sich ganz an deine stelle setzen kann, jesus christus, welcher jede versuchung in wahrheit kennen lernte, dadurch daß er in jeder versuchung bestand. der abstrakte raum des physikers folgt keinen sinnlichen, sondern nur logischen prinzipien. setzte mit friedrich nietzsche (angeregt durch ludwig feuerbachs materialismus und schopenhauers lehre vom vorrang des menschlichen willens) eine kritik der alten definition des menschen als vernünftigem lebewesen ein. kannst du dich nicht froh sehen an der lilie und dem vogel, die ja die freude selbst sind, kannst du dich nicht froh an ihnen sehen, daß du willig wirst von ihnen zu lernen, so ist es bei dir, wie wenn der lehrer von dem kinde sagt: »mangel an begabung ist es nicht, außerdem ist die sache so leicht, daß von mangel an begabung keine rede sein kann; es muß etwas anderes sein, indeß vielleicht nur, daß es nicht aufgelegt ist, was man nicht gleich zu streng nehmen und nicht gleich wie ungehorsam oder trotz behandeln darf. nimm dich in acht leidenschaftlich die versuchung zu schildern und über ihre größe zu klagen; mit jedem schritt weiter auf diesem wege, klagst du dich selbst nur immer mehr an. er wurde mensch, und er wurde der mensch, der von allen unbedingt am meisten gelitten hat; niemals ward ein mensch geboren, und es wird und kann niemals einer geboren werden, der leiden sollte wie er. den umfang des möglichen und nützlichen gebrauchs alles wissens, und endlich 3. sie grenzten sich ebenfalls von der spekulativen seelenlehre ab und traten mit neuem methodenanspruch und mit konkreten anwendungsempfehlungen hervor (siehe auch friedrich eduard beneke und rudolf hermann lotze. oft zitierte definition der anthropologie steht nicht in den vorlesungen zur anthropologie in pragmatischer hinsicht (1798), sondern in der logik:„das feld der philosophie in dieser weltbürgerlichen bedeutung lässt sich auf folgende fragen bringen: 1. sie konnte die ganze welt durchwandern und gewiß sein nirgends ein so strenges urteil zu finden wie dort. die tatsächliche bindung jedes menschlichen individuums an die je zeitspezifischen und kulturellen daseinsbedingungen wird dabei vorausgesetzt. wollte auch seine augen nicht aufheben gen himmel; aber er, der mit niedergeschlagenen blick in sich gekehrt, nur sein elend einsah – er sah auch nicht zur seite, wie der pharisäer, der »diesen zöllner« sah; denn wir lesen ja, er dankte gott, daß er nicht war wie dieser zöllner. ja, gerade weil der mensch reden kann, deswegen ist schweigen eine kunst, und grade weil sein vorzug ihn so leicht versucht, ist schweigen eine große kunst. dabei machte er vor allem seine anthropologischen auffassungen geltend und versucht zu zeigen, dass erst die gesellschaftliche lebensform dem menschen die möglichkeit gebe, sich seinen eigenarten entsprechend ganz zu entfalten. welche freude, wenn der tag graut und der vogel frühe erwacht zur freude des tages; welche freude, wenn auch in andrem ton, wenn der abend dämmert und der vogel froh zu seinem neste eilt; und welche freude den langen sommertag! und auch dies ist das erbauliche bei der einfalt des evangeliums, daß das böse nicht die macht darüber bekommen kann, sie klug zu machen, oder dahin zu bringen, daß sie klug sein möchte. zeit dominierten in der rezeption die ansätze von scheler und vor allem von gehlen, während plessner weniger beachtet wurde; neuerdings ist jedoch eine plessner-renaissance zu verzeichnen. und das christentum ist keine lehre, bei der es gleichgiltig ist, wer sie verkündigt hat; es liegt grade der nachdruck darauf, wer der verkündiger ist und wie wahr sein leben die lehre ausdrückt. – beichten ist ja grade das auge niederschlagen, nicht den blick zum himmel erheben wollen, nicht auf andere sehen wollen; je aufrichtiger du beichtest, um so mehr wirst du das auge niederschlagen, desto weniger wirst du auf einen andern sehen – und desto wahrer ist, daß du bei dem altare kniest, da das niederknieen ein noch stärkerer ausdruck ist, als das niederschlagen der augen, denn wer nur die augen niederschlägt, steht doch selbst noch etwas erhoben – und doch ist grade bei dem altar dein herz erhoben zu gott. und so ist es bei ihm, dem herrn jesus christus; er war nicht ein leidender, der bei andern trost suchte, noch weniger fand er ihn bei andern, noch weniger klagte er darüber, daß er ihn bei andern nicht finde, nein er war der leidende, dessen einziger, unbedingt einziger trost war, andern ein trost sein. nicht einer bestimmten kultur komme also ein vorrangstellung zu, sondern der schöpferkraft des menschen, aus der „eine unendliche vielzahl sich gegenseitig relativierender kulturen“ hervorgehen könne. wenn er sagt: ich will es thun – oder wenn er es gethan hat? das christentum kam in die welt und lehrte, daß du nicht stolz und eitel den obersten platz bei einem gastmahl suchen, sondern dich unten hin setzen sollst – und bald saß stolz und eitelkeit zu unterst am tisch; dieselbe eitelkeit, o nein eine noch schlimmere. um die lilie und den vogel streiten nicht gott und welt, auch nicht das gute und das böse, aber der mensch ist zwischen diese beiden ungeheuren mächte gestellt, und ihm ist die wahl überlassen. marquard konstruiert einen gegensatz zwischen geschichtsphilosophie und philosophischer anthropologie, der er eine rein naturalistische position zuweist und diese gleichzeitig kritisiert.« ja, wenn nicht grade in der leichtigkeit die schwierigkeit läge. ebenso den, dessen kühne pläne in einem nu an unerwartetem hindernis strandeten, und dem dann alles, eine zeit lang oder für immer gleichgiltig war; aber das ist nicht sorge über seine sünde. er stand nun nicht mehr im zentrum, sondern war alleingelassen im weiten raum und mit der unendlichkeit konfrontiert, die ihn ängstigte (blaise pascal). so geht es dem dichter immer mit dem evangelium; es geht ihm ebenso, wenn das evangelium sagt: werdet wie die kinder! begriff der anthropologie wird erstmals von magnus hundt in der schrift anthropologicum de hominis dignitate, natura et proprietatibus (leipzig 1501) gebraucht. kant wegen seiner zugleich empirischen und methodenkritischen ausrichtung der anthropologie/psychologie als bedeutendster psychologe vor wilhelm wundt anzusehen ist,[10] könnte hierin auch der grund für die zwiespältige rezeption von kants anthropologie in beiden disziplinen liegen. diese reicht von der sprachpsychologie bis zur völkerpsychologie (für die er auch den begriff psychische anthropologie erwogen hatte). von einem weibe, lernst du die stille, tiefe, gottesfürchtige trauer die vor gott schweigt; denn wol drang, wie vorausgesagt war, ein schwert durch ihre seele, aber sie verzweifelte nicht, weder über die ankündigung noch da es geschah. oder »nun haben wir zu viel regen« oder »nun ist die hitze zu groß«, sie fragt nicht im voraus, wie der sommer werden wird, wie lang oder wie kurz: nein sie schweigt und wartet – so einfältig sie ist, aber betrogen wird sie doch niemals; das kann ja auch nur der klugheit begegnen, nicht der einfalt; die betrügt nicht und wird nicht betrogen. denn wenn gott im strengen gericht die sünde eines menschen heimsuchen will, da macht er es zuweilen so, daß er gleichsam sagt: ich will diesen menschen von jeder andern sorge frei machen, alles soll ihm lächeln, alles sich ihm fügen, alles glücken, was er anrührt – um so weniger soll es ihm glücken zu vergessen, um so stärker soll er vernehmen, was nagt. den begriff der humanität verwendet er im sinne eines universalen subjekts, „das es erlaubt, die ganz unterschiedlichen objektivationen des lebens im mythischen denken, in der sprache und wissenschaft zumindest idealiter auf einen gemeinsamen nenner zu bringen. der erhoben wurde, ist der zöllner, damit endet es; aber der pharisäer, der damit begann stolz sein auge zum himmel zu erheben, ihm widersteht gott, und gottes widerstand drückt vernichtend nieder. neben wilhelm dilthey sind georg simmel, ludwig klages und auch otto friedrich bollnow zu nennen. von einem weibe lernst du recht auf das wort hören, von maria, die obschon sie »nicht verstand das wort, das gesagt wurde« es doch »behielt in ihrem herzen«, also nicht verlangte zuerst zu verstehen, sondern schweigend das wort an der rechten stelle bewahrte; denn das ist ja die rechte stelle, wenn das wort, die gute saat, »behalten wird in einem feinen und guten herzen«. o, der natürliche mensch findet am meisten befriedigung darin aufrecht zu stehen; wer in wahrheit gott kennen lernte und dabei sich selbst kennen lernte, der findet nur darin seligkeit, auf seine kniee zu fallen, anbetend wenn er an gott denkt, reuig wenn er an sich denkt. es bleibt spekulation, ob ein titel „lehrbuch der empirischen psychologie“ mehr wirkung ermöglicht hätte.« ja, das kann kein mensch aushalten, das kann nur der gott der langmut. ausgangspunkt ist ein neuartiges verhältnis von anthropologie und soziologie. ach, wie selten ist ein mensch, der, auch wenn es die vergebung der sünden gilt, willig wäre zu leiden, daß er vor menschen ganz offenbar würde, daß sie ihm in seine seele hineinschauen und jede geheime schuld sehen könnten. wilhelm friedrich hegel hingegen stand der anthropologie kritisch gegenüber, der er vorhielt, sich nur mit dem möglichen des menschen zu befassen, während die geschichte das wirkliche des menschen betrachte. erster ansatz zur verarbeitung der so neu entstandenen selbsterklärung des menschen ist bei kierkegaard der in seiner existenz auf sich selbst angewiesene mensch. diese reicht von der sprachpsychologie bis zur völkerpsychologie (für die er auch den begriff psychische anthropologie erwogen hatte). aus mitleid, um trost zu sichern, leidet er unendlich mehr als der leidende, welches mitleid! sollen wir gehen, wenn nicht zu dir, herr jesus christus!»trachtet am ersten nach dem reich gottes und nach seiner gerechtigkeit. bereitet sie sich zu gehen – doch nicht auf das, was sie sagen will oder dergleichen, nein; sie kauft ein alabastergefäß mit salböl um es mitzunehmen. auf diesem fundament entstanden die spezifischen ansätze der philosophischen anthropologie. sein leben besteht in einer folge mehr oder weniger verfeinerter vergngungen. draußen ist stille; und nicht bloß wenn alles schweigt in der stillen nacht, sondern auch am tage wenn alles rauscht und klingt und wie ein meer von tönen ist, ist doch stille draußen. und so ist es bei ihm, dem herrn jesus christus; er war nicht ein leidender, der bei andern trost suchte, noch weniger fand er ihn bei andern, noch weniger klagte er darüber, daß er ihn bei andern nicht finde, nein er war der leidende, dessen einziger, unbedingt einziger trost war, andern ein trost sein. am ende des ersten teils seines werks ich und du fasst er das wie folgt zusammen: „und in allem ernst der wahrheit, du: ohne es kann der mensch nicht leben., mein freund, streite nicht einen unnützen streit, der nur dir selbst und andern das leben verbittert: es giebt doch einen, der sich ganz in deine lage setzen kann, den herrn jesus christus, der »weil er gelitten hat und versucht ist, kann helfen denen, die versucht werden« (ebr. denn bleibst du in gott, da magst du leben oder sterben, da mag es dir zuwider gehen oder nach wunsch während du lebst, da magst du heute sterben oder erst in fünfzig jahren, da magst du deinen tod auf dem grund des meeres finden, wo es am tiefsten ist, oder in die luft gesprengt werden: du kommst doch nicht von gott fort, du bleibst dir selbst gegenwärtig in gott und bist deshalb an deinem todestage noch heute im paradies. anthropologie solle nicht des wesen des menschen in abgrenzung zum tier leisten, sondern den menschen aus sicht des anderen menschen reflektieren. kannst du das nicht, da liegt der fehler allein in dir, darin, daß du nicht geübt bist all deine sorge auf ihn zu werfen, daß du dazu unwillig bist, daß du dich für klug hältst, daß du eigenwillig bist, kurz, daß du nicht bist wie lilie und vogel. dabei machte er vor allem seine anthropologischen auffassungen geltend und versucht zu zeigen, dass erst die gesellschaftliche lebensform dem menschen die möglichkeit gebe, sich seinen eigenarten entsprechend ganz zu entfalten. der leib ist werkzeug der geistigen seele, speziell der vernunft. so lange du darüber klagst, so lange bist du mit dir selbst darin nicht einig, sonst würdest du wenigstens schweigen. moralität ist ein von der menschlichen praxis untrennbarer bestandteil. die menschliche schöpferkraft als solche sowie die damit verbundene verantwortung für die kulturgestaltung relativieren aus wilwerts sicht die bedeutung der individuellen psychophysischen zusammenhänge, denen der mensch unterliegt. seine dramaturgische begabung zeigt sich gleich in seinem ersten greren werk "entweder - oder" (1843). den entwicklungen in der psychologie, der biologie und der evolutionstheorie bedurfte es für cassirer zur beantwortung der frage, was der mensch sei, eines neuen schlüssels. es war ihr ja auch nicht im mindesten wichtig, ihre gleichgiltigkeit gegen alles zu zeigen, aber eins was ihr unendlich wichtig: vergebung zu finden. formal erscheint das buch als sammlung von bisweilen unterhaltsam, bisweilen beklemmend zu lesenden aufzeichnungen und briefen. einer erobert städte und gilt für groß, aber größer ist, wer sich selbst überwindet; einer setzt alles in bewegung um doch selbst etwas zu thun und erregt aufsehen, aber wahrlich, größer ist vor gott, wenn es sich um vergebung der sünde handelt, wer ganz stille bleiben kann, um gottesfürchtig gott alles thun zu lassen, indem er versteht, daß er in dieser hinsicht selbst gar nichts zu thun vermag, da alles, alles, was der mensch zu thun vermag, und wäre es das herrlichste und erstaunlichste, in dieser hinsicht unendlich nichts ist. auch ohne diesen rang gibt es nützliches wissen, wobei kants praktische absichten viel deutlicher waren als bei den meisten „psychologen“ des folgenden jahrhunderts.[25] für die autoren der philosophischen anthropologie seien nicht zum beispiel vernunft oder sprache, sondern das „verhältnis des menschen zu seinem körper“ die ontologisch dichteste figur: „diesen menschlichen körperleib, diesen ort des sich-verklammerns von schichten, diesen >abstand zum körper im körper< – oder ‚exzentrische positionalität’ – als ontologisch komplexesten ort methodisch zu erschließen und von ihm aus zu operieren, darüber haben die hauptbeiträger einander erkannt und sind aneinander gebunden geblieben. und deshalb versteht wol auch ein mensch so selten wenn der augenblick da ist, und versteht ihn so selten recht zu benutzen, weil er nicht schweigen kann. denn auch von diesem zöllner gilt ja doch, was die schrift von allen zöllnern und sündern sagt, daß sie sich nahe zu christus hielten: grade dadurch daß er von ferne stand, hielt er sich nahe zu ihm, während der pharisäer in vermessener zudringlichkeit weit, weit entfernt stand. die empiristen gingen grundsätzlich vom egoismus des menschen aus. hier geschieht gottes wille wie im himmel also auch auf erden; oder man kann die heiligen worte auch anders wenden, hier passen sie gleichwol, hier geschieht gottes wille auf erden wie er im himmel geschieht. (1784/1983), von deren absicht zweifellos auch die pragmatische anthropologie bestimmt ist.[19] cassirers konzept entwickelte sich systematisch aus seiner erkenntnistheorie und der zunächst als kulturphilosophie ausgelegten philosophie der symbolischen formen. der spätantike seit paulus von tarsus und in der patristik, besonders durch augustinus, verband sich das antike denken mit dem christlich jüdischen menschenbild als ebenbild gottes. doch ist die lilie und der vogel unbedingt froh; und hier siehst du recht, wie wahr es ist wenn das evangelium sagt: du sollst von der lilie und dem vogel freude lernen. – aber er kann sich ganz in deine und jedes leidenden stelle versetzen. oder ist vielleicht die freude klein, weil sie sich über so geringes freuen? zwar wird eine (im handlungsvollzug mögliche) dialogische übergangsmöglichkeit zwischen ich-rolle und du-rolle erarbeitet, aber es wird vor einer einebnung von gegenstandsebene und zeichenebene in der handlungsdarstellung gewarnt. der papst spricht an der zitierten stelle von der anmaung der philosophen. für den vogel der augenblick da ist, die wanderung anzutreten, ob er auch meint, er habe es hier ja gut: er läßt das gewisse fahren und greift nach dem ungewissen, er tritt augenblicklich die reise an. er an den vogel und die lilie denkt, so möchte er weinen; ach daß ich wäre wie der vogel, von dem ich als kind im bilderbuch las, ach daß ich wäre wie die blume, die in meiner mutter garten stand! jesus christus, laß du deinen heiligen geist uns recht erleuchten und überführen von unsrer sünde, daß wir gedemütigt mit gesenktem blick erkennen, wie weit, weit entfernt wir stehen, und seufzen: gott sei mir sünder gnädig; aber dann laß du uns auch durch deine gnade widerfahren, was du von dem zöllner sagst, der hinauf ging zum tempel anzubeten: er ging gerechtfertigt in sein haus. als vernunftbegabtes wesen (zõon lógon échon) und als soziales wesen (zõon politikón) verwirklicht sich der mensch durch seine lebenspraxis. wo lilie und vogel in der freude unterweisen, da ist allzeit freude, denn sie ist ja in der lilie und in dem vogel.

Karl grammer signale der liebe

wahrlich das böse hat bereits einen und einen sehr bedenklichen sieg gewonnen, wenn es die einfalt dahin bringt, daß sie klug sein will – um sich zu sichern. du kannst leicht ruhig davon reden, leicht dich selbst besser fühlen, weil du in der versuchung nicht fielst, nicht erlagst unter der anfechtung – du bist weder in der einen noch in der andern versucht. denn wir haben nicht einen hohenpriester, der nicht könnte mitleid haben mit unserer schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleich wie wir, doch ohne sünde. ist es die sorge über die sünde der welt und ihre ungöttlichkeit, die sorge darüber, daß die welt im argen liegt, die sorge darüber, wie tief die menschen gefallen sind, die sorge darüber, daß gold für tugend gilt, daß macht recht ist, daß die menge die wahrheit ist, daß nur die lüge anklang findet, daß nur das böse siegt, daß nur die selbstliebe geliebt wird, daß nur die mittelmäßigkeit gelobt, nur die klugheit geachtet, nur die halbheit gepriesen wird und nur die niederträchtigkeit vorwärts kommt: o in dieser hinsicht würdest du doch wol nicht wagen deine sorge zu vergleichen mit der sorge, welche der erlöser der welt trug; wie sollte er sich nicht ganz in deine stelle setzen können! „der schwerpunkt der philosophischen anthropologie ist dadurch gekennzeichnet, daß sie in 1. die neubegründung der philosophischen anthropologie wurde unter einschluss weiterer deutsch-jüdischer denker (h. weniger beachtung fand der kulturanthropologische ansatz von adolf bastian mit seiner lehre vom menschen in ethnischer anthropologie. denn grade die gesellschaft ist das unglück; der mensch plagt sich selbst mit der einbildung, die gesellschaft mache glückselig, und um so mehr je größer die gesellschaft wird zu seinem und ihrem verderben. aber freilich, wer dann trotz der gefahren und schwierigkeiten wirklich glaubte, der hatte auch vor jedem späteren den vorzug, das wort aus christi eigenem munde zu hören, nicht so wie wir es im allgemeinen lesen, daß in christus vergebung der sünde ist, sondern er hörte es von christus zu sich selbst gesagt, so daß kein zweifel war: es gilt mir, ich bin gemeint, ich habe meiner sünden gnadenvolle vergebung – so wenig wie ein zweifel daran sein konnte, daß es jesu eignes wort war. wirft man nicht alle sorge von sich, so behält man ja viel oder etwas sorge zurück und wird also nicht ganz froh. der versuch einer natürlichen erklärung des menschen führt immer wieder zur wiederholung des großen irrtums der europäischen geistesgeschichte: zum humanismus. ist es herzenssorge: auch er hatte einmal freunde, oder richtiger, er meinte einmal sie zu haben; aber als dann die entscheidung kam, da verließen sie ihn alle, doch nein, nicht alle, es blieben zwei zurück, der eine verriet ihn, der andere verleugnete ihn! ist die versuchung die, daß du von menschen verlassen bist: auch er wurde so versucht; ist es die – doch nein, die anfechtung hat doch wol kein mensch erlebt, die anfechtung von gott verlassen zu sein; aber er wurde so versucht. die philosophische anthropologie verweise auf die kulturelle dimension der menschlichen existenz, indem sie die aspekte des sozialen und geschichtlichen einbeziehe. ist dies zu sehen, wenn auch nicht gewöhnlich; ich habe gesehen, und du vielleicht auch, den der in liebe unglücklich wurde und dem dann alles für immer oder eine zeit lang gleichgiltig wurde; aber das war ja nicht sorge über seine sünde. der mensch hat zwar biologische ausgangsbedingungen, sei aber produkt seiner selbst. aber wenn stillesein und gehorsam den tag morgen aus der welt schaffen, so bleibt der tag heute – und der ist freude, wie er es für die lilie und den vogel ist. aus tugendhats sicht sind alle metaphysischen themen eigentlich elemente des menschlichen verstehens. und daß er mitleid haben muß, das siehst du ja daraus, daß er aus mitleid sich versuchen ließ allenthalben gleichwie wir; denn es geschah ja aus mitleid, daß er zur erde kam, und es war wieder aus mitleid und um wahres mitleid haben zu können, daß er versucht wurde allenthalben gleichwie wir, er der sich nun ganz in deine, in meine, in unsre lage versetzen kann und es thut. […] vor allem aber: anerkennung eines fremden vernunftwesens kann sich nur realisieren als anerkennung dieses wesens in seiner natürlichkeit. – entweder gott; und wie es das evangelium erklärt, entweder ihm anhangen oder ihn verachten. bedenk, es war des menschen sünde, daß er nicht einem herrn dienen wollte, sondern einem andern oder zwei, ja mehreren herren dienen wollte, und durch diese sünde zerstörte er die schönheit der ganzen welt, wo vordem alles so sehr gut war. ist nämlich »der versöhner« anderes, als ein stellvertreter, welcher ganz an deine und meine stelle tritt, und was ist der trost der versöhnung anderes als dies, daß der stellvertreter genugthuend an deine und meine stelle tritt! oder »nun haben wir zu viel regen« oder »nun ist die hitze zu groß«, sie fragt nicht im voraus, wie der sommer werden wird, wie lang oder wie kurz: nein sie schweigt und wartet – so einfältig sie ist, aber betrogen wird sie doch niemals; das kann ja auch nur der klugheit begegnen, nicht der einfalt; die betrügt nicht und wird nicht betrogen. sie grenzten sich ebenfalls von der spekulativen seelenlehre ab und traten mit neuem methodenanspruch und mit konkreten anwendungsempfehlungen hervor (siehe auch friedrich eduard beneke und rudolf hermann lotze. während seines lebens auf erden ist christus für seine zeitgenossen wesentlich das vorbild, obgleich er der erlöser ist, und obgleich sein leben schon leiden ist, so daß man sagen kann, er trug auch in seinem leben die sünden der welt; aber im vordergrunde steht, daß er das vorbild ist. während das tier an seine unmittelbare umwelt gebunden ist, kann der mensch gleichsam aus sich heraustreten und die perspektive eines beobachters seiner selbst einnehmen. allerdings kann man durchaus den jeweiligen status vom standpunkt der zweckmäßigkeit aus beurteilen und unter diesem gesichtspunkt normative aussagen treffen. seine sünde brachte den zwiespalt in eine welt von einigkeit; und bedenke, daß jede sünde ungehorsam ist, und jeder ungehorsam sünde. so sollst du indes nicht reden; nein, sieh näher zu und merke, die trotz aller sorge unsägliche liebesfreude, mit welcher der vogel, er und sie, ein paar ist, die läßt sich von den andern nicht stören, und die trotz der sorge ganz vollkommene freude des einzelnen standes macht, daß die lilie unter andern ungestört allein ist; denn gesellschaft ist ja doch da. der mensch ist weltoffen, da er keinem konkreten umweltausschnitt in bezug auf seine organbeschaffenheit angepasst ist. »das weib soll schweigen in der gemeinde« und insofern nicht lehren – doch grade das schweigen vor gott gehört ja hauptsächlich mit zur wahren frömmigkeit und das muß man also von dem »weibe« lernen können. willst du die wahrheit wissen, so mußt du sehen der stärkere zu werden, also sie zu bestehen. viele autoren der philosophischen anthropologie zeigen noch heute eine eigentümliche distanz. jesus christus, laß du deinen heiligen geist uns recht erleuchten und überführen von unsrer sünde, daß wir gedemütigt mit gesenktem blick erkennen, wie weit, weit entfernt wir stehen, und seufzen: gott sei mir sünder gnädig; aber dann laß du uns auch durch deine gnade widerfahren, was du von dem zöllner sagst, der hinauf ging zum tempel anzubeten: er ging gerechtfertigt in sein haus.„der mensch nur ein wurm“, karikaturistische kritik am materialistischen reduktionismus der evolutionstheorie (1882). aus mitleid, um trost zu sichern, leidet er unendlich mehr als der leidende, welches mitleid! und ob du auch in der welt das erstaunlichste ausführen wolltest: du sollst lilie und vogel als deine lehrmeister anerkennen und vor gott dir selbst nicht wichtiger werden als die lilie und der vogel. wohl dem, bei dem sich diese wahre sorge über seine sünde findet, dem alles andere unendlich gleichgiltig geworden ist und nur eins unbedingt wichtig. es sich für die lilie so unglücklich trifft, daß sie in demselben augenblick, wo sie aufspringt, auch schon gebrochen werden soll, und ihr aufblühen zugleich ihr untergang wird: die gehorsame lilie findet sich darein, sie weiß daß es so gottes wille ist und springt auf reich und schön, und geht unbedingt gehorsam dem untergang entgegen. von der versuchung wahrheit zu fordern, das ist zu viel verlangt; die versuchung ist ein betrüger und lügner, sie hütet sich die wahrheit zu sagen, denn ihre macht ist grade die unwahrheit. kannst du das nicht, da liegt der fehler allein in dir, darin, daß du nicht geübt bist all deine sorge auf ihn zu werfen, daß du dazu unwillig bist, daß du dich für klug hältst, daß du eigenwillig bist, kurz, daß du nicht bist wie lilie und vogel. du sollst von ihnen lernen, alle deine pläne und thaten vor gott einfältig zusammenzufalten als etwas das nicht der rede wert ist. spaemann: das natürliche und das vernünftige, essays zur anthropologie. der gegenstand der ‚philosophischen anthropologie‘ ist der mensch (ánthropos), von ihm will man klar und allgemeingültig sagen, was er als solcher ist (lógos). scheler schrieb: „wer sehe nicht, daß hinter der scheinbar so harmlosen gleichheitsforderung stets und immer, um welche gleichheit es sich auch handle – nur der wunsch auf die erniedrigung der höherstehenden, mehrwertbesitzenden auf das niveau der niedrigstehenden verbirgt. welche freude, wenn der vogel froh sein lied beginnt, und er singt nicht bloß zur arbeit, seine arbeit ist gesang. maturana und francisco varela entwickelten die theorie vom menschen als sich selbst erschaffendes (autopoietisches) system in verbindung mit der evolutionären erkenntnistheorie. seine anthropologie in pragmatischer hinsicht ist nach heutigem fachverständnis weitgehend ein lehrbuch der empirischen psychologie. im biologischen zeitalter wird sie zu einer wissensdisziplin, die sich dieser allgemeinen tendenz entweder entgegenstemmt oder aber sie reflektierend begleitet. spaemann: das natürliche und das vernünftige, essays zur anthropologie. wenn die mutter das essen auf den tisch setzt, fehlt nicht viel so weint das kind vor unmut und sagt: »was soll das bischen nutzen; wenn ich das gegessen habe, bin ich noch grade so hungrig«. bessere lehrer kannst du ja auch nicht verlangen als die, welche unbedingt froh und die freude selbst sind, obschon sie eine so unendlich tiefe sorge tragen. eine andere frau, die sich nicht bewußt war eine sünderin zu sein, die also weniger gefahr lief, hätte es vielleicht nie gewagt; sie wagte es, sie, der alles gleichgiltig geworden war. und weil dies schweigen so feierlich ist, deshalb vernimmt man gott in der natur – was wunder auch, wenn alles aus ehrerbietung vor ihm schweigt! da helfe nur der abriss und ein von grund auf neu zu planendes und zu errichtendes gebäude. laß uns denn achten auf die sünderin und darauf, was wir von ihr lernen können. nein, dann wäre sie lange ausgeblieben und vielleicht niemals dahingekommen. jochen fahrenberg: die wissenschaftskonzeption der psychologie bei immanuel kant und wilhelm wundt. sobald jemand zwischen dir und gott ist, wirst du leicht getäuscht, als wärst du nicht so weit entfernt; ja auch wenn die andern in deinen gedanken besser und vollkommener sind als du, du stehst doch nicht so von ferne, wie wenn du allein vor gott bist. so erreicht der mensch eine „entlastung“ von seinen biologischen mängeln. ist dies zu sehen, wenn auch nicht gewöhnlich; ich habe gesehen, und du vielleicht auch, den der in liebe unglücklich wurde und dem dann alles für immer oder eine zeit lang gleichgiltig wurde; aber das war ja nicht sorge über seine sünde. und wenn man die andern menschen mit sich hat, so steht man ja nicht für sich allein. vieles deutet darauf hin, dass kierkegaard die sthetische und die ethische betrachtung der existenz als verschiedene stadien ansah, die jemand nacheinander durchluft. dann hast du gelernt, nur einem herren zu dienen, ihn allein zu lieben und dich unbedingt in allem zu ihm zu halten.[25] für die autoren der philosophischen anthropologie seien nicht zum beispiel vernunft oder sprache, sondern das „verhältnis des menschen zu seinem körper“ die ontologisch dichteste figur: „diesen menschlichen körperleib, diesen ort des sich-verklammerns von schichten, diesen >abstand zum körper im körper< – oder ‚exzentrische positionalität’ – als ontologisch komplexesten ort methodisch zu erschließen und von ihm aus zu operieren, darüber haben die hauptbeiträger einander erkannt und sind aneinander gebunden geblieben. im ersten augenblick hörst du vielleicht falsch und hörst es lärmen. und deshalb sind lilie und vogel so froh, weil sie in stillesein und unbedingtem gehorsam sich selbst gegenwärtig sind am tage »heute«. es bleibt spekulation, ob ein titel „lehrbuch der empirischen psychologie“ mehr wirkung ermöglicht hätte. auch ohne diesen rang gibt es nützliches wissen, wobei kants praktische absichten viel deutlicher waren als bei den meisten „psychologen“ des folgenden jahrhunderts. wenn du kannst unbedingt gehorsam werden, wie die lilie und der vogel, dann bist du geworden, wovon sie nur ein bild sind. du siehst, es fällt aller nachdruck auf gott; daß er in der wahl ist, macht die wahl so entscheidend und macht sie zu einem wirklichen entweder – oder. wenn du allein bist, allein auf der stelle, die einsamer ist als die wüste – denn selbst in der einsamsten wüste könnte doch ein anderer mensch kommen; allein auf der stelle, die einsamer ist als der abgelegenste weg, wo doch ein anderer kommen könnte; wenn du allein als einzelner vor gottes heiligkeit bist: so kommt der schrei von selbst. ja, allerdings, es ist in gewissem sinn nichts; du sollst dich im tiefsten sinne zu nichts machen, nichts vor gott werden, schweigen lernen; in diesem schweigen ist der anfang, welcher ist, zuerst gottes reich suchen. in wahrheit handelt es sich um die scharfsinnige darstellung zweier entgegengesetzter lebensentwrfe. das darf das kind nicht, und es ist auch nicht wahr – das eine entspricht ganz dem anderm; grade weil das kind nicht darf sagen »ich kann nicht«, deshalb ist es auch nicht wahr, daß es nicht könnte; denn wenn man nicht anders darf, dann muß man ja können, das ist ganz gewiß – es kommt bloß darauf an, daß einem ganz gewiß ist: man darf nicht anders, dann kann man auch. nein, nicht deswegen, denn das ist ja ein vorzug, sondern deswegen, weil der mensch nicht kann stille sein. sie vergißt nicht die festlichkeit, und auch nicht das salböl, welches sie mitgenommen hat; sie versteht dies recht eigentlich als ihr werk; sie salbt jesu füße mit salböl und trocknet sie mit ihrem haar und weint. aber die genugthuung der versöhnung bedeutet ja, daß du zur seite trittst, und er deine stelle einnimmt: setzt er sich da nicht ganz in deine stelle? mit ihrem unbedingten stillesein und unbedingten gehorsam werfen sie alle ihre sorge von sich, wie man fortwirft, was man verabscheut, und mit voller sicherheit, ohne jemals zu fehlen, werfen sie ihre sorge auf gott. und anders kann ja auch gott nicht von sich selbst reden. daß du wurdest, daß du da bist, daß du heut das nötige bekommst, um zu sein; daß du wurdest und mensch wurdest, daß du sehen kannst, bedenke, daß du sehen kannst und hören, daß du riechen kannst und schmecken und fühlen, daß die sonne für dich scheint – und um deinetwillen, daß der mond beginnt, wenn du müde wirst und die sterne angezündet werden, daß es winter wird und die ganze natur sich verkleidet, sich vermummt, um dich zu vergnügen, daß es frühling wird und der vogel kommt in zahlreichen scharen, um dich zu erfreuen, daß das gras sprießt, daß der wald so schön sich schmückt und hochzeit feiert dir zur freude; daß es herbst wird, wo der vogel fortzieht, nicht um sich kostbar zu machen, o nein, aber daß du seiner nicht überdrüssig werdest; daß der wald seinen schmuck verbirgt für das nächste mal, um dich von neuem zu erfreuen. durch ihr schweigen bleibt das leiden wie es ist, und dieses schweigen kannst du von vogel und lilie lernen. ist es sorge über die schlechtigkeit der welt, über den widerstand, den du und das gute leiden mußt? für eine lilie ist es eigentlich keine kunst lieblich zu sein, aber in solcher umgebung unverändert zu bleiben, sich selbst gleich zu bleiben, der macht der ganzen umgebung zu spotten, nein, nicht zu spotten, das thut die lilie nicht, aber ganz unbekümmert zu sein in all ihrer lieblichkeit! es war wol gar nicht gottes wille, daß der eine mensch vollständigen trost bei dem andern finden sollte; es ist im gegenteil gottes wohlgefälliger wille, daß jeder mensch trost bei ihm suchen soll, daß wenn die trostgründe, welche andere bieten, ihm geschmacklos werden, daß er dann zu gott sich wendet, gehorsam dem wort der schrift: habt salz in euch selbst, und haltet frieden mit einander. oder meinst du vielleicht, es könnte dich nur einer verstehen, der in derselben versuchung erlag, so daß ihr beide euch verstündet – in unwahrheit! der mensch sei zwar auch tier, aber durch die vernunft charakterisiert und bestimmt, sich in der gesellschaft zu kultivieren und zu moralisieren. der breite humanwissenschaftliche horizont regte wundt zu bis heute wichtigen epistemologischen und methodologischen klärungen an. wilwert geht der stellung der philosophischen anthropologie im ganzen der philosophischen disziplinen mit einer skeptischen doppelfrage nach: „ist die einzig mögliche grundlagendisziplin immer die anthropologie, da es immer der mensch ist, der wissenschaft und philosophie, in welcher form auch immer, treibt?« wenn dann dich die feierliche stille draußen bei lilie und vogel tief bewegt, da erklärt das evangelium weiter und sagt: »aber warum ist denn dies schweigen so feierlich? und du mein zuhörer, wenn du von dem altare heim in dein haus gehst, da grüßt man dich in frommer teilnahme mit dem wunsch: »zu heil und segen« in der zuversicht, daß du bei dem altare deine rechtfertigung fandest, daß der besuch dir zu heil und segen wurde. aber beten, nämlich recht beten und still werden, das ist zuerst gottes reich suchen. 1850, wobei diese jedoch durch einige sätze aus jener ergänzt ist. teil 2: max scheler, richard hönigswald, ernst cassirer, helmuth plessner, maurice merleau-ponty, arnold gehlen. der mensch kann aber zusätzlich die welt mit reflexion betrachten. jahrhunderts und unterscheidet davon die philosophische anthropologie als eine disziplin unter anderen philosophischen disziplinen wie ethik, naturphilosophie oder religionsphilosophie. daß der kleinste ungehorsam in wahrheit einen andern namen haben sollte, als verachtung gottes, das verstehen lilie und vogel nicht und wollen es auch nicht verstehen. doch nein, es ist nicht ganz so, sie wagte es, weil ihr eins unbedingt wichtig war, nämlich: vergebung zu finden. nur durch differenzierte ausbildung von ich und du und damit die rückbindung der werke des menschen an die in ihnen verkörperten prozesse der individuation und der sozialisation können menschen ihres menschseins innewerden. der fähigkeit zu vielfältiger formgebung sieht cassirer den menschen vom reich der natur ins reich der freiheit übergehen. diesen teil der menschenkunde klammert kant bis auf gelegentliche querverweise als für seine absichten unergiebig aus.↑ zur etymologie heißt es bei gerd haeffner: „philosophie ist das streben (philía) nach solide begründetem orientierungswissen (sophía). dies ist das seufzen; denn der vergänglichkeit unterworfen sein ist gefangenschaft, gebundenheit, und der inhalt des seufzens ist vergänglichkeit, vergänglichkeit! die hierin eingeschlossene kritik am verbot des selbstmordes bei entsprechend negativen lebensbedingungen setzte er 1976 mit seinem suizid selbst um. um die lilie und den vogel streiten nicht gott und welt, auch nicht das gute und das böse, aber der mensch ist zwischen diese beiden ungeheuren mächte gestellt, und ihm ist die wahl überlassen. das problem einer, wie kierkegaard es nennt, "sthetischen" auffassung der existenz liegt weniger darin, dass sie in den augen anderer vielleicht unsittlich oder unvernnftig erscheint, als darin, dass sie die betreffende person buchstblich zur verzweiflung treibt. es kommt so, daß er einzig und allein gottes reich sucht. christian wolff unterschied zwischen empirischer und theoretischer psychologie und legte damit den grundstein für den durch jakob friedrich fries und johann friedrich herbart begründeten psychologismus im 19. fordert er mit diesem entweder – oder, er der schöpfer von dem geschöpf? welche freude, wenn der vogel sich bei der lilie versteckt, wo er sein nest hat, und wo es so unbeschreiblich heimlich ist, während er zum zeitvertreibe mit der lilie scherzt und spielt.« ja, wenn du von der lilie und dem vogel lernen könntest, ganz still vor gott zu sein, wozu sollte dir dann das evangelium nicht helfen können? du gehst nun hinauf zu dem altare, wieder wird dir das brod gereicht und der wein, sein heiliger leib und sein heiliges blut, wieder zum ewigen pfand dafür, daß er durch sein leiden und sterben sich auch in deine stelle setzte, auf daß du durch ihn gerettet, an dem gericht vorüber darfst eingehen zum leben, wo wieder er dir die stätte bereitet hat.-peter krüger hat (im anschluss an helmuth plessner) die philosophische anthropologie neu begründet. bist du nicht in allem unbedingt gehorsam, so liebst du ihn nicht, und liebst du ihn nicht, so – hassest du ihn; bist du nicht in allem unbedingt gehorsam, so hängst du ihm nicht an, und dann – verachtest du ihn. wenn alles um dich her stille ist und auch in dir stille ist, da vernimmst du mit unendlichem nachdruck: du sollst den herrn deinen gott lieben, und ihm allein dienen! er wurde verachtet, verfolgt, verhöhnt, verspottet, bespeit, gegeißelt, mißhandelt, gekreuzigt, verlassen von gott unter allgemeinem jubel gekreuzigt: was du auch gelitten hast und wer du auch bist, meinst du nicht, daß er sich ganz in deine lage setzen kann! gott weiß alle dinge, aber das wissen des menschen ist nur geschwätz; darum können sie nicht gut zusammen reden. die seele ist vom körper zu lebzeiten nur begrifflich zu trennen, existiert wegen ihrer unsterblichkeit aber nach dem tod des menschen auch getrennt weiter. dies will ja das wahre mitleid so gern, es will sich so gern in die lage des leidenden versetzen, um recht trösten zu können.

Aids in der gesellschaft

der gegenstand der ‚philosophischen anthropologie‘ ist der mensch (ánthropos), von ihm will man klar und allgemeingültig sagen, was er als solcher ist (lógos). – insofern es dagegen in eigentlicherem sinn bei der ausgabe in der stille bleibt ohne von der stelle zu kommen, ließ ich eine kleine weile mein auge auf ihm ruhen. wenn du lernen könntest ganz wie lilie und vogel zu werden, dann würde auch jene letzte bitte in dir zur wahrheit werden, welche – wie ja jedes wahre gebet froh und immer froher wird – zuletzt nichts mehr zu bitten und zu begehren hat, sondern unbedingt froh in lob und anbetung endet; die bitte »dein ist das reich und die kraft und die herrlichkeit. spaemann sieht das wesen des menschen im nachvollzug von kant in der verbindung des natürlichen und des vernünftigen:Vernunft heißt versöhnung mit dem was vor ihr ist: der natur. aber wer mit ihm allein lebt, ist nicht der mensch“. anschluss daran und in auseinandersetzung mit der anthropologischen philosophie von ernst cassirer, albert camus und wilhelm kamlah entwickelt kuno lorenz eine dialogische anthropologie.ərbaycancaбългарскиcatalàčeštinaenglishespañoleestiفارسیsuomifrançaisgalegobahasa indonesiaitaliano日本語한국어кыргызчаlatviešunederlandspolskiportuguêsрусскийslovenčinaslovenščinashqiptürkçeукраїнська中文. biete ihm, was du willst, er begehrt nur eins gleich jenem weibe, die – nicht das das beste teil, denn hier kann von keiner vergleichung die rede sein – nein, die nach dem worte der schrift das gute teil erwählte, da sie sich zu den füßen des erlösers niedersetzte; so begehrt er nur eins: zu knieen an seinem altare. wie grausam von dem evangelium, daß es zu mir sagt: du sollst so sein, während ich nur allzu tief fühle, daß ich es nicht bin und nicht sein kann. und was geschah ihm dann, wenn er anders innerlich betete? da der mensch „die gehirnnerven und fasern nicht kennt, noch sich auf die handhabung derselben zu seiner absicht versteht“, bleibt er in diesem spiel seiner vorstellungen nur zuschauer und das spekulative nachgrübeln über die naturursachen der empfindungen und erinnerungen ist unergiebig. der erhoben wurde, ist der zöllner, damit endet es; aber der pharisäer, der damit begann stolz sein auge zum himmel zu erheben, ihm widersteht gott, und gottes widerstand drückt vernichtend nieder. wirst du versucht in dem großen augenblick der entscheidung, wenn es gilt allem zu entsagen: auch er; oder wirst du im nächsten augenblick versucht zu bereuen, daß du alles opfertest: auch er. martin heidegger vertreten hat, argumentiert, dass bei der untersuchung des bildes vom menschen schon immer ein vorher festliegendes menschenbild zugrunde liege, das die jeweiligen ergebnisse bestimme. der mensch entdeckte eine eigenschaft bei gott, welche lilie und vogel nicht kennen, oder gott war liebreich genug den menschen zu offenbaren, daß er diese eigenschaft hat, daß er langmütig ist. die philosophische anthropologie verweise auf die kulturelle dimension der menschlichen existenz, indem sie die aspekte des sozialen und geschichtlichen einbeziehe. bis auf wenige, gering entwickelte ausnahmen verarbeiten tiere ihre wahrnehmungen als reine zeichen und können sich auch nur zeichenhaft ausdrücken (ruf des eichelhähers). und der schrei, der seufzer ist so aufrichtig in dir – ja, wie sollte er auch nicht! in dem zeitgleich zu schelers schrift im jahr 1928 erschienenen hauptwerk die stufen des organischen und der mensch bestimmte plessner den menschen als exzentrisches wesen. und sie kommen niemals so in verlegenheit wie zuweilen ein menschlicher lehrer, der nicht immer bei sich hat, was er lehren will, sondern in seinen büchern. nein aber wenn du schweigen könntest, wenn du stille wärest wie der vogel, dann sollte dein leiden wol geringer werden. für gerald hartung war die neuausrichtung des menschenbilds infolge darwins evolutionslehre in verbindung mit den die verunsicherung noch steigernden sozialen und politischen katastrophen im 20. könntest du so gehorsam werden, wie die lilie und der vogel, da könntest du auch wie sie gehorsam lehren. indem der mensch in der lage ist, aussagen mit sinngehalt zu machen, also etwa propositionale sätze zu formulieren, unterscheidet er sich vom tier. das kind ist satt, ehe die hälfte aufgegessen ist. aber der mensch, der durch unbedingten gehorsam sich in gott verbirgt, er ist unbedingt sicher; er kann von seiner sicheren stelle aus den teufel sehen, aber satan kann ihn nicht sehen. und wenn der vogel auch vor alter sterben dürfte, er muß doch sterben, scheiden von dem geliebten, nachdem er mancherlei gelitten hat. wird wol der angstschrei heucheln, wenn sich in der seenot der abgrund öffnet; ob er auch weiß, daß der sturm seiner schwachen stimme spottet, daß die möve ihn gleichgiltig hört, er schreit doch auf; ist da nicht wahrheit in dem schrei?-siegbert rehberg nimmt die institutionenlehre gehlens auf: er weist gesellschaftlichen institutionen zwei dimensionen zu: zum einen eine restriktive und stabilisierende funktion für die akteure, zum anderen gesellschaftliche integration individueller handlungen. sie fragt nicht nur, wer ich bin, sondern auch, wie ich geworden bin, was ich bin. der mensch darf wissen, daß selbst wenn alle menschen ihn aufgäben, ja wenn er beinahe sich selbst aufgiebt, doch gott der gott der langmut ist. da ist kein grund zum verzweifeln, denn du sollst ja von ihnen lernen; und das evangelium tröstet dich zuerst, indem es sagt, daß gott langmütig ist, aber dann fügt es hinzu: du sollst von der lilie und dem vogel lernen, du sollst lernen unbedingt gehorsam sein wie die lilie und der vogel, nicht zwei herren dienen, denn niemand kann zwei herren dienen, er muß entweder . damit bekommt seine anthropologie eine gesellschaftspolitische dimension, die von aktuellem interesse ist. er weiß oder richtiger er glaubt voll und fest, daß alles zu seiner zeit geschieht, deshalb wartet der vogel; er weiß, daß ihm nicht zukommt tag oder stunde zu wissen, deshalb schweigt er. »das fehlte blos noch« würde ein menschlicher schulmeister sagen »daß die kinder sich einbilden sie wären erwachsene menschen; dann müßte man die geduld verlieren und verzweifeln, denn das könnte kein mensch aushalten. konrad lorenz und karl-otto apel haben die moral als kompensationsmechanismus beschrieben. daraus leitet sich die notwendigkeit von handlungsregeln ab, die kamlah in einer eudämonistischen ethik als philosophie der lebenskunst sah. denn wir haben nicht einen hohenpriester, der nicht könnte mitleid haben mit unserer schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleich wie wir, doch ohne sünde. nicht als verwischte sein tod seine bedeutung als vorbild, nein, aber sein tod wird der unendliche trost, der unendliche vorschuß, mit dem man nun zu streben beginnt. selbst wenn er nicht redet; daß alles aus ehrfurcht vor ihm schweigt, wirkt ja auf einen, als ob er redete. daß es etwas andres oder jemand andres geben sollte, dem man zugleich neben gott dienen könnte, das kann und will die lilie und der vogel nicht verstehen.« sollte auch alles untergehen, der uebergang von der zeit zur ewigkeit ist so hurtig, daß du noch heute im paradiese bist, indem du christlich in gott bleibst. nein, es giebt nur eins, das alle hinterlist überwindet und von anfang an unendlich überwunden hat, das ist die einfalt des evangeliums; die sich einfältig gleichsam betrügen läßt und doch bleibt, was sie ist, die einfalt. wohl wahr, es ist ein trost, ein höchst nötiger und unbeschreiblicher trost, weshalb auch die schrift sagt, daß gott der gott der langmut und des trostes ist, aber es ist zugleich eine schreckend ernsthafte sache, daß der ungehorsam der menschen schuld daran ist, daß gott der gott der langmut ist und eine schreckend ernsthafte sache, daß die menschen seine langmut mißbrauchen können. dann stirbt er und sein tod verändert alles unendlich. ach, während ich keinen augenblick und nichts für mich selbst habe, sondern tausend rücksichten nehmen muß. wirft man nicht alle sorge von sich, so behält man ja viel oder etwas sorge zurück und wird also nicht ganz froh. verbindung der anthropologie plessners mit dem existentialismus und der philosophie heideggers findet sich bei helmut fahrenbach, der darauf verweist, dass der mensch „sich aufgegeben“ ist, also nur lebt, indem er ein leben führt. es beginnt damit, daß der pharisäer nahe stand, der zöllner von ferne; es endet damit, daß der pharisäer weit entfernt steht und der zöllner nahe. vielleicht wird das kind so mißmutig, daß es gar nicht anfangen will zu essen »weil das bischen doch nichts hilft. und so ist es; beten heißt nicht sich selbst reden hören, beten heißt stille werden und stille sein und harren bis der betende gott hört. von einem weibe, lernst du die stille, tiefe, gottesfürchtige trauer die vor gott schweigt; denn wol drang, wie vorausgesagt war, ein schwert durch ihre seele, aber sie verzweifelte nicht, weder über die ankündigung noch da es geschah. so ist die entschuldigung nicht wahr, die man öfter hört, daß man wegen der andern sorgen nicht recht um seine sünde sorgen könne. und der schrei, der seufzer ist so aufrichtig in dir – ja, wie sollte er auch nicht! als zweites die vermittelte unmittelbarkeit, was bedeutet, dass der mensch seine umwelt bloß vermittelt – durch kulturelle medien, durch sprache – erfassen kann. schlug an seine brust und sprach: gott sei mir sünder gnädig. in diesem sinne nimmt fahrenbach eine verknüpfung von anthropologie, normativität und ethik vor, wie sie bei den klassikern der anthropologie noch nicht zu finden ist. der pharisäer, der ja für sich dastand, stand er nicht auch von ferne? wundt verband einen methodologischen dualismus (psychologie gegenüber physiologie) mit einem methoden-pluralismus (innerhalb der psychologie) und einem perspektivischen monismus (ein lebensprozess unter verschiedenen perspektiven). alles am kürzesten und wahrsten in dem einen zu sammeln: gott sei mir sünder gnädig; je innerlicher du beichtest, desto mehr wird all dein beichten in diesem stummen zeichen enden, daß du an deine brust schlägst und in dem seufzer: gott sei mir sünder gnädig, und um so wahrer ist, daß du bei dem altar kniest, denn ein knieender drückt aus, daß er sich selbst verurteilt und um gnade bittet – und doch ist bei dem altare die rechtfertigung. im ernst, denn das evangelium ist nicht so überspannt geistlich, daß es vogel und lilie nicht brauchen könnte, aber es ist auch nicht so irdisch, daß es auf lilie und vogel nur wehmütig oder lächelnd sehen könnte. einerseits erinnert er - angesichts einer berzogenen vernunftglubigkeit - an die bleibende verwiesenheit des menschen auf gott. sie bildet jetzt den hauptinhalt der auf erfahrung beruhenden anthropologie, und erhält eine wichtige pragmatische wende, denn sie öffnet den zugang zu dem, was der mensch moralisch und aufklärerisch, pädagogisch, gesundheitspsychologisch usw. um diese sorgte sie und nicht um deren folgen; nicht um schande, unehre, demütigung, nein, sie verwechselte die krankheit nicht mit dem heilmittel. und den, der mit schrecklicher lebenslust jahr um jahr verbrechen auf verbrechen häufte, dessen meiste zeit hingebracht wurde mit sündigen – bis er vernichtet dastand und alles ihm gleichgiltig wurde aber wahrlich, sorge über seine sünde war es nicht – es waren sünden genug, sorge über die sünde aber war nicht da. jochen fahrenberg: die wissenschaftskonzeption der psychologie bei immanuel kant und wilhelm wundt. und der zöllner stand von ferne, wollte auch seine augen nicht aufheben gen himmel, sondern schlug an seine brust und sprach: gott sei mir sünder gnädig. könnte ein mensch leichtsinnig oder schwermütig meinen, es sei doch noch zwischen drei dingen zu wählen, der ist verloren, oder der hat gott verloren. nein, bei erwerbung der vergebung der sünden oder vor gott vermag der mensch gar nichts; wie sollte das auch möglich sein, da er ja auch im geringsten nichts vermag außer durch gott. als vernunftbegabtes wesen (zõon lógon échon) und als soziales wesen (zõon politikón) verwirklicht sich der mensch durch seine lebenspraxis.ächtiger zuhörer, die vorgelesenen worte sind, wie du weißt, aus dem evangelium von dem pharisäer und dem zöllner. sie versteht ganz gut, daß er von ihr redet, da er von dem unterschied der schuldner redet, wie einer fünfhundert groschen schuldig ist, ein anderer fünfzig, aber wie es auch billig ist, daß der erste mehr liebt als der letzte, wenn beide vergebung finden. denn der augenblick schickt keinen boten voraus, der seine ankunft meldet, er kommt auch nicht mit lärm oder geschrei sondern mit dem leichten schritt des plötzlichen; darum muß man ganz still sein, wenn man sein nahen merken soll. aber zugleich ist es so milde, daß es müßte den härtesten rühren können; es nimmt dich gleichsam bei der hand wie ein liebreicher vater sein kind, und sagt: »komm, wir wollen zu der lilie und dem vogel gehen. wir leiten den menschen nicht mehr vom ‚geist’, von der ‚gottheit’ ab. selbst wenn er nicht redet; daß alles aus ehrfurcht vor ihm schweigt, wirkt ja auf einen, als ob er redete. lindemann hat im anschluss an die historisch-reflexive anthropologie helmuth plessners das konzept der reflexiven anthropologie entwickelt. so lange du nicht bestanden hast, weißt du nur, was die versuchung dir einbildet, grade um dich zu versuchen; also die unwahrheit. o, eher möchte man sagen, wenn das nichts zu freuen ist, da giebt es nichts, worüber man sich freuen kann.« denn sie weiß, daß er zu seiner zeit kommt, sie weiß, daß ihr selbst am wenigsten dienlich wäre, wenn sie die zeiten des jahres zu bestimmen hätte. sie mischt sich deshalb nicht in das gespräch, sie schweigt und hält auch die augen bei sich selbst oder bei dem werk, das sie übt; sie salbt seine füße, trocknet sie mit ihrem haar und weint. will man in dem hinweis auf kierkegaard kein redaktionelles versehen erblicken, lsst sich die folgerung ziehen, dass es in gewisser hinsicht durchaus angemessen ist, den christlichen glauben als etwas unvernnftiges zu betrachten. unendlich groß ist der unterschied zwischen gott, der im himmel ist, und dir, der du auf erden bist: unendlich größer ist der unterschied zwischen dem heiligen und dir dem sünder. nach christian thies hat sich die anthropologie als philosophische disziplin nicht etablieren können; kaum ein teilgebiet kämpfe mit derartigen identitätsproblemen.ährend johann friedrich blumenbach (1752–1840) die naturwissenschaftliche anthropologie begründete, gilt immanuel kant als der urvater der philosophischen anthropologie mit der erstmals 1772 gehaltenen vorlesung über „verschiedene racen des menschen“. o, es ist alles vergänglichkeit und wird einst alles die beute der vergänglichkeit. jahrhundert auf den begriff gekommen ist, lässt sich aus der allgemeinen tendenz zur ausdifferenzierung im feld der wissenschaften und in der sozialen wirklichkeit begreifen.[8] kant verbindet die genannten themen mit der philosophischen bestimmung des menschen als vernünftiges und moralisches wesen. in anlehnung an edmund husserl war sein philosophieren eine erweiterte anwendung der phänomenologischen methode auf die gebiete der ethik, der kulturphilosophie und der religionsphilosophie. man fand argumente und belege, dass der mensch aus derselben evolutionslinie wie der gorilla und schimpanse stammt. vor dem biologismus ist dieser ansatz dadurch geschützt, dass die polarität der geschlechter die moralische dimension der rechtfertigung des menschen durch die liebe einschließt. wendet sich vor allem gegen den materialismus, der oft mit der evolutionstheorie verbunden wird. denn die lilie bleibt sich gleich, trotz der umgebung, weil sie gott unbedingt gehorsam ist; darum ist sie so unbekümmert, denn das kann nur sein, wer unbedingt gehorsam ist. jener stellte der weisheit (sophia), welche die heiden suchten, die torheit (moria) des kreuzes jesu christi gegenber (vgl. darum kannst du gott darin hören; denn in der natur ist alles unbedingter gehorsam. wulf bezweifelt generell die möglichkeit eines einheitlichen anthropologischen wissens. lilie und vogel suchen gottes reich, gar nichts anderes, all das andere fällt ihnen zu. und wenn der vogel auch vor alter sterben dürfte, er muß doch sterben, scheiden von dem geliebten, nachdem er mancherlei gelitten hat. nur krankhafter scharfsinn und eitle klugheit können meinen so klug zu sein um den mißbrauch zu verhindern. so ist der niedergeschlagene blick sehend, und was der niedergeschlagene blick bedeutet, die demütigung, die ist grade erhebung. »wärst du in meiner lage« sagt er »oder könntest du dich in meine lage versetzen, könntest du verstehen, mit welch schrecklicher macht die versuchung mich umspannt, könntest du verstehen, wie fürchterlich die anfechtung jeder meiner anstrengungen spottet: so würdest du anders urteilen. so geht es dem dichter immer mit dem evangelium; es geht ihm ebenso, wenn das evangelium sagt: werdet wie die kinder! das will zugleich etwas ganz anderes sagen: er war auch nicht vor gott. „der mensch wird am du zum ich“ erst wenn das eine individuum die existenz eines anderen individuums anerkennt und mit ihm in beziehung tritt, begreift es sich als wahres selbst.« ja, sein ist das reich und deshalb hast du unbedingt zu schweigen, und durch das feierliche stillesein auszudrücken, daß sein das reich ist. denn was das kind soll, das soll das kind, das steht fest und hat gar nichts mit ueberlegen zu thun. könnte man nicht ganz kurz angeben, welche freude die lilie und der vogel lehren? denn wenn das leiden und sterben des erlösers die sühne für deine sünde und schuld ist – wenn es die genugthuung, die sühne ist, so tritt sie ja für dich ein, oder er, der sühner tritt in deine stelle, an deiner stelle leidend die strafe der sünde, damit du gerettet würdest, an deiner stelle den tod für dich leidend, damit du leben möchtest: setzt er sich da nicht ganz in deine stelle? er meinte erst, beten sei reden; er lernte, daß beten nicht bloß ist schweigen, sondern hören. sie würde gern sich aufrecht halten, um zu verbergen, was sie leidet, doch dazu hat sie nicht die kraft und nicht die gewalt über sich selbst, ihr haupt neigt sich matt und kraftlos, der vorübergehende versteht, was das bedeutet, wenn anders einer auf sie achtet – aber die lilie schweigt. weniger beachtung fand der kulturanthropologische ansatz von adolf bastian mit seiner lehre vom menschen in ethnischer anthropologie. reden die verlesenen heiligen worte: »wir haben nicht einen hohenpriester, der nicht könnte mitleid haben mit unserer schwachheit«, das ist: wir haben einen, der kann mitleid haben mit unserer schwachheit; und weiter »wir haben einen, der ist versucht allenthalben, gleichwie wir. doch erregt diese ihre unbedingte gleichgiltigkeit kein aufsehen, keinen lärm, denn sie ist eine gläubige und deshalb so still, so bescheiden, so demütig, so unbemerklich in ihrer unendlichen gleichgiltigkeit gegen alles, so daß sie durch ihr eintreten keine aufmerksamkeit auf sich zieht. aber selbst wenn dir kein mensch so helfen könnte: es giebt doch einen, der sich ganz in deine lage setzen kann, er der versucht wurde allenthalben gleichwie wir, aber die versuchung bestand. jahrhunderts erstarkte tendenz, durch wissenschaftliche vereinheitlichung und systematisierung den menschen umfassend begrifflich bestimmen zu wollen und die damit einhergehende suche nach einer rationalen begründung für dessen sonderstellung machten es erst möglich, dass die philosophische anthropologie zu einem eigenständigen und viel beachteten bereich in der philosophie werden konnte: „die tatsache, dass die philosophische anthropologie erst im 20.« festlich geht sie zum gastmahl – wahrlich, wer sollte raten, was ihre absicht war, oder was der eintritt in jenes haus für sie bedeutete! der mensch hat darüber hinaus aber auch die fähigkeit, gedanklich einen abstrakten raum zu bilden. ja, gerade weil der mensch reden kann, deswegen ist schweigen eine kunst, und grade weil sein vorzug ihn so leicht versucht, ist schweigen eine große kunst.« ja, wenn nicht grade in der leichtigkeit die schwierigkeit läge. könntest du so gehorsam werden, wie die lilie und der vogel, da könntest du auch wie sie gehorsam lehren.

Schatzkiste der liebe

eine kritik des sozialen radikalismus griff plessner 1924 den von ferdinand tönnies eingeführten widerspruch zwischen gemeinschaft und gesellschaft auf und bezog stellung für eine kultur des gesellschaftlichen. und nun in der stille vor gott bei der lilie und dem vogel, wo also gar niemand da ist, wo für dich gar kein anderer umgang ist als der mit gott, ja da gilt es, entweder ihm anhangen oder ihn verachten. tugendhat sieht die anthropologie in einem gegensatz sowohl zur metaphysik als auch zur orientierung am geschichtlichen, am historisch vorgegebenen, traditionen, göttlicher offenbarung usw. sie würde gern sich aufrecht halten, um zu verbergen, was sie leidet, doch dazu hat sie nicht die kraft und nicht die gewalt über sich selbst, ihr haupt neigt sich matt und kraftlos, der vorübergehende versteht, was das bedeutet, wenn anders einer auf sie achtet – aber die lilie schweigt. seine phänomenologie des humanbereichs zählt überwältigend viele aspekte und fragestellungen auf. so könnte man meinen, es sei nötig dieses und fast alle evangelien um zu kehren, weil heuchelei und stolz und eitelkeit und weltlicher sinn die sache umkehrt. anthropologie (anthropologie = menschenkunde, von ἄνθρωπος ánthropos „der mensch“ und -logie) ist die disziplin der philosophie, die sich mit dem wesen des menschen befasst.« ach ja, gewiß ist es so; das christentum kam in die welt und lehrte demut, aber nicht alle lernten demut vom christentum; die heuchelei lernte die maske verändern und blieb dieselbe oder wurde vielmehr noch schlimmer. o, eher möchte man sagen, wenn das nichts zu freuen ist, da giebt es nichts, worüber man sich freuen kann.[19] cassirers konzept entwickelte sich systematisch aus seiner erkenntnistheorie und der zunächst als kulturphilosophie ausgelegten philosophie der symbolischen formen. seine phänomenologie des humanbereichs zählt überwältigend viele aspekte und fragestellungen auf. diemer hat einen versuch unternommen, philosophische anthropologie unter systematischen gesichtspunkten zu entwickeln, mit unterscheidungs- und bestimmungsmerkmalen, mit der abgrenzung nach oben (gott) und der abgrenzung nach unten (tierwelt). stolz fand der pharisäer eine befriedigung darin, daß er den zöllner sah; demütig sah der zöllner niemand, auch nicht diesen pharisäer; mit niedergeschlagenem, in sich gekehrtem blick war er in wahrheit vor gott. menschen sich zu einem rätsel oder problem werden, sich selbst befragen oder in frage stellen und die eigene existenz betreffende annahmen oder antworten entwickeln, berühren sie das feld der philosophischen anthropologie. moderne philosophische anthropologie im eigentlichen sinne ist in den 20er jahren des 20. es liegt in der ‚natur‘ des menschen ‚künstlichkeiten‘ hervorzubringen, die ihm dann objektiv entgegentreten und so auf ihn zurückwirken. denkst du dir die sünderin in einem späteren augenblick vom zweifel angefochten, ob ihr nun wirklich ihre vielen sünden erlassen sind, da würde sie, wenn sie es nicht wieder von ihm selbst hören könnte, ruhe finden, indem sie christus gleichsam sagen hörte: glaube es doch, du hast es ja aus meinem eigenen munde gehört. ist es nach platon für den menschen wesentlich bzw. ernst cassirer), der als kulturwesen situationen deuten und andere handlungsmöglichkeiten bereithalten muss. der stille bei lilie und vogel ist dies entweder – oder, entweder gott lieben oder – ihn hassen, entweder ihm anhangen oder – ihn verachten. unbedingten gehorsam kannst du von den lehrmeistern lernen, zu welchen deshalb das evangelium hinweist, von der lilie und dem vogel. es war ihr ja auch nicht im mindesten wichtig, ihre gleichgiltigkeit gegen alles zu zeigen, aber eins was ihr unendlich wichtig: vergebung zu finden. aber was will das sagen, was habe ich zu tun, wenn ich nach gottes reich suchen und trachten soll? doch erregt diese ihre unbedingte gleichgiltigkeit kein aufsehen, keinen lärm, denn sie ist eine gläubige und deshalb so still, so bescheiden, so demütig, so unbemerklich in ihrer unendlichen gleichgiltigkeit gegen alles, so daß sie durch ihr eintreten keine aufmerksamkeit auf sich zieht. marquard konstruiert einen gegensatz zwischen geschichtsphilosophie und philosophischer anthropologie, der er eine rein naturalistische position zuweist und diese gleichzeitig kritisiert. und was noch unendlich mehr geduld nötig macht, ist daß dort, wo gott der lehrer ist, alle kinder mehr oder weniger sich einbilden, sie wären große erwachsene menschen. und sie kommen niemals so in verlegenheit wie zuweilen ein menschlicher lehrer, der nicht immer bei sich hat, was er lehren will, sondern in seinen büchern. ist es die sorge über die sünde der welt und ihre ungöttlichkeit, die sorge darüber, daß die welt im argen liegt, die sorge darüber, wie tief die menschen gefallen sind, die sorge darüber, daß gold für tugend gilt, daß macht recht ist, daß die menge die wahrheit ist, daß nur die lüge anklang findet, daß nur das böse siegt, daß nur die selbstliebe geliebt wird, daß nur die mittelmäßigkeit gelobt, nur die klugheit geachtet, nur die halbheit gepriesen wird und nur die niederträchtigkeit vorwärts kommt: o in dieser hinsicht würdest du doch wol nicht wagen deine sorge zu vergleichen mit der sorge, welche der erlöser der welt trug; wie sollte er sich nicht ganz in deine stelle setzen können! eines ist es ja, daß nicht der feigste noch der trotzigste menschliche ungehorsam, nicht eines einzelnen noch des ganzen geschlechtes das mindeste gegen seinen willen vermag – und ein anderes ist es, daß sein wille geschieht, weil alles ihm unbedingt gehorcht, weil gar kein anderer wille da ist im himmel und auf erden als der seine; und so ist es in der natur. sie gegenwärtig ist, ist es als wäre sie abwesend, es ist, als verwandelte er sie in ein bild, in eine parabel, als sagte er: simon, ich habe dir etwas zu sagen: es war einmal ein weib, die war eine sünderin. bedenke doch, daß für dich, wenn du ein christ bist, selbst die todesgefahr so unbedeutend ist, daß es heißt: »noch heute sollst du im paradiese sein. sagst vielleicht mit dem dichter: o daß ich ein vogel wäre, wie der freie vogel, der in lustiger fahrt weit weit fortfliegt, dem himmel so nahe, zu fernen fernen fluren – während mich sorgen und widerwärtigkeiten und leiden täglich merken lassen, wie ich an die stelle gebunden und genagelt bin. die empiristen gingen grundsätzlich vom egoismus des menschen aus. „der schwerpunkt der philosophischen anthropologie ist dadurch gekennzeichnet, daß sie in 1. der mensch ist weltoffen und hat einen drang nach erfahrung, habe aber keine feste identität. das kann sie herrlich verstehen; es ist als könnte sie selbst es sagen. es ist ein geheimnis dabei, wie bei der kunst der sanftmut. er ist der einzige, von dem in wahrheit galt, daß keiner sich in seine stelle versetzen konnte – wie wahr, wenn er so geklagt hätte! – aber er kann sich ganz in deine und jedes leidenden stelle versetzen. das ist nämlich die unbedingte freude, anzubeten die allmacht, mit welcher der allmächtige gott all deine sorge leicht wie nichts trägt. solltest du streben und du solltest bedenken: ob es auch für den menschen schwerer ist, unbedingt gehorsam zu sein, so ist doch auch eine gefahr dabei, die es ihm erleichtert: die gefahr gottes langmut zu verscherzen. der mensch hat die natürlichen neigungen, sein leben zu erhalten, seine art durch nachkommen zu erhalten und eine neigung, aus vernunft das gute zu tun. der mensch entdeckte eine eigenschaft bei gott, welche lilie und vogel nicht kennen, oder gott war liebreich genug den menschen zu offenbaren, daß er diese eigenschaft hat, daß er langmütig ist. die besonderheit des geistes befähigt den menschen zur vergegenständlichung seiner welt als ganzes und seiner selbst. er entwickelte vor dem hintergrund seines ausgedehnten philosophischen werks eine umfassende sicht des menschen, fundiert durch die von ihm geprägte experimentelle physiologische psychologie und durch sein verständnis der psychologie als empirische geisteswissenschaft. wird dagegen einer, der viele jahrhunderte nach christus lebt, von dem zweifel angefochten, ob auch ihm seine sünden vergeben sind, so wird er trost finden indem er christus gleichsam sagen hört: glaube es doch, ich habe ja mein leben gelassen, um dir die vergebung deiner sünden zu erwerben; so glaube es doch, eine stärkere versicherung ist unmöglich. aber die zerstreuung ist ein zweifelhaftes und zweideutiges mittel gegen die sorge. gott ist die liebe, der mensch ist, wie man zu dem kinde sagt, ein kleiner narr, selbst wenn es sich um sein eigen wohl handelt; darum können sie nicht gut zusammen reden., die arbeit sei „die erste grundbedingung alles menschlichen lebens, und zwar in einem solchen grade, daß wir in gewissem sinn sagen müssen: sie hat den menschen selbst geschaffen. denn wie gesagt, ist gottesfurcht der weisheit anfang, so ist stille sein der gottesfurcht anfang. nein, erst wenn christus sich geopfert hat als opfer der versöhnung, erst da ist der zweifel an der vergebung der sünden so unmöglich gemacht, ja so unmöglich, wie es geschehen kann, denn dieser trost ist nur für den glauben. was ist die bestimmung des menschen, wenn sie in seine eigene hand gelegt ist? im ernst, denn das evangelium ist nicht so überspannt geistlich, daß es vogel und lilie nicht brauchen könnte, aber es ist auch nicht so irdisch, daß es auf lilie und vogel nur wehmütig oder lächelnd sehen könnte. daß ein kleiner ungehorsam nicht doch unbedingt ungehorsam ist, das kann die lilie und der vogel nicht verstehen und will es auch nicht. biologische erscheinung, als lebewesen sei der mensch ein „erblich krankes tier“, das sich „in einer sackgasse verlaufen“ hat, ein „übergang“, ein faux pas, im grunde eine bloße verlegenheit der natur. das darf das kind nicht, und es ist auch nicht wahr – das eine entspricht ganz dem anderm; grade weil das kind nicht darf sagen »ich kann nicht«, deshalb ist es auch nicht wahr, daß es nicht könnte; denn wenn man nicht anders darf, dann muß man ja können, das ist ganz gewiß – es kommt bloß darauf an, daß einem ganz gewiß ist: man darf nicht anders, dann kann man auch.« nein, keinen witz, der ungezogen die unterweisung stört, sondern lerne von der lilie und dem vogel, worüber du dich freuen sollst. die spannbreite menschlicher handlungsfelder und möglichkeiten wirft unter anderem fragen nach dem ethisch richtigen oder guten leben, nach dem sinn des lebens überhaupt, nach dem stellenwert von egoismus und altruismus, nach dem „wesen“ von männlichem und weiblichem geschlecht, nach sozialen anpassungszwängen und individuellen freien willen auf. schlug an seine brust und sprach: gott sei mir sünder gnädig. die liebesbeziehung zwischen mann und frau gilt ihm als anthropologisches radikal, das die menschen vom hordenleben der nichtmenschlichen primaten getrennt hat. und wie furcht gottes mehr ist als anfang der weisheit, selbst weisheit ist, so ist stille sein mehr als anfang der gottesfurcht, ist selbst gottesfurcht. bei dem leidenden so bei dem versuchten und angefochtenen, auch er klagt gern, daß ihn nicht verstehe, wer ihn trösten oder beraten oder warnen will, daß er sich nicht in seine lage versetzen könne. wenn wir menschen froh sein wollen, da brauchen wir so vieles dazu, da ist so vieles zu besorgen und zu beschaffen – und selbst wenn alles vorhanden wäre, würden wir gleichwol vielleicht nicht unbedingt froh. tiere haben in bezug auf ihre wahrnehmungen üblicherweise ein festes reiz – reaktionsschema. nein aber wenn du schweigen könntest, wenn du stille wärest wie der vogel, dann sollte dein leiden wol geringer werden. am ende des ersten teils seines werks ich und du fasst er das wie folgt zusammen: „und in allem ernst der wahrheit, du: ohne es kann der mensch nicht leben. kann dies stärker ausgedrückt werden als so, daß grade das gefühl der unwürdigkeit sie bestimmt? ihre freude ist der heutige tag, ist der tag heute – und daß sie gar keine sorge haben für den andern morgen, für den morgenden tag. sie verwundete ihn von hinten, wenn er sich zur zukunft wendete, und von vorn, wenn er sich zur vergangenheit wendete; sie lehrte ihn den tod wünschen und das leben fürchten und dann wieder den tod fürchten und das leben wünschen, sie tödtete ihn nicht, aber sie nahm ihm doch das leben, sie machte ihn bangen vor sich selbst wie vor einem gespenst, sie machte ihm alles, alles unendlich gleichgiltig – aber sieh, diese sorge war verzweiflung. sie folgte ihm überall, ja, sie verfolgte ihn am tage und im traume in der nacht, bei der arbeit und nach der arbeit wenn er vergebens ruhe suchte, in der einsamkeit und wenn er vergebens zerstreuung suchte in der gesellschaft anderer. den entwicklungen in der psychologie, der biologie und der evolutionstheorie bedurfte es für cassirer zur beantwortung der frage, was der mensch sei, eines neuen schlüssels. das bild thematisiert die frage nach der stellung und der bedeutung des menschen im weltganzen. dabei gilt:„der mensch kann nur mensch werden durch erziehung. der mensch kompensiert auf natürliche weise durch hohe geburtenraten nach großen seuchen. denn willst du wissen, wer am meisten leidet, nun, so laß es mich dir sagen. ist dies nun leichter zu glauben, als wenn er es gethan hat, als wenn er sich hingegeben hat? die vermeintliche freiheit des genussmenschen entpuppt sich als getriebensein vom eigenen verlangen: "ein jeder mensch, der lediglich sthetisch lebt, fhlt daher ein heimliches grauen vor dem verzweifeln. (1798/1983, a 321) kant fragt, wie nun die pragmatische menschenkunde und pädagogik fortschreiten müssen, um die sittlichen anlagen so zu entwickeln, dass sie nicht mehr im widerstreit zur natur der menschen stehen. einzubeziehen seien zudem andere philosophische disziplinen wie ontologie, ethik, naturphilosophie, erkenntnislehre und ästhetik. sobald einer zwischen dich und gott tritt, gleichviel ob du ihn für vollkommener oder für unvollkommener achtest, bekommst du einen betrügerischen maßstab, den maßstab menschlicher vergleichung. schrift von max scheler die stellung des menschen im kosmos aus dem jahr 1928, ursprünglich ein jahr zuvor als vortrag gehalten, gilt als gründungsdokument der modernen philosophischen anthropologie. wie grausam von dem evangelium, daß es zu mir sagt: du sollst so sein, während ich nur allzu tief fühle, daß ich es nicht bin und nicht sein kann. und sein ist die kraft; und deshalb hast du unbedingt zu gehorchen und unbedingt gehorsam dich in alles zu finden; denn sein ist die macht. die waage des guten und des bösen, des falschen und wahren hängt an ihm; er kann forschen, er soll wählen. möchte jemand sagen, ja sie hatte es leicht die vergebung ihrer sünde zu glauben, sie hörte es ja aus christi eigenem munde. draußen bei der lilie und dem vogel da ist allzeit freude. diese deutschsprachige philosophische anthropologie wurde mit den impliziten und expliziten philosophischen anthropologien in den klassischen pragmatismen (ch. er sieht nieder und sieht sein elend, und die vorstellung von gottes heiligkeit drückt sein auge nieder, schwerer als der schlaf auf die augenlider des erschöpften drückt, schwerer als der schlaf des todes das auge nieder drückt; wie der erschöpfte, ja wie der sterbende so vermag er das auge nicht zu erheben. indem der mensch in der lage ist, aussagen mit sinngehalt zu machen, also etwa propositionale sätze zu formulieren, unterscheidet er sich vom tier. vielleicht scheint dir die rede zu hart, daß es heißt gott verachten, wenn man sich nicht unbedingt und in allem zu ihm hält; aber daß es verachtung gottes ist, wenn man seine langmut eitel nimmt, das ist doch keine zu harte rede. und zeit als organische sphäre hat der mensch mit dem tier gemeinsam. hierzu muss in der nachfolge kants erst die menschliche grundsituation analysiert werden. setzte sich und er kann sich ganz versetzen in deine lage, du leidender, wer du auch bist. der pharisäer ging heim mit der neuen, der im strengsten sinn himmelschreienden sünde, mit einer sünde mehr zu all den früheren, die er behalten hat: der zöllner ging gerechtfertigt in sein haus. sie ist von kierkegaard nicht beichtrede genannt, trägt auch nicht das gepräge einer solchen – doch schien sie geeigneter diese kleine sammlung abzurunden. der sünderin war alles gleichgiltig geworden; alles zeitliche, irdische, weltliche, ehre, gute tage, ihre zukunft, die verwandten, die freunde, das urteil der menschen; und alle sorgen, wie sie auch heißen mögen, die hat sie leicht getragen fast wie nichts, denn sie beschäftigte in bekümmerung nur eins unbedingt: ihre sünde. denn wenn du mit einem menschen allein bist, bist du ihm am nächsten, wenn noch andere da sind, bist du ihm ferner, aber gott scheinst du näher zu sein, wenn noch mehrere da sind, und erst wenn du buchstäblich allein mit ihm bist, entdeckst du, wie ferne du stehst. und grade weil dieses schweigen ehrfurcht vor gott ist und anbetung ist, soweit solche in der natur sein kann, deshalb ist dies schweigen so feierlich. o, für einen leidenden sieht es wol zuweilen so treulos aus, daß sich das mitleid etwas zurück hält: aber hier, hier wagt sich das mitleid voraus in das unendlich größere leiden. ein mensch in der pose christi, des erlösers, eines gottes. das wort »werfen« klingt, als gelte es kraftanstrengung, als sollte man mit macht die sorge von sich werfen; und doch kommt es nicht auf »macht« an. denn wenn nur zwei zusammenreden, noch mehr wenn wir zehn oder mehr sind, wird so leicht vergessen, daß du und ich, wir zwei oder wir zehn vor gott sind. dies kleine buch nur zu sein wünscht was es ist, ein ueberfluß, und nur begehrt im verborgenen zu bleiben gleichwie es in der stille entstand, habe ich doch nicht abschied von ihm genommen ohne eine fast abenteuerliche hoffnung. es ist zwar die sprache, die den menschen vor den tieren auszeichnet und wenn man will noch viel mehr vor der lilie. und wirft man sie nicht unbedingt auf gott, sondern anderswohin, so wird man sie nicht los; sie kommt auf die eine oder andre art wieder, und meist noch bitterer und größer. und das ist ja ganz in seiner ordnung; denn gott der allmächtige trägt unendlich leicht die sorge der ganzen welt – und die sorge der lilie und des vogels dazu. daher kann man auch dieses wort umschreiben, indem man sagt: du sollst beginnen mit beten – weil das gebet, wenn es innerlich wird, schweigen schafft. alle seine sorge so auf einmal fassen können und dann so geschickt von sich werfen und so sicher das ziel treffen! wenn bloß die gefahr und der schreck wirklich ist, so ist der schrei immer aufrichtig, doch dabei, gott sei gelobt, auch nicht vergebens. mit anderen worten: der mensch als wesen, „das gott sucht“, als „gottsuchender“ bzw. es giebt also zwei mächte: gott und die welt, das gute und das böse; und der grund, weshalb der mensch nur einem herren dienen kann, ist wol der, daß diese beiden mächte, wenn auch die eine unendlich stärker ist, doch mit einander im streit um leben und tod stehen. über den neuplatonismus der patristik gelangt dieses menschenbild in das christentum und beeinflusst damit stark die auffassungen des abendlandes. seine sünde brachte den zwiespalt in eine welt von einigkeit; und bedenke, daß jede sünde ungehorsam ist, und jeder ungehorsam sünde. er strebte eine empirisch fundierte philosophie an, mit dem anspruch, die wissenschaftsorganisatorische teilung in natur- und geisteswissenschaften aufzuheben und die verschiedenen ausdifferenzierten betrachtungsweisen zu einer gesamttheorie des menschen zusammenzuführen. und das christentum ist keine lehre, bei der es gleichgiltig ist, wer sie verkündigt hat; es liegt grade der nachdruck darauf, wer der verkündiger ist und wie wahr sein leben die lehre ausdrückt. die vorstellung martin bubers vom menschlichen dasein, sein personenbegriff, ergibt sich aus dem verhältnis zum anderen eben durch beziehung. er an den vogel und die lilie denkt, so möchte er weinen; ach daß ich wäre wie der vogel, von dem ich als kind im bilderbuch las, ach daß ich wäre wie die blume, die in meiner mutter garten stand! die existenz des menschen ist bestimmt durch die sich jeweils gegenseitig bedingenden situativität, selbstreflexivität und sprachlichkeit. kritische soziologische umgestaltung der gehlenschen mängelwesenthese ist dieter claessens’ studie das konkrete und das abstrakte von 1980 bedeutsam geworden. ist im himmel, der mensch ist auf erden; darum können sie nicht gut zusammen reden.

Berufe in der hotelbranche

der leib und die triebe sind nachrangig und werden vom geist gelenkt. und so ernst ist das evangelium, daß auch der unwiderstehlichste einfall des dichters es nicht zum lächeln bringt. da die dritte rede der ersten abteilung an der sorge über die sünde vorübergeht als an zu schwerem, mag die abschließende rede grade von dieser sorge sprechen. anthropologische annahmen werden nicht als sozialtheoretisches fundament begriffen, sondern zum gegenstand der beobachtung gemacht. ja, da sie nichts sagt, ist es in gewissem sinn unmöglich; und für sie fließt es ja in eins zusammen, das salben seiner füße, das zur festlichkeit gehört, und das weinen, das zu ganz anderem gehört. „je mehr das wissen über historisch-kulturelle zusammenhänge zunimmt, desto stärker wächst auch das nichtwissen.↑ johann gottfried herder: ideen zur philosophie der geschichte der menschheit. der grenze zwischen philosophischer anthropologie und kulturphilosophie stehen ernst cassirers studien über mensch und kultur. und deshalb giebt es nur einen, welcher ganz genau die größe jeder versuchung kennt, und sich ganz in die lage jedes versuchten setzen kann: er, der versucht wurde allenthalben gleichwie wir, aber auch in jeder versuchung bestand.ährend johann friedrich blumenbach (1752–1840) die naturwissenschaftliche anthropologie begründete, gilt immanuel kant als der urvater der philosophischen anthropologie mit der erstmals 1772 gehaltenen vorlesung über „verschiedene racen des menschen“. wahrlich das böse hat bereits einen und einen sehr bedenklichen sieg gewonnen, wenn es die einfalt dahin bringt, daß sie klug sein will – um sich zu sichern. ich habe gesehen, und du vielleicht auch – den, der unbedingt nur über eins sorgte und über seine sünde. erst aufgrund des symbolischen denkens kann der mensch die abstrakte bedeutung von beziehungen verstehen. aber in anderm sinne behält der leidende unrecht, wenn er daraus folgern will, daß es also keinen trost für leidende gebe; denn es kann ja auch gefolgert werden, daß jeder den trost in sich selbst, das ist bei gott suchen und finden soll. wenn das evangelium gleich sagte: du sollst einzig und alleine gottes reich suchen, so würde die forderung dem menschen zu schwer erscheinen, er würde halb mißmutig, halb angst und bange sich zurück ziehen. daß es etwas andres oder jemand andres geben sollte, dem man zugleich neben gott dienen könnte, das kann und will die lilie und der vogel nicht verstehen. da des menschen sohn eines tages zu tische saß im hause eines pharisäers, kam auch sie hinein. beziehung ist bei ihm existentiell zur erkenntnis des wahrhaftigen dasein der eigenen person. nicht einer bestimmten kultur komme also ein vorrangstellung zu, sondern der schöpferkraft des menschen, aus der „eine unendliche vielzahl sich gegenseitig relativierender kulturen“ hervorgehen könne.« nein, kein mensch könnte es aushalten, das kann nur der langmütige gott, deshalb nennt er sich den gott der langmut. nein, hier ist die grenze, wo alles sich umwendet: es giebt nur einen, der in wahrheit sich ganz in die lage jedes versuchten setzen kann – und er kann es grade, weil er allein in jeder versuchung bestand. für eine lilie ist es eigentlich keine kunst lieblich zu sein, aber in solcher umgebung unverändert zu bleiben, sich selbst gleich zu bleiben, der macht der ganzen umgebung zu spotten, nein, nicht zu spotten, das thut die lilie nicht, aber ganz unbekümmert zu sein in all ihrer lieblichkeit! es giebt eben eins, das ist ganz allgemein, du kannst es finden bei allen und bei jedem, bei dir selbst, wie ich es bei mir selbst finde: sünde und sünden; und es giebt eins, das ist sehr selten: die wahre sorge über seine sünden, weshalb es wol nötig wäre, daß jeden sonntag in der kirche gebetet würde »daß wir lernen möchten um unsre sünden zu sorgen«. und ob du auch in der welt das erstaunlichste ausführen wolltest: du sollst lilie und vogel als deine lehrmeister anerkennen und vor gott dir selbst nicht wichtiger werden als die lilie und der vogel. die dokumentation der debatte um plessners schrift: wolfgang eßbach, joachim fischer, helmuth lethen (hrsg. denn auch von diesem zöllner gilt ja doch, was die schrift von allen zöllnern und sündern sagt, daß sie sich nahe zu christus hielten: grade dadurch daß er von ferne stand, hielt er sich nahe zu ihm, während der pharisäer in vermessener zudringlichkeit weit, weit entfernt stand. wenn die strafende gerechtigkeit hier in der welt oder jenseits im gericht die stelle sucht, wo ich sünder mit meinen vielen sünden stehe, – da trifft sie nicht mich; ich stehe nicht mehr an der stelle; ich habe sie verlassen; es steht ein anderer an meiner stelle, ein anderer der sich ganz in meine stelle setzt; ich stehe gerettet an der seite dieses andern, an der seite meines versöhners, der sich ganz in meine stelle setzte! alle diese erkenntnisse sollen jedoch durch die philosophie geordnet und geleitet werden. es giebt ja doch einen, der sich ganz in deine und jedes leidenden stelle versetzen kann: der herr jesus christus.« daß du in stille sein deinen willen, deinen eigensinn vergessen möchtest, um still vor gott zu beten: »dein wille geschehe!, mein freund, streite nicht einen unnützen streit, der nur dir selbst und andern das leben verbittert: es giebt doch einen, der sich ganz in deine lage setzen kann, den herrn jesus christus, der »weil er gelitten hat und versucht ist, kann helfen denen, die versucht werden« (ebr. zuhörer, ob du selbst gelitten hast, oder ob du leidende kennen lerntest, vielleicht in der schönen absicht, zu trösten: du hast sie wol oft vernommen diese allgemeine klage der leidenden »du verstehst mich nicht, ach, du verstehst mich nicht; du setzest dich nicht in meine lage, wärst du in meiner lage, oder könntest du dich ganz in meine lage versetzen und also mich ganz verstehen, da würdest du anders sprechen. o daß ich ein vogel wäre, frei wie der vogel, frei von allen rücksichten wie der kleine singvogel, der demütig singt, ob auch niemand auf ihn hört, oder der stolz singt, ob auch niemand auf ihn hört! durch die unterscheidung der dinge mit hilfe seiner sinne kann er sie bezeichnen. haeffner sieht einzelwissenschaftliche und philosophische forschung zum menschen aufeinander verwiesen: „beide weisen des fragens wachsen ja gleichzeitig auf dem boden der schlichten lebenserfahrung und der dabei entstandenen alltags-weisheit.« so denkt die lilie, und daß es ist wie sie denkt, daß es wirklich gottes wille ist, kann man ihr ansehen, denn sie ist lieblich – auch salomo in all seiner herrlichkeit war nicht so gekleidet. aber selbst wenn dir kein mensch so helfen könnte: es giebt doch einen, der sich ganz in deine lage setzen kann, er der versucht wurde allenthalben gleichwie wir, aber die versuchung bestand. sagst vielleicht mit dem dichter: o daß ich ein vogel wäre, wie der freie vogel, der in lustiger fahrt weit weit fortfliegt, dem himmel so nahe, zu fernen fernen fluren – während mich sorgen und widerwärtigkeiten und leiden täglich merken lassen, wie ich an die stelle gebunden und genagelt bin. „der mensch wird am du zum ich“ erst wenn das eine individuum die existenz eines anderen individuums anerkennt und mit ihm in beziehung tritt, begreift es sich als wahres selbst.“[30] so ließe sich mit kant sagen, dass die anthropologisch relevante empirische forschung ohne philosophische klärungs- und syntheseversuche gewissermaßen blind bliebe, während die philosophischen bemühungen weitgehend „leer“ blieben, wenn sie über das eigene feld nicht hinausgelangten.« sieh, dieser tag, der tag der ewigkeit nimmt ja nie ein ende. ethik muss daher immer im horizont der philosophischen anthropologie stehen, sie ist bestandteil der lebenswelt. tugendhat knüpft wieder an kant an und begründet aus heutiger sicht, weshalb die anthropologie im zentrum der philosophie steht. die lösung dieses problems sucht der mensch in der transzendenz der religion. mit ihrem unbedingten stillesein und unbedingten gehorsam werfen sie alle ihre sorge von sich, wie man fortwirft, was man verabscheut, und mit voller sicherheit, ohne jemals zu fehlen, werfen sie ihre sorge auf gott. das christentum kam in die welt und lehrte, daß du nicht stolz und eitel den obersten platz bei einem gastmahl suchen, sondern dich unten hin setzen sollst – und bald saß stolz und eitelkeit zu unterst am tisch; dieselbe eitelkeit, o nein eine noch schlimmere. zuerst gottes reich, das ist, werde wie die lilie und der vogel, werde ganz stille vor gott: so wird euch solches alles zufallen. o, für einen leidenden sieht es wol zuweilen so treulos aus, daß sich das mitleid etwas zurück hält: aber hier, hier wagt sich das mitleid voraus in das unendlich größere leiden. es war wol gar nicht gottes wille, daß der eine mensch vollständigen trost bei dem andern finden sollte; es ist im gegenteil gottes wohlgefälliger wille, daß jeder mensch trost bei ihm suchen soll, daß wenn die trostgründe, welche andere bieten, ihm geschmacklos werden, daß er dann zu gott sich wendet, gehorsam dem wort der schrift: habt salz in euch selbst, und haltet frieden mit einander. nach dem zweideutigen späht satan scharfsichtig als nach seiner beute – aber bei der lilie und dem vogel ist es nie zu finden; auf das zweideutige lauert die versuchung als auf ihre sichre beute, aber bei vogel und lilie findet es sich nicht. anthropologische annahmen werden nicht als sozialtheoretisches fundament begriffen, sondern zum gegenstand der beobachtung gemacht. und doch haben sie ja auch sorge, wie die ganze natur sorge hat. doch laß uns nicht die festlichkeit vergessen, welche sie auch nicht vergaß, grade weil sie verstand, daß sie selbst gar nichts zu thun vermag, um vergebung zu finden. wendet sich vor allem gegen den materialismus, der oft mit der evolutionstheorie verbunden wird. ihr phänomenspektrum bestehe systematisch betrachtet zwischen dem ungespielten lachen und weinen als den verhaltensgrenzen personaler lebewesen. welche freude, wenn der vogel sich bei der lilie versteckt, wo er sein nest hat, und wo es so unbeschreiblich heimlich ist, während er zum zeitvertreibe mit der lilie scherzt und spielt. wohl ihm, seine gleichgiltigkeit gegen alles andere ist wie die tödtliche krankheit des lazarus, die doch durchaus nicht zum tode war, sondern grade zum leben, weil das leben in dem einen ist, welches ihm unbedingt wichtig ist, nämlich in der vergebung. nicht gott ist, so dekretiert scheler gegen die wissenschaftliche, auf ludwig feuerbach zurückgehende religionskritik, eine anthromorphe erfindung, sondern umgekehrt: der mensch ist theomorph. daher zeigte sich auch, daß wenn christus das christentum verkündigt und als vorbild dasteht, so kann es kein mensch ganz mit ihm aushalten, sie fallen ab, selbst die apostel. deshalb, wer du auch bist, verstumme nicht in verzweiflung, als wäre die versuchung übermenschlich und für niemand verständlich, male auch nicht ungeduldig die größe deiner versuchung aus, als könnte auch er sich nicht ganz in deine stelle setzen. beide sind folglich nur in einem gewissen maß zu trennen; sie sind teil eines einzigen, nie abzuschließenden wissensprojekts. wirf alle deine sorge fort, ganz unbedingt, so wirst du auch ganz froh wie die lilie und der vogel. einer erobert städte und gilt für groß, aber größer ist, wer sich selbst überwindet; einer setzt alles in bewegung um doch selbst etwas zu thun und erregt aufsehen, aber wahrlich, größer ist vor gott, wenn es sich um vergebung der sünde handelt, wer ganz stille bleiben kann, um gottesfürchtig gott alles thun zu lassen, indem er versteht, daß er in dieser hinsicht selbst gar nichts zu thun vermag, da alles, alles, was der mensch zu thun vermag, und wäre es das herrlichste und erstaunlichste, in dieser hinsicht unendlich nichts ist. daß unendliche genugthuung geleistet ist, daß dem zweifelnden, dem verzagenden das höchste unterpfand geboten wird – unmöglich ist etwas zuverlässigeres zu denken!é girard entwirft im rahmen seiner mimetischen theorie eine wissenschaft des menschen, die die gesamte entwicklung der menschlichen kultur – von der menschwerdung und der entstehung von religion und institutionen bis hin zu den gesellschaftlichen organisationsformen der gegenwart – auf der grundlage der mechanismen, die die eindämmung der gewalt erlauben, erklärt.: entweder – oder; entweder gott, und zwar wie das evangelium es erklärt, entweder gott lieben oder ihn hassen. auch du bist ja der notwendigkeit unterworfen; gottes wille geschieht ja doch gleichwol, so siehe zu, daß du aus der notwendigkeit eine tugend machst, indem du dich unbedingt gehorsam in gottes willen findest, so unbedingt gehorsam, daß du mit wahrheit dabei sagen kannst: ich kann nicht anders. die psychologie ist zwar „nur“ empirische wissenschaft und kann grundsätzlich nicht zu eindeutigen, sicheren, mathematisch formulierten gesetzmäßigkeiten nach dem vorbild der exakten naturwissenschaften gelangen.« draußen spricht es: »betrachte die lilie und den vogel, versenke dich darein, bewegt dich ihr anblick nicht? nur durch unbedingten gehorsam kann man ganz genau die »stelle« finden, wo man stehen soll; und wenn man sie so genau trifft, so versteht man, wie völlig gleichgiltig es ist, ob die stelle auch ein kehrichthaufen wäre.ächst kannst du von der sünderin lernen, was sie verstand, daß sie selbst gar nichts zu thun vermag, um vergebung zu finden. daß unendliche genugthuung geleistet ist, daß dem zweifelnden, dem verzagenden das höchste unterpfand geboten wird – unmöglich ist etwas zuverlässigeres zu denken! nannte die trennung zwischen glaube und vernunft ein "drama", zu dessen folgen unter anderem "ein wachsender argwohn gegenber der vernunft"2 gehre. und doch haben sie ja auch sorge, wie die ganze natur sorge hat. es giebt eins, das ist ganz allgemein, es findet sich bei allen und bei jedem, bei dir wie ich es bei mir selbst finde: sünde und sünden; und es giebt eins, das ist seltener: sorge über seine sünde. die kompensationsidee, die sich sowohl bei plessner als auch bei gehlen findet, hat sich in weiten bereichen der pädagogik und der soziologie platziert. doch nicht ohne grauen betrachtet ihn der unbedingt gehorsame; dieser blick der aussieht, als könnte er erde und meer und die geheimsten falten des herzens durchdringen, und das kann er auch – aber mit diesem blick ist er doch blind! du forderst, daß der mitleidende sich soll ganz in deine lage setzen, und er, das mitleid selbst, setzt sich nicht blos in deine lage, er leidet unendlich mehr als du! denn der augenblick schickt keinen boten voraus, der seine ankunft meldet, er kommt auch nicht mit lärm oder geschrei sondern mit dem leichten schritt des plötzlichen; darum muß man ganz still sein, wenn man sein nahen merken soll. somit hielt man es mehrheitlich für widerlegt, dass der mensch das ergebnis eines besonderen göttlichen schöpfungsaktes ist. hätte die mutter das kind gleich zurechtgewiesen und gesagt: »das ist sogar mehr als genug,« so hätte sie zwar nicht unrecht gehabt, aber sie hätte kein beispiel der erziehenden weisheit gegeben, wie sie nun that., gewollt oder ungewollt, in einer reihe mit solchen, die an den errungenschaften der moderne festhalten. der bedürftigkeit und ethik bei wilhelm kamlah[bearbeiten | quelltext bearbeiten]. denn glaube nicht, daß es doch bei dem vogel nur falscher schein sei, wenn er still leidet: glaube nicht daß er wol gegen andere schweige, aber in seinem innern nicht schweige, sondern über sein schicksal klage, gott und die menschen anklage und »das herz in sorge sündigen lasse«. sie hat sich zu jesu füßen gesetzt; da sitzt sie weinend. schon dies ist ja ernst, was du draußen bei lilie und vogel vernimmst, daß du vor gott bist – was so oft im gespräch mit andern menschen ganz vergessen wird. dort erwartete sie die kalte vornehmheit der pharisäer oder ihr grausamer spott – ja die stelle war ja wie eine uneinnehmbare festung, grade so befestigt, daß ihr eindringen unmöglich war, wenn ihr nicht alles andere wäre gleichgiltig gewesen. der mythos von sisyphus ist von albert camus noch im 20. insofern ist diese annäherung an den menschen von der natur her abzulehnen. – wenn den vogel die härte des lebens trifft, wenn ihm widerwärtigkeit und unglück begegnet, wenn ihm immer wieder sein nest zerstört wird – der gehorsame vogel beginnt jeden tag von neuem seine arbeit mit derselben lust und sorgfalt wie das erste mal; einfältig mit hülfe des unbedingten gehorsams versteht er, daß dies seine arbeit ist, daß er das seine zu tun hat. doch wäre ihr der gedanke gekommen, daß die thränen aussehen könnten, als wollten sie etwas bedeuten, so hätte sie wol auch die thränen zurückhalten können. von descartes angestoßene bewusstseinsphilosophie fand unterschiedliche antworten bei den empiristen und bei den rationalisten. die philosophische anthropologie als grunddisziplin der philosophie befasst sich mit diesem kernbereich des menschlichen, dem verstehen, und fragt nach der struktur dieses verstehens. mit anderen worten: der mensch als wesen, „das gott sucht“, als „gottsuchender“ bzw. wesensbestimmend, dass er dank seiner unsterblichen seele nicht nach den irdischen gütern, sondern nach dem einen, dem göttlichen strebt oder mindestens streben sollte. wenn er sagt: ich will es thun – oder wenn er es gethan hat? doch wahr kann es ja auch nicht bei einem menschen sein, daß keiner sich in seine lage setzen könne; denn grade er, jesus christus, in dessen stelle sich keiner, weder ganz noch teilweise, versetzen kann, grade er kann sich ganz in deine stelle setzen. dort allein vor gottes heiligkeit lernst du, daß es dir nichts hilft, andere zu hilfe zu rufen, weil dort, wo du der einzelne bist, buchstäblich kein anderer ist als du, weil es das unmöglichste von allem ist, daß dorthin ein anderer als du kommt, denn mit gottes heiligkeit hast du es allein zu thun – aber dann, wie die not das gebet erfunden hat, so erfindet dann der schreck diesen schrei »gott sei mir sünder gnädig«. doch wahr kann es ja auch nicht bei einem menschen sein, daß keiner sich in seine lage setzen könne; denn grade er, jesus christus, in dessen stelle sich keiner, weder ganz noch teilweise, versetzen kann, grade er kann sich ganz in deine stelle setzen. aber die lilie denkt anders, sie denkt so: »ich habe nicht selbst meine stelle und mein schicksal bestimmen können, dies ist also nicht im entferntesten meine sache; daß ich hier stehe ist gottes wille. und du fühlst auch, daß du viel froher als der vogel sein müßtest und könntest, so oft du jenes gebet betest und du näherst dich auch dieser freude, so oft du innerlich das freudenvolle wort sprichst: »dein ist das reich und die kraft und die herrlichkeit – in ewigkeit. dabei ist der mensch kein einzelwesen, sondern immer auf den anderen angewiesen. für michael landmann entspringt die philosophische anthropologie „der notwendigkeit desjenigen wesens, das sich selbst schaffen muß und daher eines bildes bedarf, auf das hin es sich schaffen soll. und deshalb versteht wol auch ein mensch so selten wenn der augenblick da ist, und versteht ihn so selten recht zu benutzen, weil er nicht schweigen kann. dies führte zu rené descartes’ dualismus: der mensch ist körperlich (res extensa) und verfügt zugleich über eine seele (res cogitans). das erste besteht in der natürlichen künstlichkeit, d. sobald einer zwischen dich und gott tritt, gleichviel ob du ihn für vollkommener oder für unvollkommener achtest, bekommst du einen betrügerischen maßstab, den maßstab menschlicher vergleichung. und du vernimmst, daß dies gebot dich angeht, daß du gott so lieben sollst, daß du gemeint bist; denn du bist ja allein in dem feierlichen schweigen, so kann auch kein zweifel aufkommen. eines ist es ja, daß nicht der feigste noch der trotzigste menschliche ungehorsam, nicht eines einzelnen noch des ganzen geschlechtes das mindeste gegen seinen willen vermag – und ein anderes ist es, daß sein wille geschieht, weil alles ihm unbedingt gehorcht, weil gar kein anderer wille da ist im himmel und auf erden als der seine; und so ist es in der natur. dort allein vor gottes heiligkeit lernst du, daß es dir nichts hilft, andere zu hilfe zu rufen, weil dort, wo du der einzelne bist, buchstäblich kein anderer ist als du, weil es das unmöglichste von allem ist, daß dorthin ein anderer als du kommt, denn mit gottes heiligkeit hast du es allein zu thun – aber dann, wie die not das gebet erfunden hat, so erfindet dann der schreck diesen schrei »gott sei mir sünder gnädig«. der leib und die triebe sind nachrangig und werden vom geist gelenkt. jahrhunderts entstandene philosophische anthropologie[2] eine vergleichsweise junge disziplin; gegenstand und fragestellungen, mit denen sie sich befasst, wurden aber auf unterschiedliche weise großteils bereits in früheren abschnitten der menschheitsgeschichte reflektiert. du kannst auch dein unterliegen nicht damit entschuldigen, daß du immer übertriebener die größe der versuchung schilderst; denn alles, was du sagst, ist ja unwahrheit, da du die wahrheit erst erfährst, wenn du die versuchung bestehst. wenn du kannst unbedingt gehorsam werden, wie die lilie und der vogel, dann bist du geworden, wovon sie nur ein bild sind. was sollte da für heuchelei sein in dem ruf: gott sei mir sünder gnädig! der leidet unbedingt am meisten, von dem in wahrheit gilt, daß er gar keinen anderen trost hat als den: andere zu trösten; denn das ist doch und zwar allein der wahre ausdruck dafür, daß sich in wahrheit keiner in seine lage versetzen kann. grade darin lag der stolz des pharisäers, daß er die andern menschen brauchte um seinen abstand von ihnen zu messen, daß er den gedanken an sie vor gott nicht wollte fahren lassen, um dann stolz für sich zu stehen – im gegensatz zu den andern menschen. in transdisziplinärer forschung hingegen führten die vielschichtigkeit der fragestellungen und methodenansätze zu einer komplexitätssteigerung, die durch die einbeziehung kulturspezifisch unterschiedlicher sichtweisen im transnationalen rahmen noch gesteigert würde.« dieses ist nämlich die bedingung um wahres mitleid haben zu können – denn das mitleid des unerfahrenen und unversuchten ist mißverständnis, ein für den leidenden meist beschwerliches und verwundendes mißverständnis. scheler schrieb: „wer sehe nicht, daß hinter der scheinbar so harmlosen gleichheitsforderung stets und immer, um welche gleichheit es sich auch handle – nur der wunsch auf die erniedrigung der höherstehenden, mehrwertbesitzenden auf das niveau der niedrigstehenden verbirgt.

Heiraten in der moschee

« dieses ist nämlich die bedingung um wahres mitleid haben zu können – denn das mitleid des unerfahrenen und unversuchten ist mißverständnis, ein für den leidenden meist beschwerliches und verwundendes mißverständnis. »von der kanzel soll wesentlich christi leben verkündigt werden, aber bei dem altare sein tod« – so thut ja auch diese rede; sie redet von christi tod zu denen, die ihre schuld sahen, da sie auf sein leben achteten - oder da sie auf lilie und vogel achteten, die doch nur sinnbildlich einen teil von dem ausdrücken, was sein leben predigt. sieh hier bist du zur höchsten höhe des leidens gekommen, aber auch zur grenze des leidens, wo alles sich umkehrt; denn er, grade er ist »der tröster«. die physik wurde zur methode der erklärung der welt (johannes kepler, galileo galilei). einem weibe lernst du daher auch das außerordentliche demütig glauben, demütig glauben wie maria, die sagte »siehe ich bin des herrn magd« – sie sagte es, aber sieh', dies sagen ist recht eigentlich schweigen. das zwischenmenschliche, die beziehung zum anderen lassen uns mensch sein. zusammen mit seinem zeitgenossen hans christian andersen (1805-1875) ist er der wohl bekannteste autor dnischer sprache. aber es giebt etwas, das können alle schlingen der versuchung und alle list des teufels nicht fangen, und das ist die einfalt. nur durch differenzierte ausbildung von ich und du und damit die rückbindung der werke des menschen an die in ihnen verkörperten prozesse der individuation und der sozialisation können menschen ihres menschseins innewerden. denn wenn du mit einem menschen allein bist, bist du ihm am nächsten, wenn noch andere da sind, bist du ihm ferner, aber gott scheinst du näher zu sein, wenn noch mehrere da sind, und erst wenn du buchstäblich allein mit ihm bist, entdeckst du, wie ferne du stehst. das dritte betrifft den utopischen standort, den der mensch einnimmt, wenn er mit der frage nach dem sein, der kontingenten welt konfrontiert wird. andererseits hatte bereits carl gustav carus in herausragender weise kants anthropologie gewürdigt, und in der folgezeit erschienen einige bücher, die kants programm nahestanden, unter anderem von gottlob ernst schulze und jakob friedrich fries über psychische anthropologie. sie bewegen sich gleichsam auf der ebene der emotionalen sprache ohne syntaktische oder logische strukturen. sie zögert nicht in jenes haus zu gehen, wo sie den erlöser und die erlösung finden wollte, sie wartete nicht, bis sie sich würdig fühlte. und sein ist die kraft; und deshalb hast du unbedingt zu gehorchen und unbedingt gehorsam dich in alles zu finden; denn sein ist die macht. auf diese seiteänderungen an verlinkten seitenspezialseitenpermanenter linkseiten­informationenwikidata-datenobjektartikel zitieren. ich habe – und du wol auch – den schwermütigen gesehen und wie er alles fremd und gleichgiltig betrachtet; alles ist ihm zu leicht, weil sein sinn so schwer ist; aber sorge über seine sünde ist das nicht. der gebrauch von zeichen und symbolen ermöglicht solche transzendierungsleistungen und die verfügung über „signifikante symbole“ (symbole, deren bedeutungen mit anderen geteilt werden), heißt gleichzeitig „geist“ zu haben (g. denke nun an die zahllose anzahl der menschen, welche leben. spaemann sieht das wesen des menschen im nachvollzug von kant in der verbindung des natürlichen und des vernünftigen:Vernunft heißt versöhnung mit dem was vor ihr ist: der natur. so kommt dann der augenblick, und die stille lilie versteht, daß nun der augenblick da ist, und sie benutzt ihn. zuhörer, einen solchen hohenpriester haben wir: wer du auch bist und wie du auch leidest, er kann sich ganz in deine stelle setzen; wer du auch bist und wie du auch versucht wirst, er kann sich ganz in deine stelle setzen; wer du auch bist, o sünder, wie wir es alle sind, er setzt sich ganz in deine stelle. auch das sozialverhalten erfolgt nach dem prinzip, dass näherliegendes vorgezogen wird. gehlen bestimmt den menschen, unter hinzuziehung der arbeiten herders und nietzsches, als „sonderentwurf“ der natur, als ein einzigartiges „mängelwesen“. nachfolgend geschilderten ansätze stehen als beispiele für aktuelle diskussionen. und so ist es; beten heißt nicht sich selbst reden hören, beten heißt stille werden und stille sein und harren bis der betende gott hört. aber es ist nicht so leicht allzeit fröhlich zu sein. vorläufer für diesen ansatz findet man hinsichtlich des symbols in der identitäts­theorie mit dem schlüsselbegriff eines signifikanten symbols von george herbert mead und in der theorie der kulturellen symbolisierung von alfred north whitehead, die beide bei cassirer allerdings nicht zitiert werden, der sich vielmehr auf hermann von helmholtz und heinrich hertz bezieht. in der menschenwelt geschieht ja auch nichts, nicht das mindeste ohne seinen willen, weil gott der allmächtige ist, aber in der natur ist alles unbedingter gehorsam. denkst du dir die sünderin in einem späteren augenblick vom zweifel angefochten, ob ihr nun wirklich ihre vielen sünden erlassen sind, da würde sie, wenn sie es nicht wieder von ihm selbst hören könnte, ruhe finden, indem sie christus gleichsam sagen hörte: glaube es doch, du hast es ja aus meinem eigenen munde gehört. dies ist der ansatz von wilhelm kamlah, der alle handlungen des menschen in abhängigkeit von seinen bedürfnissen und widerfahrnissen betrachtete. kann zwei herren dienen, er muß entweder den einen lieben und den anderen hassen, oder dem einen anhangen, und den andern verachten.« nein, keinen witz, der ungezogen die unterweisung stört, sondern lerne von der lilie und dem vogel, worüber du dich freuen sollst. vielleicht wird das kind so mißmutig, daß es gar nicht anfangen will zu essen »weil das bischen doch nichts hilft. im grunde könnte man aber alles dieses zur anthropologie rechnen, weil sich die drei ersten fragen auf die letzte beziehen. aber es ist ja eine unmöglichkeit so zu werden, und deßhalb ist das verlangen gerade so innerlich, so wehmütig und doch so brennend in mir. doch wäre ihr der gedanke gekommen, daß die thränen aussehen könnten, als wollten sie etwas bedeuten, so hätte sie wol auch die thränen zurückhalten können. jahrhundert breit geführten debatte darüber dar, wie eine allgemeine "wissenschaft vom menschen" methodisch und theoretisch zu entwickeln sei, was ihre ziele seien und was ihr ort in der gesamtheit der wissenschaften. der mensch hat die natürlichen neigungen, sein leben zu erhalten, seine art durch nachkommen zu erhalten und eine neigung, aus vernunft das gute zu tun. noch weniger darfst du dir selbst wichtig werden und gegenüber der einfalt des vogels und der lilie witzig sein wollen und sagen: »die lilie und der vogel kann es leicht, sie haben sich nicht einmal mit dem morgenden tage zu plagen, aber der mensch hat ja nicht bloß sorge für den andern morgen, was er essen soll, sondern auch für das, was er gegessen – und nicht bezahlt hat! vogel und lilie sind unbedingt gehorsam, darum ist bei ihnen keine halbheit, nichts zweideutiges, und darum können sie nicht in versuchung geführt werden. kierkegaard hat nicht nur den titelhelden aus mozarts oper im blick, sondern auch die besucher des theaters. sich seiner schuld und seiner vergehen bewußt, war er wol weniger versucht, an andre menschen zu denken, da er sie ja für besser achten mußte als sich selbst., und doch, auch in dieser hinsicht, wenn auch in ganz andrer weise setzte er sich ganz in deine stelle.« wenn dann dich die feierliche stille draußen bei lilie und vogel tief bewegt, da erklärt das evangelium weiter und sagt: »aber warum ist denn dies schweigen so feierlich? zum umfeld der philosophischen anthropologie gehören die sogenannten humanwissenschaften, zu denen insbesondere die biologie, die primatologie, die neurowissenschaften, die psychologie, die sprachwissenschaften, die ethnologie, die paläontologie, die soziologie und auch die geschichtswissenschaften sowie eine vielzahl von variationen aus diesen fächern wie die soziobiologie oder die evolutionäre psychologie gehören. nicht als verwischte sein tod seine bedeutung als vorbild, nein, aber sein tod wird der unendliche trost, der unendliche vorschuß, mit dem man nun zu streben beginnt. vorläufer für diesen ansatz findet man hinsichtlich des symbols in der identitäts­theorie mit dem schlüsselbegriff eines signifikanten symbols von george herbert mead und in der theorie der kulturellen symbolisierung von alfred north whitehead, die beide bei cassirer allerdings nicht zitiert werden, der sich vielmehr auf hermann von helmholtz und heinrich hertz bezieht. auch den, der mit der länge der zeit kämpfte und lange kämpfte; er hielt aus, noch gestern hielt er aus, heute blieb die erneuerung im innern aus, er sank zusammen, alles wurde ihm gleichgiltig; aber das ist nicht sorge über seine sünde. ernst cassirer), der als kulturwesen situationen deuten und andere handlungsmöglichkeiten bereithalten muss. anthropologie enthält eine auf 300 seiten breit angelegte menschenkunde, unter anderem mit themen der allgemeinen psychologie (im heutigen sinn), charakterkunde, sozialpsychologie, psychopathologie, gesundheitspsychologie und auch anfänge anderer psychologischer teildisziplinen. im handel und wandel, im verkehr mit den menschen da scheint gar nicht solche wahl zu sein, ob ich einem anhangen oder ihn verachten will. wenn am abend das schweigen über der landschaft ruht, und du von der wiese her das ferne brüllen hörst oder die stimme der hunde vom fernen bauerhof, dann kann man nicht sagen, daß diese laute das schweigen störten, nein sie gehören mit zu dem schweigen, sie sind im heimlichen einverständnis; mit dem schweigen und vermehren es. im handel und wandel, im verkehr mit den menschen da scheint gar nicht solche wahl zu sein, ob ich einem anhangen oder ihn verachten will. nicht den geringsten einspruch, nicht ein wort hört man da; der sperling fällt unbedingt gehorsam zur erde, wenn es sein wille ist. o, meine zuhörer, wenn ein mensch in der einsamkeit der wüste von einem reißenden tier überfallen wird, so kommt der schrei von selbst, und wenn einer auf abgelegenem wege unter räuber fällt, so erfindet der schreck selbst den schrei. aber sie, die diese kräfte hat, ist nicht verzweifelt sondern gläubig.« damit stopft es so zu sagen, allen einwendungen des menschen den mund, bringt ihn zum schweigen und macht, daß er wirklich zuerst dies sucht. so befolgt sie das wort der schrift: »wenn du fastest, so salbe dein haupt und wasche dein angesicht, daß nicht die menschen dich fasten sehen, aber dein vater, der im verborgenen ist. es sind erklärungsbegriffe für die bedingungen für das auftreten neuer phänomene, die nicht den ursprung dieser phänomene selbst begründen können. sie nimmt das leiden still hin wie es ist, aber sie macht es nicht größer. sein wesen sei unbestimmbar, er sei ins nichts gestellt und müsse zu sich selber stellung beziehen. wenn der mensch diese ungeheure gefahr vergißt, so klingt ihm das wort des evangeliums wie übertreibung. hier gilt es ja noch buchstäblicher als in dem vorigen, wo es nur bezeichnete, daß er dich ganz verstehen kann, während du doch an deiner stelle bleibst und er an der seinen. und nun in der stille vor gott bei der lilie und dem vogel, wo also gar niemand da ist, wo für dich gar kein anderer umgang ist als der mit gott, ja da gilt es, entweder ihm anhangen oder ihn verachten. denn auch hier gibt es neben einer zu groen vernunftglubigkeit ein erhebliches ma an vernunftfeindlichkeit. für kant war, seiner vorrede zufolge, diese „auf weltkenntnis abzweckende vorlesung“ zwar interessant, aber im vergleich zur „reinen philosophie“ zweitrangig. der abstrakte raum des physikers folgt keinen sinnlichen, sondern nur logischen prinzipien. die menschen sind von gott mit leib und seele (griechisch: psyche, hebräisch: neschome, ruach) geschaffen. der leidet unbedingt am meisten, von dem in wahrheit gilt, daß er gar keinen anderen trost hat als den: andere zu trösten; denn das ist doch und zwar allein der wahre ausdruck dafür, daß sich in wahrheit keiner in seine lage versetzen kann. du kannst leicht ruhig davon reden, leicht dich selbst besser fühlen, weil du in der versuchung nicht fielst, nicht erlagst unter der anfechtung – du bist weder in der einen noch in der andern versucht. vielleicht könnte dir ein andrer mensch helfen, der auf gleiche weise versucht wurde, aber bestand, denn er weiß die wahrheit. die vorstellung martin bubers vom menschlichen dasein, sein personenbegriff, ergibt sich aus dem verhältnis zum anderen eben durch beziehung. denn bleibst du in gott, da magst du leben oder sterben, da mag es dir zuwider gehen oder nach wunsch während du lebst, da magst du heute sterben oder erst in fünfzig jahren, da magst du deinen tod auf dem grund des meeres finden, wo es am tiefsten ist, oder in die luft gesprengt werden: du kommst doch nicht von gott fort, du bleibst dir selbst gegenwärtig in gott und bist deshalb an deinem todestage noch heute im paradies. er kann nicht stille sein und harren, daraus läßt sich vielleicht erklären, wenn für ihn der augenblick gar nicht kommt. wenn dann der augenblick, kommt, so versteht der stille vogel, daß der augenblick da ist; er benutzt ihn und wird niemals zu schanden. nur in viel furcht und zittern kann der mensch mit gott reden; in viel furcht und zittern. so ist die entschuldigung nicht wahr, die man öfter hört, daß man wegen der andern sorgen nicht recht um seine sünde sorgen könne. ihr stillesein ist freilich keine kunst, aber wenn du stille wirst wie lilie und vogel, so beginnst du zuerst gottes reich zu suchen.)[11] in der philosophie hatte kants anthropologie jedoch eine erstaunlich geringe wirkung, und das von kant entwickelte programm wurde in der folgezeit nicht nachhaltig aufgenommen, weder in der philosophie noch in der psychologie. während seines lebens auf erden ist christus für seine zeitgenossen wesentlich das vorbild, obgleich er der erlöser ist, und obgleich sein leben schon leiden ist, so daß man sagen kann, er trug auch in seinem leben die sünden der welt; aber im vordergrunde steht, daß er das vorbild ist. sie ist wie abwesend, obschon sie gegenwärtig ist, ja obschon sie es ist, von der die rede ist. wilhelm friedrich hegel hingegen stand der anthropologie kritisch gegenüber, der er vorhielt, sich nur mit dem möglichen des menschen zu befassen, während die geschichte das wirkliche des menschen betrachte. mit wie viel recht hätte er gesagt: »das kind ist häßlich und kränklich und dumm und ungelehrig, und wenn noch wenigstens etwas gut an ihm wäre, aber es steckt ja so viel böses in ihm, das kann kein mensch aushalten. sollen wir gehen, wenn nicht zu dir, herr jesus christus! als leitsatz schrieb er 1915:„in einem gewissen verstande lassen sich alle zentralen probleme der philosophie auf die frage zurückführen, was der mensch sei und welche metaphysische stelle und lage er innerhalb des seins, der welt und gott einnehme., und doch, auch in dieser hinsicht, wenn auch in ganz andrer weise setzte er sich ganz in deine stelle. die eine der beiden hauptpersonen, die nicht namentlich genannt, sondern lediglich mit den buchstaben a und b bezeichnet werden, verkrpert das, was man einen genussmenschen nennen knnte. was ist die bestimmung des menschen, wenn sie in seine eigene hand gelegt ist? wie schwierig das ist, zeigt die beschreibung des demokrit, der diesen abstrakten raum ein nichtsein mit wahrer wirklichkeit nennt. o daß ich eine blume wäre, wie die blume auf dem felde, glücklich in mich selbst versunken und weiter nichts – ach, während ich auch in meinem herzen diesen zwiespalt des menschenherzens fühle und weder in selbstliebe mit allem brechen, noch auch liebevoll alles opfern kann!« ach ja, gewiß ist es so; das christentum kam in die welt und lehrte demut, aber nicht alle lernten demut vom christentum; die heuchelei lernte die maske verändern und blieb dieselbe oder wurde vielmehr noch schlimmer. hierdurch kann er geschichte gestalten, kultur schaffen und sein handeln nach normen und werten ausrichten. ja wenn es um dich lärmt, oder wenn du in zerstreuungen bist, da scheint ein allzu großer abstand zwischen lieben und hassen zu sein, als daß man sie so nahe zusammenbringen dürfte in einen einzigen atemzug, in einen einzigen gedanken.« aber das trachten nach dem reiche gottes geschieht grade in stille sein, wie lilie und vogel stille sind. aber die freude sollst du nicht wegwerfen, im gegenteil, die sollst du aus aller macht festhalten.« sonst fordert man vom schüler, daß er gehorsam sei, aber hier ist es der lehrmeister selbst, der gehorsam ist![15] die geschichtliche situierung dieser ansätze als versuche, ein einheitliches menschenbild zu beschreiben, ist nicht zufällig. die hierin eingeschlossene kritik am verbot des selbstmordes bei entsprechend negativen lebensbedingungen setzte er 1976 mit seinem suizid selbst um. daß du wurdest, daß du da bist, daß du heut das nötige bekommst, um zu sein; daß du wurdest und mensch wurdest, daß du sehen kannst, bedenke, daß du sehen kannst und hören, daß du riechen kannst und schmecken und fühlen, daß die sonne für dich scheint – und um deinetwillen, daß der mond beginnt, wenn du müde wirst und die sterne angezündet werden, daß es winter wird und die ganze natur sich verkleidet, sich vermummt, um dich zu vergnügen, daß es frühling wird und der vogel kommt in zahlreichen scharen, um dich zu erfreuen, daß das gras sprießt, daß der wald so schön sich schmückt und hochzeit feiert dir zur freude; daß es herbst wird, wo der vogel fortzieht, nicht um sich kostbar zu machen, o nein, aber daß du seiner nicht überdrüssig werdest; daß der wald seinen schmuck verbirgt für das nächste mal, um dich von neuem zu erfreuen. nein, hier ist die grenze, wo alles sich umwendet: es giebt nur einen, der in wahrheit sich ganz in die lage jedes versuchten setzen kann – und er kann es grade, weil er allein in jeder versuchung bestand. komplexere tiere wie auch der mensch haben – entsprechend den ergebnissen der gestaltpsychologie – ein kompliziertes gesamthaftes wahrnehmungssystem. konrad lorenz und karl-otto apel haben die moral als kompensationsmechanismus beschrieben. vergebung gottes benötigt, um dem schicksal des fegefeuers bzw. o, aber brauch ihn recht, denke daran daß es ein notgroschen ist; um gottes willen brauch ihn recht, sonst stürzt er dich in noch größeres elend, er verwandelt sich in das gegenteil, ist nicht mehr trost, sondern er wird die furchtbarste anklage gegen dich. nur in ausschnitten ist sich der mensch zugänglich; insgesamt bleibt er sich notwendig verborgen. deshalb du leidender, wer du auch bist, schließ dich nicht verzweifelt mit deinen leiden ein, als könnte keiner, auch er nicht, dich verstehen; rufe auch nicht ungeduldig deine leiden aus, als wären sie so fürchterlich, daß auch er sich nicht ganz in deine lage versetzen könnte; sei nicht vermessen, sondern bedenke, daß er unbedingt und ohne allen vergleich von allen am meisten gelitten hat. hierzu muss in der nachfolge kants erst die menschliche grundsituation analysiert werden. nach dem zweideutigen späht satan scharfsichtig als nach seiner beute – aber bei der lilie und dem vogel ist es nie zu finden; auf das zweideutige lauert die versuchung als auf ihre sichre beute, aber bei vogel und lilie findet es sich nicht. von einem weibe lernst du die bekümmerung um das eine notwendige, von maria, der schwester des lazarus, die still zu jesu füßen saß und das eine, was not ist, wählte. wäre niemals solche stille um dich und in dir, so lerntest du auch niemals gehorsam. sie verwundete ihn von hinten, wenn er sich zur zukunft wendete, und von vorn, wenn er sich zur vergangenheit wendete; sie lehrte ihn den tod wünschen und das leben fürchten und dann wieder den tod fürchten und das leben wünschen, sie tödtete ihn nicht, aber sie nahm ihm doch das leben, sie machte ihn bangen vor sich selbst wie vor einem gespenst, sie machte ihm alles, alles unendlich gleichgiltig – aber sieh, diese sorge war verzweiflung. wer sollte raten, was dieser gang für sie bedeutet hat, dieser gang, da sie dorthin ging mit sünden und sorgen und da sie hinwegging mit vergebung und freude. da war etwas, das lag ihm so sehr am herzen; die sache war ihm so sehr wichtig, und es lag ihm so viel daran, sich für gott so recht verständlich zu machen. und auch das ist die unbedingte freude, was der apostel weiter hinzufügt, anbetend glauben zu dürfen: »gott sorgt für mich«. können wir lernen: wie sie zu werden, gleichgiltig gegen alles andere in unbedingter sorge um unsere sünden, doch so, daß eins uns wichtig und zwar unbedingt wichtig ist, nämlich – vergebung zu finden. welche freude, wenn der vogel hoch vom zweige oder hoch oben aus der luft nach dem nest und nach der lilie schaut, und die lilie lächelnd ihr auge zu ihm erhebt! und wirft man sie nicht unbedingt auf gott, sondern anderswohin, so wird man sie nicht los; sie kommt auf die eine oder andre art wieder, und meist noch bitterer und größer. 2, 18); es giebt einen, der sich ganz an deine stelle setzen kann, jesus christus, welcher jede versuchung in wahrheit kennen lernte, dadurch daß er in jeder versuchung bestand. in der psychologie scheint die grundlegende pragmatische anthropologie weitgehend vergessen zu sein.

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-siegbert rehberg nimmt die institutionenlehre gehlens auf: er weist gesellschaftlichen institutionen zwei dimensionen zu: zum einen eine restriktive und stabilisierende funktion für die akteure, zum anderen gesellschaftliche integration individueller handlungen. der pharisäer ist der heuchler, der sich selbst betrügt und gott betrügen will; der zöllner ist der aufrichtige, welchen gott rechtfertigt. gleichwohl wre es verkehrt, sich bei dem genussmenschen immer einen skrupellosen herzensbrecher vorzustellen.« aber das trachten nach dem reiche gottes geschieht grade in stille sein, wie lilie und vogel stille sind. der spätantike seit paulus von tarsus und in der patristik, besonders durch augustinus, verband sich das antike denken mit dem christlich jüdischen menschenbild als ebenbild gottes. fischer bestimmt in einem ausgreifenden rekonstruktions- und reflexionsgang die philosophische anthropologie im lichte ihrer hauptvertreter scheler, plessner und gehlen als eine in bestimmten merkmalen übereinstimmende denkrichtung des 20. wenn dann der augenblick, kommt, so versteht der stille vogel, daß der augenblick da ist; er benutzt ihn und wird niemals zu schanden. wenn du fragst, soll ich dies tun, und suche ich damit gottes reich – ja wenn du auch alles einzelne aufzähltest, es muß geantwortet werden: nein, du sollst zuerst gottes reich suchen. wirst du in der verwirrung der welt versucht, auch er, dessen guter geist ihn abhielt, daß er sich nicht von der welt zurück zog, bis er das werk der liebe vollendet hatte. es ist ein geheimnis dabei, wie bei der kunst der sanftmut. bevor der mensch handelt, verarbeitet er das wahrgenommene hingegen im denken zu symbolen, die quasi als vermitteltes symbolnetz zwischen merken und wirken (handeln) stehen. ist es herzenssorge: auch er hatte einmal freunde, oder richtiger, er meinte einmal sie zu haben; aber als dann die entscheidung kam, da verließen sie ihn alle, doch nein, nicht alle, es blieben zwei zurück, der eine verriet ihn, der andere verleugnete ihn! der gebrauch von zeichen und symbolen ermöglicht solche transzendierungsleistungen und die verfügung über „signifikante symbole“ (symbole, deren bedeutungen mit anderen geteilt werden), heißt gleichzeitig „geist“ zu haben (g. hätte die mutter das kind gleich zurechtgewiesen und gesagt: »das ist sogar mehr als genug,« so hätte sie zwar nicht unrecht gehabt, aber sie hätte kein beispiel der erziehenden weisheit gegeben, wie sie nun that. philosophischen anthropologie insgesamt ist als grundzug die abkehr von der humanistischen menschenauffassung der klassischen philosophie eigen. den umfang des möglichen und nützlichen gebrauchs alles wissens, und endlich 3. weil dort stille ist, und es ist auch etwas göttliches in dieser stille. sie ist von kierkegaard nicht beichtrede genannt, trägt auch nicht das gepräge einer solchen – doch schien sie geeigneter diese kleine sammlung abzurunden. draußen bei der lilie und dem vogel da ist allzeit freude. kompensation gibt es als vergeltung und kompensation gibt es als entschädigung. dies ist die klage; der leidende klagt fast immer darüber, daß der tröstende sich nicht in seine lage versetze. (1798/1983, a 321) kant fragt, wie nun die pragmatische menschenkunde und pädagogik fortschreiten müssen, um die sittlichen anlagen so zu entwickeln, dass sie nicht mehr im widerstreit zur natur der menschen stehen. eine erklärung des wesens des menschen aus einer ausschließlich biologischen betrachtung lehnte er ab. er meinte erst, beten sei reden; er lernte, daß beten nicht bloß ist schweigen, sondern hören. daher zeigte sich auch, daß wenn christus das christentum verkündigt und als vorbild dasteht, so kann es kein mensch ganz mit ihm aushalten, sie fallen ab, selbst die apostel. mit seiner forderung nach einer reinigung der vernunft von ihrer verblendung3 ganz im einklang mit den kritikern einer blo instrumentell verstandenen - und damit im dienst von etwas anderem stehenden - vernunft wie etwa jrgen habermas. Alles Wichtige aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Wissenschaft, Technik und mehr. wenn ein mensch, der doch nicht frei von sünde und schuld ist, zugleich andere bekümmerungen hat und dadurch beschwert und gebeugt ist, da verwechselt er es vielleicht und will diese bedrücktheit als bekümmerung über seine sünde gelten lassen, als würde bloß verlangt, daß der mensch bekümmert sei, während gefordert wird, daß er über seine sünde bekümmert sein soll und nicht über anderes; aber er verwechselt das und merkt nicht, daß er die andern bekümmerungen weniger oder gar nicht fühlen würde, wenn er um seine sünde sorgte; daß grade das leichtere tragen dieser andern bekümmerungen der ausdruck für die wahre sorge über die sünde wäre. oder ist vielleicht die freude klein, weil sie sich über so geringes freuen? hier gilt es ja noch buchstäblicher als in dem vorigen, wo es nur bezeichnete, daß er dich ganz verstehen kann, während du doch an deiner stelle bleibst und er an der seinen. »wärst du in meiner lage« sagt er »oder könntest du dich in meine lage versetzen, könntest du verstehen, mit welch schrecklicher macht die versuchung mich umspannt, könntest du verstehen, wie fürchterlich die anfechtung jeder meiner anstrengungen spottet: so würdest du anders urteilen. und er, der im stall geboren und in eine krippe gelegt wurde, er hatte sein leben hindurch nicht, wohin er sein haupt lege – so viel obdach hat doch auch der obdachlose! es ist fast wie eine heilige erzählung – und doch geschieht in demselben augenblicke dasselbe wirklich. neben wilhelm dilthey sind georg simmel, ludwig klages und auch otto friedrich bollnow zu nennen. und es ist gewiß das unglück im leben der weitaus meisten menschen, daß sie niemals den augenblick vernahmen, daß in ihrem leben das ewige und das zeitliche immer auseinander gingen; und warum? der vorrede seiner anthropologie (1798) unterschied immanuel kant die physiologische anthropologie, die auf die erforschung dessen geht, was die natur aus dem menschen macht, von der pragmatischen anthropologie, die das untersucht, „was er, als freihandelndes wesen, aus sich selber macht, oder machen kann und soll. wenn man sich über gar nichts freute und doch in wahrheit unbeschreiblich froh wäre, da bewiese das ja am allerbesten, daß man selbst voller freude wäre wie die lilie und der vogel es ist. wenn du fragst, soll ich dies tun, und suche ich damit gottes reich – ja wenn du auch alles einzelne aufzähltest, es muß geantwortet werden: nein, du sollst zuerst gottes reich suchen. für michael landmann entspringt die philosophische anthropologie „der notwendigkeit desjenigen wesens, das sich selbst schaffen muß und daher eines bildes bedarf, auf das hin es sich schaffen soll. und sein ist die herrlichkeit; und darum hast du in allem, was du thust und in allem, was du leidest, ihm die ehre zu geben, denn die ehre ist sein. nur in einer sorge können sie nicht lehrer sein, in der sorge über die sünde; von dieser sorge reden wir deshalb hier nicht. das wort »werfen« klingt, als gelte es kraftanstrengung, als sollte man mit macht die sorge von sich werfen; und doch kommt es nicht auf »macht« an. aber es giebt etwas, das können alle schlingen der versuchung und alle list des teufels nicht fangen, und das ist die einfalt. und daß er mitleid haben muß, das siehst du ja daraus, daß er aus mitleid sich versuchen ließ allenthalben gleichwie wir; denn es geschah ja aus mitleid, daß er zur erde kam, und es war wieder aus mitleid und um wahres mitleid haben zu können, daß er versucht wurde allenthalben gleichwie wir, er der sich nun ganz in deine, in meine, in unsre lage versetzen kann und es thut. er ist der einzige, von dem in wahrheit galt, daß keiner sich in seine stelle versetzen konnte – wie wahr, wenn er so geklagt hätte! wenn die mutter das essen auf den tisch setzt, fehlt nicht viel so weint das kind vor unmut und sagt: »was soll das bischen nutzen; wenn ich das gegessen habe, bin ich noch grade so hungrig«. wir ihr ganzes benehmen von anfang bis zuletzt bezeichnen, so müssen wir sagen: sie thut gar nichts. akribisch fhrt er darber tagebuch, wie er ein junges mdchen verfhrte und mit ihren gefhlen spielte. was immer metaphysik bedeuten kann, es reduziere sich auf anthropologie. es spricht aus: ehrerbietung vor gott, daß er es ist, der waltet, und er allein, dem weisheit und verstand zukommt. und so ernst ist das evangelium, daß auch der unwiderstehlichste einfall des dichters es nicht zum lächeln bringt.« und so ist es auch im verkehr mit den vielen, mit denen man gesellschaftlich umgeht ohne wesentliche innerlichkeit mit mehr oder weniger gleichgiltigkeit. wohl wahr, es ist ein trost, ein höchst nötiger und unbeschreiblicher trost, weshalb auch die schrift sagt, daß gott der gott der langmut und des trostes ist, aber es ist zugleich eine schreckend ernsthafte sache, daß der ungehorsam der menschen schuld daran ist, daß gott der gott der langmut ist und eine schreckend ernsthafte sache, daß die menschen seine langmut mißbrauchen können. »von der kanzel soll wesentlich christi leben verkündigt werden, aber bei dem altare sein tod« – so thut ja auch diese rede; sie redet von christi tod zu denen, die ihre schuld sahen, da sie auf sein leben achteten - oder da sie auf lilie und vogel achteten, die doch nur sinnbildlich einen teil von dem ausdrücken, was sein leben predigt. mit wie viel recht hätte er gesagt: »das kind ist häßlich und kränklich und dumm und ungelehrig, und wenn noch wenigstens etwas gut an ihm wäre, aber es steckt ja so viel böses in ihm, das kann kein mensch aushalten. du, wenn du es nicht schon weißt, raten was dies bild bedeutet? gott weiß alle dinge, aber das wissen des menschen ist nur geschwätz; darum können sie nicht gut zusammen reden. nur in viel furcht und zittern kann der mensch mit gott reden; in viel furcht und zittern. das thun lilie und vogel; deshalb sind sie im selben nu unbedingt froh. […] vor allem aber: anerkennung eines fremden vernunftwesens kann sich nur realisieren als anerkennung dieses wesens in seiner natürlichkeit. sie hat sich zu jesu füßen gesetzt; da sitzt sie weinend. laß dich nicht abschrecken, verzweifle nicht, wenn du dein leben mit diesen lehrmeistern vergleichst. unendlich groß ist der unterschied zwischen gott, der im himmel ist, und dir, der du auf erden bist: unendlich größer ist der unterschied zwischen dem heiligen und dir dem sünder. wer sich vor gott rechtfertigen will, der macht sich grade schuldig; aber wer vor gott an seine brust schlägt und spricht »gott sei mir sünder gnädig«, der wird grade gerechtfertigt, oder dies ist doch die bedingung dafür, daß gott ihn gerechtfertigt erklärt. und weil dies schweigen so feierlich ist, deshalb vernimmt man gott in der natur – was wunder auch, wenn alles aus ehrerbietung vor ihm schweigt! und das ist ja ganz in seiner ordnung; denn gott der allmächtige trägt unendlich leicht die sorge der ganzen welt – und die sorge der lilie und des vogels dazu. subjekt begegnet subjekt, in beziehung treten mit dem anderen (du) und der damit einhergehenden ichwerdung. du sitzest dann doch nur in stummer verzweiflung, wieder und wieder mit dem gedanken beschäftigt, daß keiner sich in deine lage setzen könne, das heißt, du mußt jeden augenblick diesen gedanken fest machen, er ist also nicht fest, und er ist nicht ganz wahrheit in dir.) nicht die reduktion, sondern die steigerung von komplexität sei das anliegen anthropologischer forschung.“[30] so ließe sich mit kant sagen, dass die anthropologisch relevante empirische forschung ohne philosophische klärungs- und syntheseversuche gewissermaßen blind bliebe, während die philosophischen bemühungen weitgehend „leer“ blieben, wenn sie über das eigene feld nicht hinausgelangten. anthropologie ist geschichtlich, sowohl in ihrem objekt, als auch in ihren methoden. dennoch erzeugte max scheler als mitbegründer der modernen philosophischen anthropologie beträchtliche resonanz mit der feststellung:„wir sind in der ungefähr zehntausendjährigen geschichte das erste zeitalter, in dem sich der mensch völlig und restlos problematisch geworden ist: in dem er nicht mehr weiß, was er ist; zugleich aber auch weiß, dass er es nicht weiß. sie versteht ganz gut, daß er von ihr redet, da er von dem unterschied der schuldner redet, wie einer fünfhundert groschen schuldig ist, ein anderer fünfzig, aber wie es auch billig ist, daß der erste mehr liebt als der letzte, wenn beide vergebung finden. der pharisäer, der weit entfernt sich anzuklagen, stolz sich rühmte – da er weggeht, ist er vor gott angeklagt; er weiß nicht davon, aber indem er fortgeht, klagte er sich selbst vor gott an. es war ein gastmahl und im haus der pharisäer. deshalb ist gott selig, er, der ewig sagt: »heute«; er der ewig und unendlich sich selbst gegenwärtig ist und ewig von sich sagt: ich bin. es sich für die lilie so unglücklich trifft, daß sie in demselben augenblick, wo sie aufspringt, auch schon gebrochen werden soll, und ihr aufblühen zugleich ihr untergang wird: die gehorsame lilie findet sich darein, sie weiß daß es so gottes wille ist und springt auf reich und schön, und geht unbedingt gehorsam dem untergang entgegen. tiere haben in bezug auf ihre wahrnehmungen üblicherweise ein festes reiz – reaktionsschema. aber wollte man mit dem evangelium zu ihm sagen: es ist ernst, der vogel ist im ernst der lehrmeister, so müßte der dichter lachen; und er scherzt über den vogel und die lilie so witzig, daß er uns alle zum lachen bringt, selbst den ernsthaftesten menschen, der je gelebt hat; aber das evangelium bleibt unbewegt. – entweder gott; und wie es das evangelium erklärt, entweder ihm anhangen oder ihn verachten. vielleicht könnte dir ein andrer mensch helfen, der auf gleiche weise versucht wurde, aber bestand, denn er weiß die wahrheit. der wald ist still, selbst wenn er flüstert, ist er doch schweigsam; denn die bäume halten einander das gelübde: »es bleibt unter uns«, selbst wo sie am dichtesten stehen. glaube und vernunft als aufeinander bezogen ansieht, kmpft gewissermaen an zwei fronten gleichzeitig. und der zöllner stand von ferne, wollte auch seine augen nicht aufheben gen himmel, sondern schlug an seine brust und sprach: gott sei mir sünder gnädig. ich habe – und du wol auch – den schwermütigen gesehen und wie er alles fremd und gleichgiltig betrachtet; alles ist ihm zu leicht, weil sein sinn so schwer ist; aber sorge über seine sünde ist das nicht. mead) anhand der kant- und hegel-transformationen in beiden traditionen verglichen (2001). organismus besitzt nach jakob johann von uexküll entsprechend seiner anatomischen struktur jeweils ein merknetz und ein wirknetz. sie versteht gut wie – ach – das eine und wie – gott sei dank – auch das andere auf sie paßt; aber sie versteht zugleich, daß sie selbst nichts zu thun vermag. zuhörer, ob du selbst gelitten hast, oder ob du leidende kennen lerntest, vielleicht in der schönen absicht, zu trösten: du hast sie wol oft vernommen diese allgemeine klage der leidenden »du verstehst mich nicht, ach, du verstehst mich nicht; du setzest dich nicht in meine lage, wärst du in meiner lage, oder könntest du dich ganz in meine lage versetzen und also mich ganz verstehen, da würdest du anders sprechen. aber es ist nicht so leicht allzeit fröhlich zu sein. darum kannst du gott darin hören; denn in der natur ist alles unbedingter gehorsam. thomas von aquin ist (ähnlich wie für aristoteles) die geistige seele bzw. deshalb du leidender, wer du auch bist, schließ dich nicht verzweifelt mit deinen leiden ein, als könnte keiner, auch er nicht, dich verstehen; rufe auch nicht ungeduldig deine leiden aus, als wären sie so fürchterlich, daß auch er sich nicht ganz in deine lage versetzen könnte; sei nicht vermessen, sondern bedenke, daß er unbedingt und ohne allen vergleich von allen am meisten gelitten hat. und was geschah ihm dann, wenn er anders innerlich betete? er wollte auch seine augen nicht aufheben gen himmel, er schlug also das auge nieder. in der natur gilt, was die schrift sagt: »es fällt nicht ein sperling auf die erde ohne seinen willen«; und nicht bloß weil er der allmächtige ist, sondern weil alles unbedingt gehorsam ist. der vorrede seiner anthropologie (1798) unterschied immanuel kant die physiologische anthropologie, die auf die erforschung dessen geht, was die natur aus dem menschen macht, von der pragmatischen anthropologie, die das untersucht, „was er, als freihandelndes wesen, aus sich selber macht, oder machen kann und soll. jahrhundert seit ausbruch des ersten weltkriegs jene gemengelage, die der philosophischen anthropologie den boden bereitete und die reflexionsanstöße gab. aber wenn du auch schwiegest, so lange du nicht auf dich nimmst andre zu trösten, so lange bist du mit dir selbst nicht ganz einig darin, daß keiner sich in deine lage setzen könne. eine erklärung des wesens des menschen aus einer ausschließlich biologischen betrachtung lehnte er ab. biologische erscheinung, als lebewesen sei der mensch ein „erblich krankes tier“, das sich „in einer sackgasse verlaufen“ hat, ein „übergang“, ein faux pas, im grunde eine bloße verlegenheit der natur. und das kind sucht niemals ausflüchte oder entschuldigungen; es versteht, daß es keinen versteck giebt weder im himmel noch auf erden, nicht in der stube, noch im garten vor diesem »du sollst«. einem weibe lernst du daher auch das außerordentliche demütig glauben, demütig glauben wie maria, die sagte »siehe ich bin des herrn magd« – sie sagte es, aber sieh', dies sagen ist recht eigentlich schweigen. es gehört dazu, daß du in der versuchung bestanden hast. im ersten augenblick hörst du vielleicht falsch und hörst es lärmen. die stelle, welche der lilie angewiesen ist, so unglücklich wie möglich ist, ob sich auch voraussehen läßt, daß sie ihr ganzes leben hindurch unbeachtet bleibt, von niemand gesehen wird, der sich über sie freute, ja wenn ihre stelle gradezu gemieden ist: die gehorsame lilie findet sich gehorsam in ihr los und entfaltet alle ihre lieblichkeit. auch du bist ja der notwendigkeit unterworfen; gottes wille geschieht ja doch gleichwol, so siehe zu, daß du aus der notwendigkeit eine tugend machst, indem du dich unbedingt gehorsam in gottes willen findest, so unbedingt gehorsam, daß du mit wahrheit dabei sagen kannst: ich kann nicht anders. dagegen verstehen sie sich nicht auf halbheit – worauf sich die meisten menschen am besten verstehen. gesehen ist kants anthropologie nicht auf sogenannte „innere erfahrung“ gegründet, sondern betont, dass menschliches denken, fühlen und begehren primär durch eine untersuchung öffentlich beobachtbaren menschlichen handelns – vor allem sozialen handelns – zu gewinnen sei, für die es einen systematischen rahmen von grundbegriffen brauche. da war etwas, das lag ihm so sehr am herzen; die sache war ihm so sehr wichtig, und es lag ihm so viel daran, sich für gott so recht verständlich zu machen. die lilie und der vogel, von denen wir lernen sollen. für das kind ist es grund genug, daß es soll; alle anderen gründe zusammen sagen nicht so viel wie dieser eine. und den, der mit schrecklicher lebenslust jahr um jahr verbrechen auf verbrechen häufte, dessen meiste zeit hingebracht wurde mit sündigen – bis er vernichtet dastand und alles ihm gleichgiltig wurde aber wahrlich, sorge über seine sünde war es nicht – es waren sünden genug, sorge über die sünde aber war nicht da. der pharisäer ist der heuchler, der sich selbst betrügt und gott betrügen will; der zöllner ist der aufrichtige, welchen gott rechtfertigt. er weiß es von ewigkeit her und er weiß es aus tausendjäriger und täglicher erfahrung: so lange die zeitlichkeit bestehen soll und das menschengeschlecht in ihr, so lange muß er der gott der langmut sein, denn sonst wäre der menschliche ungehorsam nicht auszuhalten. lilie und vogel suchen gottes reich, gar nichts anderes, all das andere fällt ihnen zu. das sausen des windes, das rieseln des baches, das rauschen der blätter, das flüstern des grases, jeder laut, den du hörst, ist unbedingter gehorsam. der mythos von sisyphus ist von albert camus noch im 20. die spannbreite menschlicher handlungsfelder und möglichkeiten wirft unter anderem fragen nach dem ethisch richtigen oder guten leben, nach dem sinn des lebens überhaupt, nach dem stellenwert von egoismus und altruismus, nach dem „wesen“ von männlichem und weiblichem geschlecht, nach sozialen anpassungszwängen und individuellen freien willen auf. anthropologie habe nicht die ideen, das universale oder ewige zum gegenstand.

Kierkegaard es liegt in der natur der ersten liebe

wundt verband einen methodologischen dualismus (psychologie gegenüber physiologie) mit einem methoden-pluralismus (innerhalb der psychologie) und einem perspektivischen monismus (ein lebensprozess unter verschiedenen perspektiven). wie fest auch ein stern am himmel sitzt, er wird doch seine stelle wechseln – im fall, wenn er in den abgrund stürzt; und diese ganze welt veraltet wie ein kleid, wenn es abgelegt wird, eine beute der vergänglichkeit.↑ die großschreibung folgt der häufigen praxis in der sekundärliteratur und insbesondere dem ansatz joachim fischers, der zwischen philosophischer anthropologie als disziplin und philosophischer anthropologie als denkrichtung in der theoriegeschichte des 20. in der menschenwelt geschieht ja auch nichts, nicht das mindeste ohne seinen willen, weil gott der allmächtige ist, aber in der natur ist alles unbedingter gehorsam. er ist nach plessner gesetzt durch seine körperlichkeit und muss sich selber setzen im verhältnis zu dem anderen. ist es nicht, als ginge er jetzt zum altar; er von dem gesagt wird »er ging gerechtfertigt hinab in sein haus« – ist es nicht, als ging er jetzt heim vom altar. er weiß es von ewigkeit her und er weiß es aus tausendjäriger und täglicher erfahrung: so lange die zeitlichkeit bestehen soll und das menschengeschlecht in ihr, so lange muß er der gott der langmut sein, denn sonst wäre der menschliche ungehorsam nicht auszuhalten. die liebesbeziehung zwischen mann und frau gilt ihm als anthropologisches radikal, das die menschen vom hordenleben der nichtmenschlichen primaten getrennt hat. »das weib soll schweigen in der gemeinde« und insofern nicht lehren – doch grade das schweigen vor gott gehört ja hauptsächlich mit zur wahren frömmigkeit und das muß man also von dem »weibe« lernen können. wulf bezweifelt generell die möglichkeit eines einheitlichen anthropologischen wissens. das kommt wol daher, daß gottes reich nur gesucht werden kann, wenn es zuerst gesucht wird; wer es nicht zuerst sucht, der sucht es gar nicht. aber da wol weder du noch ich so gehorsam sind, so laß uns von der lilie und dem vogel lernen:Draußen bei der lilie und dem vogel ist stille, sagten wir. das wahre wesen des menschen liegt jenseits seiner biologischen und sozialen, auch vernünftigen funktionen: der verstand ist biologisch gesehen eine krankheit.« sieh, dieser tag, der tag der ewigkeit nimmt ja nie ein ende. ganz im gegenteil: er ist potentiell überall lebensfähig, vorausgesetzt, er wandelt seine umwelt in eine ihm lebensdienliche welt um. – ist es nahrungssorge und ganz buchstäblich im strengsten sinn sorge um nahrung, so daß der hungertod droht: auch er wurde so versucht; versucht dich das dummdreiste wagen: auch er wurde so versucht; wirst du versucht von gott abzufallen: auch er wurde so versucht; ganz kann er sich in deine lage versetzen, wer du auch bist. wir reden davon daß geduld dazu gehört kleine kinder zu lehren, und nun gott, welcher diese zahllose anzahl lehren muß – welche geduld! zu jeder dieser fachrichtungen gibt es auch eine spezifische anthropologie wie etwa eine medizinische, eine pädagogische, eine historische oder eine theologische anthropologie. es giebt ein wort vom apostel petrus, das haben lilie und vogel zu herzen genommen und einfältig wie sie sind, nehmen sie es ganz buchstäblich – ach, und das grade hilft ihnen, daß sie es ganz buchstäblich nehmen. es beginnt damit, daß der pharisäer nahe stand, der zöllner von ferne; es endet damit, daß der pharisäer weit entfernt steht und der zöllner nahe. als ebenbild gottes bleibt er aber immer noch im zentrum des denkens. daß du in stille sein dich selbst vergäßest, deinen eigenen namen, gleichviel ob er berühmt oder unbedeutend oder unwert ist, um in stille zu beten: »geheiligt werde dein name! keine liebe ist größer als die, welche ihr leben hingiebt für einen andern; aber wenn ist dies am leichtesten zu glauben und wenn ist der trost am größesten? bei diesem ansatz geht es um die bearbeitung der frage, wie in gesellschaften der kreis sozialer personen begrenzt wird und welche funktion der anthropologie in der moderne zukommt. kein blick ist so scharfsichtig wie der des glaubens, und doch ist der glaube, menschlich gesprochen, blind; denn menschlich gesprochen ist die vernunft, oder der verstand das sehende, aber der glaube ist gegen den verstand. soll ich da ausgehen und diese lehre in der welt verkündigen? seufzt nicht alle creatur unter der vergänglichkeit, der sie wider ihren willen unterworfen wurde! so auch bei dem, was in ganz anderem sinne unendlich fürchterlicher ist, bei der vorstellung von gottes heiligkeit, wenn man als sünder allein vor ihr ist. o, wenn du auch nicht ein solcher sünder bist wie der zöllner, den auch die menschliche gerechtigkeit schuldig spricht: wenn du mit dir selbst allein vor gott bist, so stehst du doch weit entfernt. zeit dominierten in der rezeption die ansätze von scheler und vor allem von gehlen, während plessner weniger beachtet wurde; neuerdings ist jedoch eine plessner-renaissance zu verzeichnen. aber gott ist dir noch näher, unendlich näher als die beiden liebenden einander sind, er, dein schöpfer und erhalter, er, in dem wir leben und weben und sind, er, von dessen gnade wir alles haben. es wird schon geschehen zur rechten zeit, sagt der vogel; doch nein, das sagt der vogel nicht, er schweigt; aber sein schweigen sagt, daß er es glaubt, deshalb eben schweigt er und wartet. – dann ist für dich ein heute, welches kein ende nimmt, ein heute, in welchem du ewig dir kannst gegenwärtig bleiben. wohl wahr, es ist ein verwunderliches kunststück, aber deshalb gieb nur um so genauer acht auf sie. die dokumentation der debatte um plessners schrift: wolfgang eßbach, joachim fischer, helmuth lethen (hrsg. nein, dann wäre sie lange ausgeblieben und vielleicht niemals dahingekommen. dennoch erzeugte max scheler als mitbegründer der modernen philosophischen anthropologie beträchtliche resonanz mit der feststellung:„wir sind in der ungefähr zehntausendjährigen geschichte das erste zeitalter, in dem sich der mensch völlig und restlos problematisch geworden ist: in dem er nicht mehr weiß, was er ist; zugleich aber auch weiß, dass er es nicht weiß. dann hast du gelernt, nur einem herren zu dienen, ihn allein zu lieben und dich unbedingt in allem zu ihm zu halten. der leib ist werkzeug der geistigen seele, speziell der vernunft.“[31] als bedeutsam für die funktion der philosophischen anthropologie sieht er die doppelte beziehung zwischen mensch und kultur: aus der perspektive des gesellschaftsverbands ist der mensch kulturschöpfer, als einzelwesen jedoch vor allem kulturgeschöpf mit nur sehr begrenztem schöpferischen einfluss. und das kind braucht niemals lange ueberlegung; denn wenn es soll, so ist ja keine gelegenheit zum ueberlegen. anthropologie (anthropologie = menschenkunde, von ἄνθρωπος ánthropos „der mensch“ und -logie) ist die disziplin der philosophie, die sich mit dem wesen des menschen befasst. dies ist der einzige beweis, durch den du zeigen kannst daß sich in wahrheit keiner in deine lage setzen kann. du forderst, daß der mitleidende sich soll ganz in deine lage setzen, und er, das mitleid selbst, setzt sich nicht blos in deine lage, er leidet unendlich mehr als du! wenn man flüchtig darauf hört, klingt es fast, als sagte er dasselbe, wie das evangelium, da er ja in den stärksten ausdrücken das glück des vogels und der lilie preist. im biologischen zeitalter wird sie zu einer wissensdisziplin, die sich dieser allgemeinen tendenz entweder entgegenstemmt oder aber sie reflektierend begleitet.»aber« sagst du »die lilie und der vogel können es leicht«. du, wenn du es nicht schon weißt, raten was dies bild bedeutet? komplexere tiere wie auch der mensch haben – entsprechend den ergebnissen der gestaltpsychologie – ein kompliziertes gesamthaftes wahrnehmungssystem. und auch dies ist das erbauliche bei der einfalt des evangeliums, daß das böse nicht die macht darüber bekommen kann, sie klug zu machen, oder dahin zu bringen, daß sie klug sein möchte. keiner war da, der ihn anklagte; nicht die bürgerliche gerechtigkeit griff ihn an der brust und sagte »du bist ein verbrecher«, nicht die menschen, die er vielleicht betrogen hatte, schlugen ihn an seine brust und sagten: »du bist ein betrüger« – sondern er schlug an seine brust und sagte: gott sei mir sünder gnädig; er klagt sich selbst an, daß er ein sünder vor gott ist. im gesamten fach philosophie kam es in der folgezeit nicht zu einer ähnlich weit gefassten konzeption.[1] als eigene philosophische fachrichtung ist die in der ersten hälfte des 20. hört die worte: »denn sie hat viel geliebt« aber die verstören sie nicht: sie meint wol eher zu hören, daß er viel geliebt habe, daß er von seiner liebe rede und davon, daß ihre vielen sünden vergeben werden, weil er so unendlich liebt. sie nimmt das leiden still hin wie es ist, aber sie macht es nicht größer.« ja, das kann kein mensch aushalten, das kann nur der gott der langmut. in bezug auf den sprachlichen aspekt bilden wilhelm von humboldt und johann gottfried herder den ausgangspunkt. fischer bestimmt in einem ausgreifenden rekonstruktions- und reflexionsgang die philosophische anthropologie im lichte ihrer hauptvertreter scheler, plessner und gehlen als eine in bestimmten merkmalen übereinstimmende denkrichtung des 20. fellmann untermauert sein bild vom menschen evolutionsbiologisch, versteht seine rekonstruktion der urszene der menschwerdung aber als beitrag zur philosophischen anthropologie.)[11] in der philosophie hatte kants anthropologie jedoch eine erstaunlich geringe wirkung, und das von kant entwickelte programm wurde in der folgezeit nicht nachhaltig aufgenommen, weder in der philosophie noch in der psychologie. wo sollte der leidende mitleid finden, wenn nicht bei dir, und wo der reuige, ach, wenn nicht bei dir, herr jesus christus! – insofern es dagegen in eigentlicherem sinn bei der ausgabe in der stille bleibt ohne von der stelle zu kommen, ließ ich eine kleine weile mein auge auf ihm ruhen. deshalb wol darauf nach anleitung des evangelium von der lilie und dem vogel gehorsam zu lernen. deshalb wol darauf nach anleitung des evangelium von der lilie und dem vogel gehorsam zu lernen. aber in viel furcht und zittern zu reden, ist aus anderem grunde schwierig; denn wie die angst macht, daß die stimme stockt, so schafft wol auch viel furcht und zittern, daß die rede in schweigen verstummt. das gleichniß kehrt sich wieder um, da die beiden vom tempel heimgehen.ßer für die übersetzung mit ihren kürzungen trage ich auch die verantwortung für die zusammenstellung, insbesondere dafür, daß die rede über die sünderin der ursprünglichen sammlung vertauscht ist mit der etwas späteren »erbaulichen rede« vom 12. es giebt eins, das ist ganz allgemein, es findet sich bei allen und bei jedem, bei dir wie ich es bei mir selbst finde: sünde und sünden; und es giebt eins, das ist seltener: sorge über seine sünde. und das kind braucht niemals lange ueberlegung; denn wenn es soll, so ist ja keine gelegenheit zum ueberlegen. whrend sich der genussmensch auf immer neue experimente einlsst, versteht es sich fr den ehemann von selbst, dass er seiner frau treu bleibt: "man liebt nur einmal in seinem leben, die erste liebe ist das, daran das herz hngt - die ehe. und die war darinnen zu finden – deshalb wagte sie es; dies trieb sie auf und zog sie vorwärts, aber daß ihr alles andre gleichgiltig geworden war, das machte, daß sie selbst kaum merkte, wie schwer es war. diese sorglosigkeit gegen alles andre ist, wenn du so willst, der segen darüber, daß man nur um eines sorgt und das kennzeichen dafür, daß man nur eine sorge hat. wohl dem, bei dem sich diese wahre sorge über seine sünde findet, dem alles andere unendlich gleichgiltig geworden ist und nur eins unbedingt wichtig.[17] stattdessen entwickelte scheler eine stufenleiter des lebendigen, in der die pflanze von reinem gefühlsdrang ohne jedes bewusstsein getrieben ist, während das tier zwar auch psychische eigenschaften hat, jedoch nur instinkthafte, die beim menschen dagegen stärker, ja wesensmäßig höherstehend ausgeprägt sind. denn willst du wissen, was dazu gehört, um in wahrheit beurteilen zu können, wie groß eine versuchung ist, nun so laß es mich dir sagen. zum verhältnis philosophischer zu empirischer anthropologie meint tugendhat, dass beide verschiedene schwerpunkte haben, sich jedoch aufeinander zubewegen müssen. damit bekommt seine anthropologie eine gesellschaftspolitische dimension, die von aktuellem interesse ist. dies kleine buch nur zu sein wünscht was es ist, ein ueberfluß, und nur begehrt im verborgenen zu bleiben gleichwie es in der stille entstand, habe ich doch nicht abschied von ihm genommen ohne eine fast abenteuerliche hoffnung. als geistige person ist der mensch nicht „teil der welt“, der objektiven realität, sondern der idealen wirklichkeit. im letzten kapitel, über den charakter der gattung, fasst kant sein allgemeines menschenbild zusammen: der mensch ist durch seine vernunft bestimmt, in einer gesellschaft mit menschen zu sein, und in ihr sich durch kunst und wissenschaft zu kultivieren, zu zivilisieren und zu moralisieren; wie groß auch sein tierischer hang sein mag, sich den anreizen der gemächlichkeit und des wohllebens, die er glückseligkeit nennt, passiv zu überlassen, sondern vielmehr tätig, im kampf mit den hindernissen, die ihm von der rohigkeit seiner natur anhängen, sich der menschheit würdig zu machen. diesem punkte herrscht allerdings ein allgemeines mißverständnis, daß man von der einbildung betrogen sich die sache nicht recht gegenwärtig macht, und daher vergißt, daß gleichzeitigkeit mit christus grade in einem sinn das glauben am schwierigsten machte. doch, wie gesagt, kein aber; denn es ist ernst, du sollst von der lilie und dem vogel freude lernen. wenn ein mensch, der doch nicht frei von sünde und schuld ist, zugleich andere bekümmerungen hat und dadurch beschwert und gebeugt ist, da verwechselt er es vielleicht und will diese bedrücktheit als bekümmerung über seine sünde gelten lassen, als würde bloß verlangt, daß der mensch bekümmert sei, während gefordert wird, daß er über seine sünde bekümmert sein soll und nicht über anderes; aber er verwechselt das und merkt nicht, daß er die andern bekümmerungen weniger oder gar nicht fühlen würde, wenn er um seine sünde sorgte; daß grade das leichtere tragen dieser andern bekümmerungen der ausdruck für die wahre sorge über die sünde wäre. bewusstsein dessen fordert die person b in ihren briefen gleichsam ultimativ zu einer entscheidung auf. o, meine zuhörer, wenn ein mensch in der einsamkeit der wüste von einem reißenden tier überfallen wird, so kommt der schrei von selbst, und wenn einer auf abgelegenem wege unter räuber fällt, so erfindet der schreck selbst den schrei. und das kind sucht niemals ausflüchte oder entschuldigungen; es versteht, daß es keinen versteck giebt weder im himmel noch auf erden, nicht in der stube, noch im garten vor diesem »du sollst«. diemer betont die doppelte funktion der menschenbilder und erklärt: „die rede vom bild impliziert zweierlei: einmal das moment des sekundären, das an ab- und ebenbild erinnert, zugleich aber auch das moment des primären: „bild“ bedeutet dann zugleich vor- und leitbild. vwb, berlin 2015, isbn 978-3-86135-585-4; auf englisch: being human - bridging the gap between the sciences of body and mind. dies will ja das wahre mitleid so gern, es will sich so gern in die lage des leidenden versetzen, um recht trösten zu können. daher sollst du nicht sagen: »lilie und vogel haben leicht gehorsam sein, sie können ja nicht anders; auf die weise ein muster des gehorsams werden heißt ja aus der notwendigkeit eine tugend machen.« ja, wenn du von der lilie und dem vogel lernen könntest, ganz still vor gott zu sein, wozu sollte dir dann das evangelium nicht helfen können? ach der mensch hat keine vorstellung von der liebe, mit welcher ihn gott liebt, und daß gott aus liebe unbedingten gehorsam fordert; er hat keine vorstellung von der macht und list des bösen noch auch von seiner eigenen schwachheit. bedenke, daß die lilie und der vogel voll freude sind, und doch haben sie ja viel weniger sich zu freuen als du, da du dich zugleich über die lilie und den vogel freuen kannst. wenn am abend das schweigen über der landschaft ruht, und du von der wiese her das ferne brüllen hörst oder die stimme der hunde vom fernen bauerhof, dann kann man nicht sagen, daß diese laute das schweigen störten, nein sie gehören mit zu dem schweigen, sie sind im heimlichen einverständnis; mit dem schweigen und vermehren es. wesensbestimmend, dass er dank seiner unsterblichen seele nicht nach den irdischen gütern, sondern nach dem einen, dem göttlichen strebt oder mindestens streben sollte. so kommt dann der augenblick, und die stille lilie versteht, daß nun der augenblick da ist, und sie benutzt ihn. denn gesichert, ewig gesichert ist die einfalt nur, wenn sie einfältig sich betrügen läßt, wie klar sie auch den betrug durchschaut. gleichzeitig konnte der gegensatz von leib und seele nicht aufgelöst werden. teil 2: max scheler, richard hönigswald, ernst cassirer, helmuth plessner, maurice merleau-ponty, arnold gehlen. aber diese stille und das stillesein, das wir dort lernen wollten ist die erste bedingung um in wahrheit gehorchen zu können. durch die nutzung dieser website erklären sie sich mit den nutzungsbedingungen und der datenschutzrichtlinie einverstanden. anthropologie habe nicht die ideen, das universale oder ewige zum gegenstand. insofern ist diese annäherung an den menschen von der natur her abzulehnen. tugendhat sieht die anthropologie in einem gegensatz sowohl zur metaphysik als auch zur orientierung am geschichtlichen, am historisch vorgegebenen, traditionen, göttlicher offenbarung usw.álint balla legt seiner soziologie das axiom zu grunde, dass der mensch ein wesen sei, das sich auf die ihm eigene weise mit dem grundproblem der „knappheit“ auseinandersetzt. als leitsatz schrieb er 1915:„in einem gewissen verstande lassen sich alle zentralen probleme der philosophie auf die frage zurückführen, was der mensch sei und welche metaphysische stelle und lage er innerhalb des seins, der welt und gott einnehme.»niemand kann zwei herren dienen, entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. o daß ich ein vogel wäre, frei wie der vogel, frei von allen rücksichten wie der kleine singvogel, der demütig singt, ob auch niemand auf ihn hört, oder der stolz singt, ob auch niemand auf ihn hört! indem das zeichen eine bedeutung erhält, wird es zum symbol. ihr war alles gleichgiltig geworden, sie hatte keine bekümmerung, nur die über ihre sünde; jede andere bekümmerung war als wäre sie nicht, weil jene sorge ihr allein wichtig war. philosophische anthropologie ist im wesentlichen durch die arbeiten von max scheler, helmuth plessner und arnold gehlen geprägt. weil es den unbedingten gehorsam ausdrückt, womit alles einem herren dient, nur zu einem sich dienend neigt, in vollkommener einigkeit verbunden, in einem großen gottesdienste – so laß dich denn ergreifen von diesem großen gedanken und lerne von der lilie und dem vogel. mensch ist der erste freigelassene der schöpfung, er steht aufrecht. es gehört dazu, daß du in der versuchung bestanden hast. er stand nun nicht mehr im zentrum, sondern war alleingelassen im weiten raum und mit der unendlichkeit konfrontiert, die ihn ängstigte (blaise pascal). welche freude, wenn der vogel froh sein lied beginnt, und er singt nicht bloß zur arbeit, seine arbeit ist gesang.↑ die großschreibung folgt der häufigen praxis in der sekundärliteratur und insbesondere dem ansatz joachim fischers, der zwischen philosophischer anthropologie als disziplin und philosophischer anthropologie als denkrichtung in der theoriegeschichte des 20. keine liebe ist größer als die, welche ihr leben hingiebt für einen andern; aber wenn ist dies am leichtesten zu glauben und wenn ist der trost am größesten? der mensch ist weltoffen, da er keinem konkreten umweltausschnitt in bezug auf seine organbeschaffenheit angepasst ist. halte daher nur unbedingt daran fest, daß sein das reich und die kraft und die herrlichkeit ist in ewigkeit.

Schuler in der leistungsfalle

durch gehorchen lernt man herrschen, heißt es, aber noch gewisser ist es, daß man kann gehorsam lehren, wenn man selbst gehorsam ist. so ernsthaft ist das evangelium; alle wehmut des dichters verändert es nicht, während sie doch selbst den ernsthaftesten menschen bewegt, daß er einen augenblick nachgiebt und in des dichtes gedanken eingeht und mit ihm seufzt und sagt: lieber, ist es wirklich eine unmöglichkeit für dich, ja so darf ich auch nicht sagen: »du sollst«! denn so ist es ja; auch wenn es etwas, menschlich geredet wirklich gutes wäre, es trägt doch nicht das mindeste auch nicht in entferntester weise bei zur erwerbung der sündenvergebung, da es vielmehr in eine neue schuld bringt, in die schuld der dankbarkeit für die unendliche gnade, die obenein dies glücken ließ. das weiß der rechte beter, und wer dies noch nicht war, der lernte es vielleicht gerade im gebet. diese annahme wird nicht zuletzt durch eine autobiografische lesart von "entweder - oder" nahegelegt. und er selbst bringt uns in diese wahl und sagt: entweder mich . während die erste thema der naturwissenschaft sei, behandelt die zweite das philosophische thema der freiheit und was der mensch aus ihr macht. diemer hat einen versuch unternommen, philosophische anthropologie unter systematischen gesichtspunkten zu entwickeln, mit unterscheidungs- und bestimmungsmerkmalen, mit der abgrenzung nach oben (gott) und der abgrenzung nach unten (tierwelt). noch weniger darfst du dir selbst wichtig werden und gegenüber der einfalt des vogels und der lilie witzig sein wollen und sagen: »die lilie und der vogel kann es leicht, sie haben sich nicht einmal mit dem morgenden tage zu plagen, aber der mensch hat ja nicht bloß sorge für den andern morgen, was er essen soll, sondern auch für das, was er gegessen – und nicht bezahlt hat! aber höre nur weiter; er sagt: daher ist es beinahe wie eine grausamkeit von dem evangelium, daß es die lilie und den vogel preist und sagt: du sollst so sein – ach während ich so sehnsüchtig wünsche, daß ich wie der vogel unter dem himmel wäre und wie die lilie auf dem felde. so sollst du indes nicht reden; nein, sieh näher zu und merke, die trotz aller sorge unsägliche liebesfreude, mit welcher der vogel, er und sie, ein paar ist, die läßt sich von den andern nicht stören, und die trotz der sorge ganz vollkommene freude des einzelnen standes macht, daß die lilie unter andern ungestört allein ist; denn gesellschaft ist ja doch da. so erreicht der mensch eine „entlastung“ von seinen biologischen mängeln. anderseits stellt er sich gegen die - unter unglubigen wie glubigen weit verbreitete - vernunftfeindlichkeit. der fall ist besonders interessant, weil der dne im allgemeinen als beherzter anwalt der unvernunft des glaubens und damit als musterfall protestantischer vernunftskepsis gilt. verhltnis von glaube und vernunft zhlte zu den bevorzugten themen des letzten papstes. und anders kann ja auch gott nicht von sich selbst reden. vielleicht versteht er es nicht so, sondern wünscht vielmehr von seinen andern bekümmerungen frei zu sein und dann allein über seine sünde zu sorgen.« daß du in stille sein möchtest dich selbst vergessen, deine pläne, die großen alles umfassenden plane, oder die kleinen pläne für dein leben und für deine zukunft, um in schweigen vor gott zu beten: »dein reich komme! bis auf wenige, gering entwickelte ausnahmen verarbeiten tiere ihre wahrnehmungen als reine zeichen und können sich auch nur zeichenhaft ausdrücken (ruf des eichelhähers). in alten zeiten war es nicht wie jetzt, wo die sternkundigen einen bau in die höhe führen, von welchem sie die sterne beobachten, in alter zeit grub man in die erde hinein, und beobachtete die sterne von unten: gott gegenüber ist keine veränderung geschehen und geschieht keine – zur gott wird man nur erhoben, wenn man niedersteigt; so wenig wie das wasser seine natur verändert und die berge hinaufläuft, so wenig kann es einem menschen glücken sich zu gott zu erheben – durch stolz. in transdisziplinärer forschung hingegen führten die vielschichtigkeit der fragestellungen und methodenansätze zu einer komplexitätssteigerung, die durch die einbeziehung kulturspezifisch unterschiedlicher sichtweisen im transnationalen rahmen noch gesteigert würde. es liegt eine ungeheure macht in diesem wort, wenn es ganz buchstäblich genommen wird, sonst ist es mehr oder weniger ohnmächtig, zuletzt nur eine nichtssagende redeweise; aber es gehört völlige einfalt dazu, um es ganz buchstäblich zu nehmen. könnte ein mensch leichtsinnig oder schwermütig meinen, es sei doch noch zwischen drei dingen zu wählen, der ist verloren, oder der hat gott verloren. so lange du darüber klagst, so lange bist du mit dir selbst darin nicht einig, sonst würdest du wenigstens schweigen. das meer ist stumm; selbst wenn es lärmend rast, es ist doch stumm. das ist aber andererseits nur möglich in der dem menschen gegebenen verbindung der innenperspektive des subjekts mit der außenperspektive des beobachters. doch nicht ohne grauen betrachtet ihn der unbedingt gehorsame; dieser blick der aussieht, als könnte er erde und meer und die geheimsten falten des herzens durchdringen, und das kann er auch – aber mit diesem blick ist er doch blind! es giebt einen trost, der noch nicht da war, während christus lebte, den er also selbst nicht darbieten konnte: den trost aus seinem tode als der versöhnung, als dem pfand dafür, daß die sünden erlassen sind. im zuge der von darwin entwickelten evolutionstheorie setzte sich die einsicht durch, dass der mensch nach demselben allgemeinen modell 'gebaut' ist wie alle anderen wirbeltiere.« so würde wol ein mensch denken und reden, wenn er an der stelle der lilie wäre, und darauf vor gram hinwelken. ist es nach platon für den menschen wesentlich bzw. der mensch ist das sittliche wesen, das aus vernunft nach der verwirklichung der tugend strebt. ihr war alles gleichgiltig geworden, sie hatte keine bekümmerung, nur die über ihre sünde; jede andere bekümmerung war als wäre sie nicht, weil jene sorge ihr allein wichtig war. dies ist das seufzen; denn der vergänglichkeit unterworfen sein ist gefangenschaft, gebundenheit, und der inhalt des seufzens ist vergänglichkeit, vergänglichkeit! im letzten kapitel, über den charakter der gattung, fasst kant sein allgemeines menschenbild zusammen: der mensch ist durch seine vernunft bestimmt, in einer gesellschaft mit menschen zu sein, und in ihr sich durch kunst und wissenschaft zu kultivieren, zu zivilisieren und zu moralisieren; wie groß auch sein tierischer hang sein mag, sich den anreizen der gemächlichkeit und des wohllebens, die er glückseligkeit nennt, passiv zu überlassen, sondern vielmehr tätig, im kampf mit den hindernissen, die ihm von der rohigkeit seiner natur anhängen, sich der menschheit würdig zu machen. kant wegen seiner zugleich empirischen und methodenkritischen ausrichtung der anthropologie/psychologie als bedeutendster psychologe vor wilhelm wundt anzusehen ist,[10] könnte hierin auch der grund für die zwiespältige rezeption von kants anthropologie in beiden disziplinen liegen. wer sollte raten, was dieser gang für sie bedeutet hat, dieser gang, da sie dorthin ging mit sünden und sorgen und da sie hinwegging mit vergebung und freude. vergebung gottes benötigt, um dem schicksal des fegefeuers bzw. wenn man sich über gar nichts freute und doch in wahrheit unbeschreiblich froh wäre, da bewiese das ja am allerbesten, daß man selbst voller freude wäre wie die lilie und der vogel es ist. laß uns denn in dem vorgeschriebenen kurzen augenblick einfältig den zöllner betrachten. sie mischt sich deshalb nicht in das gespräch, sie schweigt und hält auch die augen bei sich selbst oder bei dem werk, das sie übt; sie salbt seine füße, trocknet sie mit ihrem haar und weint. wenn du lernen könntest ganz wie lilie und vogel zu werden, dann würde auch jene letzte bitte in dir zur wahrheit werden, welche – wie ja jedes wahre gebet froh und immer froher wird – zuletzt nichts mehr zu bitten und zu begehren hat, sondern unbedingt froh in lob und anbetung endet; die bitte »dein ist das reich und die kraft und die herrlichkeit. daher kann man auch dieses wort umschreiben, indem man sagt: du sollst beginnen mit beten – weil das gebet, wenn es innerlich wird, schweigen schafft. feierlich ist es nicht draußen unter gottes himmel bei der lilie und dem vogel, und warum?« draußen spricht es: »betrachte die lilie und den vogel, versenke dich darein, bewegt dich ihr anblick nicht? aber er stand nicht in wahrheit für sich; das evangelium sagt, er stand und dankte gott, daß er nicht wäre wie andere menschen. was sollte da für heuchelei sein in dem ruf: gott sei mir sünder gnädig! jahrhunderts und unterscheidet davon die philosophische anthropologie als eine disziplin unter anderen philosophischen disziplinen wie ethik, naturphilosophie oder religionsphilosophie. denn glaube nicht, daß es doch bei dem vogel nur falscher schein sei, wenn er still leidet: glaube nicht daß er wol gegen andere schweige, aber in seinem innern nicht schweige, sondern über sein schicksal klage, gott und die menschen anklage und »das herz in sorge sündigen lasse«. von einem weibe lernst du die bekümmerung um das eine notwendige, von maria, der schwester des lazarus, die still zu jesu füßen saß und das eine, was not ist, wählte.»aber« sagst du »die lilie und der vogel können es leicht«. und wenn dein leiden so qualvoll wäre, daß dergleichen noch nie erlebt wäre: du sollst die lilie und den vogel als deine lehrmeister anerkennen und dir selbst nicht wichtiger werden als lilie und vogel sich sind in ihren kleinen sorgen. denn hast du jemals recht ernstlich dein eigen leben und die menschenwelt betrachtet, wie es da so ganz anders ist als in der natur, wo alles unbedingt gehorcht, hast du das betrachtet ohne mit schauern zu vernehmen, mit welcher wahrheit sich doch gott den gott der langmut nennt. verbindung der anthropologie plessners mit dem existentialismus und der philosophie heideggers findet sich bei helmut fahrenbach, der darauf verweist, dass der mensch „sich aufgegeben“ ist, also nur lebt, indem er ein leben führt. von der versuchung wahrheit zu fordern, das ist zu viel verlangt; die versuchung ist ein betrüger und lügner, sie hütet sich die wahrheit zu sagen, denn ihre macht ist grade die unwahrheit. aber warum erscheint wohl das menschliche leiden so viel schlimmer als das leiden des vogels? denn hast du jemals recht ernstlich dein eigen leben und die menschenwelt betrachtet, wie es da so ganz anders ist als in der natur, wo alles unbedingt gehorcht, hast du das betrachtet ohne mit schauern zu vernehmen, mit welcher wahrheit sich doch gott den gott der langmut nennt. hier geschieht gottes wille wie im himmel also auch auf erden; oder man kann die heiligen worte auch anders wenden, hier passen sie gleichwol, hier geschieht gottes wille auf erden wie er im himmel geschieht. kann dies stärker ausgedrückt werden als so, daß grade das gefühl der unwürdigkeit sie bestimmt? dies führte zu rené descartes’ dualismus: der mensch ist körperlich (res extensa) und verfügt zugleich über eine seele (res cogitans). wohl wahr, es ist ein verwunderliches kunststück, aber deshalb gieb nur um so genauer acht auf sie.« da würdest du anders sprechen – damit will der leidende sagen, auch du würdest dann einsehen und verstehen, daß kein trost ist. oder ist etwa der verzweifelt, dem eins unbedingt wichtig ist, wenn dies eine das unbedingt wichtige ist! organismus besitzt nach jakob johann von uexküll entsprechend seiner anatomischen struktur jeweils ein merknetz und ein wirknetz. gesehen ist kants anthropologie nicht auf sogenannte „innere erfahrung“ gegründet, sondern betont, dass menschliches denken, fühlen und begehren primär durch eine untersuchung öffentlich beobachtbaren menschlichen handelns – vor allem sozialen handelns – zu gewinnen sei, für die es einen systematischen rahmen von grundbegriffen brauche. das weiß der rechte beter, und wer dies noch nicht war, der lernte es vielleicht gerade im gebet. als geistige person ist der mensch nicht „teil der welt“, der objektiven realität, sondern der idealen wirklichkeit. wundt, physiologe, philosoph und schließlich psychologe, war der wichtigste gründervater der disziplin psychologie. weil es den unbedingten gehorsam ausdrückt, womit alles einem herren dient, nur zu einem sich dienend neigt, in vollkommener einigkeit verbunden, in einem großen gottesdienste – so laß dich denn ergreifen von diesem großen gedanken und lerne von der lilie und dem vogel. als zweites die vermittelte unmittelbarkeit, was bedeutet, dass der mensch seine umwelt bloß vermittelt – durch kulturelle medien, durch sprache – erfassen kann. – dann ist für dich ein heute, welches kein ende nimmt, ein heute, in welchem du ewig dir kannst gegenwärtig bleiben. vwb, berlin 2015, isbn 978-3-86135-585-4; auf englisch: being human - bridging the gap between the sciences of body and mind. es sind erklärungsbegriffe für die bedingungen für das auftreten neuer phänomene, die nicht den ursprung dieser phänomene selbst begründen können. das thun lilie und vogel; deshalb sind sie im selben nu unbedingt froh. zu diesem zweck setzt er den begriff der handlung in das zentrum seines ansatzes. der ungeduldige und der verzweifelnde sagen wol »daß ich doch eine stimme hätte wie der sturm, um all mein leiden aussagen zu können, wie ich es fühle«; aber das wäre ein gar thörichtes mittel, denn in demselben maße würden sie es nur stärker fühlen. subjekt begegnet subjekt, in beziehung treten mit dem anderen (du) und der damit einhergehenden ichwerdung. sieh hier bist du zur höchsten höhe des leidens gekommen, aber auch zur grenze des leidens, wo alles sich umkehrt; denn er, grade er ist »der tröster«. ein weiterer früher nachweis ist die psychologia anthropologica des otto casmann, eines rektors in stade, aus dem jahre 1596. gottfried wilhelm leibniz unterteilte das bewusstsein in bewusste wahrnehmungen (apperceptiones), einfache wahrnehmungen (perceptiones), unbewusste wahrnehmungen (petit perceptiones) und unterbewusste strebungen (appetitiones). sie fragt nicht nur, wer ich bin, sondern auch, wie ich geworden bin, was ich bin.ächtiger zuhörer, die vorgelesenen worte sind, wie du weißt, aus dem evangelium von dem pharisäer und dem zöllner. aber im luftleeren räume fällt ja ein körper mit unendlicher hast, so macht auch die stille draußen bei lilie und vogel, diese feierliche stille vor gott, daß diese beiden gegensätze im nu an einander stoßen: entweder lieben oder hassen. denn die lilie bleibt sich gleich, trotz der umgebung, weil sie gott unbedingt gehorsam ist; darum ist sie so unbekümmert, denn das kann nur sein, wer unbedingt gehorsam ist. lernen wir von der sünderin – zwar nicht direct von ihr, aber indem wir unsere stellung mit ihr vergleichen – daß wir einen trost haben, den sie nicht hatte. oder meinst du vielleicht, es könnte dich nur einer verstehen, der in derselben versuchung erlag, so daß ihr beide euch verstündet – in unwahrheit! dieselbe schuld, um derenwillen er sich selbst verdammt und für welche er gott um vergebung bittet, dieselbe schuld verbirgt er vielleicht so ängstlich, wie ein geiziger seine schätze, daß keiner sie sehen soll. nein, bei erwerbung der vergebung der sünden oder vor gott vermag der mensch gar nichts; wie sollte das auch möglich sein, da er ja auch im geringsten nichts vermag außer durch gott. kritische soziologische umgestaltung der gehlenschen mängelwesenthese ist dieter claessens’ studie das konkrete und das abstrakte von 1980 bedeutsam geworden. gehlen bestimmt den menschen, unter hinzuziehung der arbeiten herders und nietzsches, als „sonderentwurf“ der natur, als ein einzigartiges „mängelwesen“. aber gott ist dir noch näher, unendlich näher als die beiden liebenden einander sind, er, dein schöpfer und erhalter, er, in dem wir leben und weben und sind, er, von dessen gnade wir alles haben. ebenso den, dessen kühne pläne in einem nu an unerwartetem hindernis strandeten, und dem dann alles, eine zeit lang oder für immer gleichgiltig war; aber das ist nicht sorge über seine sünde. kannst du dich nicht froh sehen an der lilie und dem vogel, die ja die freude selbst sind, kannst du dich nicht froh an ihnen sehen, daß du willig wirst von ihnen zu lernen, so ist es bei dir, wie wenn der lehrer von dem kinde sagt: »mangel an begabung ist es nicht, außerdem ist die sache so leicht, daß von mangel an begabung keine rede sein kann; es muß etwas anderes sein, indeß vielleicht nur, daß es nicht aufgelegt ist, was man nicht gleich zu streng nehmen und nicht gleich wie ungehorsam oder trotz behandeln darf. aber wenn dir das evangelium mit hilfe des vogels nur stille sein lehrte, wie wäre dir nicht dann schon geholfen! es gibt eine parallelität zwischen der natur und dem seelenleben. die pharisäer spotteten über sie und richteten sie, daß sie eine sünderin sei. sowohl die wiedergabe des vergangenen als auch die erwartungserlebnisse basieren auf symbolischem denken. gott ist die liebe, der mensch ist, wie man zu dem kinde sagt, ein kleiner narr, selbst wenn es sich um sein eigen wohl handelt; darum können sie nicht gut zusammen reden. und er selbst bringt uns in diese wahl und sagt: entweder mich . aber die zerstreuung ist ein zweifelhaftes und zweideutiges mittel gegen die sorge. oder kann es gerade anthropologie auf keinen fall sein, da der in der welt lebende mensch immer schon teil dessen ist, was von einer philosophischen grundlagendisziplin erst verständlich gemacht werden soll, so dass eine philosophische anthropologie gewissermaßen auf das bauen würde, was erst erklärt werden soll? aber zugleich ist es so milde, daß es müßte den härtesten rühren können; es nimmt dich gleichsam bei der hand wie ein liebreicher vater sein kind, und sagt: »komm, wir wollen zu der lilie und dem vogel gehen. schon die früheren arbeiten zeigen seinen weg dorthin:Zur idee des menschen. er strebte eine empirisch fundierte philosophie an, mit dem anspruch, die wissenschaftsorganisatorische teilung in natur- und geisteswissenschaften aufzuheben und die verschiedenen ausdifferenzierten betrachtungsweisen zu einer gesamttheorie des menschen zusammenzuführen. kannst du auch von einem weibe die rechte sorge um die sünde lernen, von der sünderin, deren viele sünden längst, längst vergessen sind, aber welche selbst ewig unvergessen bleibt.); dieser sprach von dem feuer, welches "der gott abrahams, der gott isaaks und der gott jakobs, nicht der philosophen"5 in ihm entflammte. soll ich da ausgehen und diese lehre in der welt verkündigen? allerdings hielt er die lehre von charles darwin für einen irrtum, bestenfalls eine unbewiesene hypothese. nun der schluß: der zöllner ging hinab gerechtfertigt in sein haus. in der zeitvorstellung verwendet der mensch über das reine vorher und nachher hinaus symbole. laß uns denn die lilie und den vogel, diese fröhlichen lehrer betrachten. nicht gott ist, so dekretiert scheler gegen die wissenschaftliche, auf ludwig feuerbach zurückgehende religionskritik, eine anthromorphe erfindung, sondern umgekehrt: der mensch ist theomorph. denn wenn das leiden und sterben des erlösers die sühne für deine sünde und schuld ist – wenn es die genugthuung, die sühne ist, so tritt sie ja für dich ein, oder er, der sühner tritt in deine stelle, an deiner stelle leidend die strafe der sünde, damit du gerettet würdest, an deiner stelle den tod für dich leidend, damit du leben möchtest: setzt er sich da nicht ganz in deine stelle? um sich als geistige person zu konstituieren, muss er die wirklichkeit „entwirklichen“, von dem, was „ist“, abstrahieren, es als nicht existierend denken.»trachtet am ersten nach dem reich gottes und nach seiner gerechtigkeit. so lange du nicht bestanden hast, weißt du nur, was die versuchung dir einbildet, grade um dich zu versuchen; also die unwahrheit. wirf alle deine sorge fort, ganz unbedingt, so wirst du auch ganz froh wie die lilie und der vogel. und auch das ist die unbedingte freude, was der apostel weiter hinzufügt, anbetend glauben zu dürfen: »gott sorgt für mich«.« sonst fordert man vom schüler, daß er gehorsam sei, aber hier ist es der lehrmeister selbst, der gehorsam ist! so auch bei dem, was in ganz anderem sinne unendlich fürchterlicher ist, bei der vorstellung von gottes heiligkeit, wenn man als sünder allein vor ihr ist.

Kierkegaard es liegt in der natur der ersten liebe

Ein festival der liebe

da ist kein grund zum verzweifeln, denn du sollst ja von ihnen lernen; und das evangelium tröstet dich zuerst, indem es sagt, daß gott langmütig ist, aber dann fügt es hinzu: du sollst von der lilie und dem vogel lernen, du sollst lernen unbedingt gehorsam sein wie die lilie und der vogel, nicht zwei herren dienen, denn niemand kann zwei herren dienen, er muß entweder ."7 obwohl kierkegaard selbst niemals geheiratet hat und womglich ein allzu ideales bild von der gemeinschaft der geschlechter zeichnet, macht der kontrast zwischen a und b deutlich, dass und warum die entscheidung fr ein leben in verlsslichen beziehungen eine ernst zu nehmende existenzielle option bildet. setzte sich und er kann sich ganz versetzen in deine lage, du leidender, wer du auch bist. die erklärung des menschen wurde zu der frage nach seiner erkenntnisfähigkeit. halte daher nur unbedingt daran fest, daß sein das reich und die kraft und die herrlichkeit ist in ewigkeit.»niemand kann zwei herren dienen, entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. in diesem schweigen verstummen gottesfürchtig die vielen gedanken des wünschens und begehrens. der vogel und die lilie leben nur einen tag, aber einen sehr kurzen tag und sind doch die freude. ein mensch in der pose christi, des erlösers, eines gottes. aber dies vermag das menschliche mitleid nicht; nur das göttliche mitleid vermag es – und gott wurde mensch. entweder hältst du dich zu mir und unbedingt in allem oder du verachtest mich. ist es sorge über die schlechtigkeit der welt, über den widerstand, den du und das gute leiden mußt? nimm bloß zwei liebende; bei ihnen gilt schon: entweder einander anhangen oder einander verachten. das ist nicht leichtsinn von der lilie und dem vogel, sondern ist die freude des stilleseins und gehorsams. die erkenntnis des einzelnen von sich selbst als ein ich, durch das (selbst-) bewusst werden in der beziehung zu einem du. aber deswegen kann schweigen doch eine kunst sein und keine geringe kunst. – wenn den vogel die härte des lebens trifft, wenn ihm widerwärtigkeit und unglück begegnet, wenn ihm immer wieder sein nest zerstört wird – der gehorsame vogel beginnt jeden tag von neuem seine arbeit mit derselben lust und sorgfalt wie das erste mal; einfältig mit hülfe des unbedingten gehorsams versteht er, daß dies seine arbeit ist, daß er das seine zu tun hat. das wahre wesen des menschen liegt jenseits seiner biologischen und sozialen, auch vernünftigen funktionen: der verstand ist biologisch gesehen eine krankheit. bedenk, es war des menschen sünde, daß er nicht einem herrn dienen wollte, sondern einem andern oder zwei, ja mehreren herren dienen wollte, und durch diese sünde zerstörte er die schönheit der ganzen welt, wo vordem alles so sehr gut war. denn eben so scharfsichtig satan ist gegenüber der zweideutigkeit, ebenso blind ist er auch für die einfalt, er wird blind oder geschlagen mit blindheit. für das kind ist es grund genug, daß es soll; alle anderen gründe zusammen sagen nicht so viel wie dieser eine. tugendhat knüpft wieder an kant an und begründet aus heutiger sicht, weshalb die anthropologie im zentrum der philosophie steht. entsprechend war die frage des mittelalters, wie der mensch sich in der von gott geschaffenen ordnung stellt. wenn die strafende gerechtigkeit hier in der welt oder jenseits im gericht die stelle sucht, wo ich sünder mit meinen vielen sünden stehe, – da trifft sie nicht mich; ich stehe nicht mehr an der stelle; ich habe sie verlassen; es steht ein anderer an meiner stelle, ein anderer der sich ganz in meine stelle setzt; ich stehe gerettet an der seite dieses andern, an der seite meines versöhners, der sich ganz in meine stelle setzte! um sich als geistige person zu konstituieren, muss er die wirklichkeit „entwirklichen“, von dem, was „ist“, abstrahieren, es als nicht existierend denken. denn grade die gesellschaft ist das unglück; der mensch plagt sich selbst mit der einbildung, die gesellschaft mache glückselig, und um so mehr je größer die gesellschaft wird zu seinem und ihrem verderben. eine kritik des sozialen radikalismus griff plessner 1924 den von ferdinand tönnies eingeführten widerspruch zwischen gemeinschaft und gesellschaft auf und bezog stellung für eine kultur des gesellschaftlichen. o, aber brauch ihn recht, denke daran daß es ein notgroschen ist; um gottes willen brauch ihn recht, sonst stürzt er dich in noch größeres elend, er verwandelt sich in das gegenteil, ist nicht mehr trost, sondern er wird die furchtbarste anklage gegen dich. der breite humanwissenschaftliche horizont regte wundt zu bis heute wichtigen epistemologischen und methodologischen klärungen an. da der mensch „die gehirnnerven und fasern nicht kennt, noch sich auf die handhabung derselben zu seiner absicht versteht“, bleibt er in diesem spiel seiner vorstellungen nur zuschauer und das spekulative nachgrübeln über die naturursachen der empfindungen und erinnerungen ist unergiebig. nicht der unterdrückte schrei stummer verzweiflung, auch nicht der gellende aufschrei, der andre schreckt, giebt den ausschlag, nein grade das gegenteil. das kommt wol daher, daß gottes reich nur gesucht werden kann, wenn es zuerst gesucht wird; wer es nicht zuerst sucht, der sucht es gar nicht. du sitzest dann doch nur in stummer verzweiflung, wieder und wieder mit dem gedanken beschäftigt, daß keiner sich in deine lage setzen könne, das heißt, du mußt jeden augenblick diesen gedanken fest machen, er ist also nicht fest, und er ist nicht ganz wahrheit in dir. vogel und lilie sind unbedingt gehorsam, darum ist bei ihnen keine halbheit, nichts zweideutiges, und darum können sie nicht in versuchung geführt werden. erster ansatz zur verarbeitung der so neu entstandenen selbsterklärung des menschen ist bei kierkegaard der in seiner existenz auf sich selbst angewiesene mensch. die lösung dieses problems sucht der mensch in der transzendenz der religion.[1] als eigene philosophische fachrichtung ist die in der ersten hälfte des 20. der stille bei lilie und vogel ist dies entweder – oder, entweder gott lieben oder – ihn hassen, entweder ihm anhangen oder – ihn verachten. aber beichten ist ja grade von ferne stehen; je aufrichtiger du beichtest, um so weiter stehst du – und um so wahrer ist, daß du bei dem altare kniest, da das knieen wie ein sinnbild für das von ferne stehen ist, für das weit entfernt sein von dem, der im himmel ist, von dem also der abstand am größten wird, wenn du knieend zur erde sinkst – und doch bist du bei dem altare gott am nächsten. was man in der gesellschaft der menschen und besonders im menschengewimmel so schwer zu wissen bekommt, und was auch so leicht wieder vergessen wird, wenn man es zu wissen bekam – was es heißt, ein mensch zu sein, und welches die aufgabe für uns menschen ist: daß wir dies lernen möchten von der lilie und dem vogel; daß wir es lernen möchten, wenn nicht auf einmal und, ganz, so doch etwas davon und nach und nach, daß wir diesmal vom vogel und von der lilie lernen möchten: schweigen, gehorsam und freude! das will zugleich etwas ganz anderes sagen: er war auch nicht vor gott. so ist der niedergeschlagene blick sehend, und was der niedergeschlagene blick bedeutet, die demütigung, die ist grade erhebung. und so in tiefstem sinn still zu werden, still vor gott, das ist der anfang der gottesfurcht; denn wie die furcht gottes der weisheit anfang ist, so ist stille sein der gottesfurcht anfang. dann wird auch deine bitte erhört, wenn du betest: »führe uns nicht in versuchung«; denn bist du gott unbedingt gehorsam, so ist nichts zweideutiges in dir und ist in dir nichts zweideutiges, so bist du ganz einfalt vor gott. und du mein zuhörer, wenn du von dem altare heim in dein haus gehst, da grüßt man dich in frommer teilnahme mit dem wunsch: »zu heil und segen« in der zuversicht, daß du bei dem altare deine rechtfertigung fandest, daß der besuch dir zu heil und segen wurde. wesentlichen anstoß hat auch johann gottfried herder gegeben, von dem die auffassung über das mängelwesen mensch stammt und der insbesondere die sprache als besonderen wesenszug des menschen in den mittelpunkt rückte. denn willst du wissen, wer am meisten leidet, nun, so laß es mich dir sagen. ist die versuchung die, daß du von menschen verlassen bist: auch er wurde so versucht; ist es die – doch nein, die anfechtung hat doch wol kein mensch erlebt, die anfechtung von gott verlassen zu sein; aber er wurde so versucht. lindemann hat im anschluss an die historisch-reflexive anthropologie helmuth plessners das konzept der reflexiven anthropologie entwickelt. und doch scheint mir, daß er noch mehr zu den abendmahlsgästen gehört, er der sagte »gott sei mir sünder gnädig«. doch wäre ihr dies eine nicht in dem grade wichtig gewesen, daß alles andere ihr unbedingt gleichgiltig wurde, so hätte sie nicht den weg in jenes pharisäerhaus gefunden – wo sie dann vergebung fand. wenn du hastig bist und mit diesem bescheide heimgehst, so thust du dem meere unrecht. zur weiteren desillusionierung trug die psychoanalyse sigmund freuds bei, welche den menschen von unbewussten lust- und todestrieben bestimmt sieht. ganz im gegenteil: er ist potentiell überall lebensfähig, vorausgesetzt, er wandelt seine umwelt in eine ihm lebensdienliche welt um. von ihm kannst du die wahrheit erfahren, doch nur dann wenn er sieht, daß es dein redlicher wille ist, in der versuchung zu bestehen. er sieht nieder und sieht sein elend, und die vorstellung von gottes heiligkeit drückt sein auge nieder, schwerer als der schlaf auf die augenlider des erschöpften drückt, schwerer als der schlaf des todes das auge nieder drückt; wie der erschöpfte, ja wie der sterbende so vermag er das auge nicht zu erheben. wirst du in der ermattenden spannung versucht, das schreckliche bald herbeizuwünschen, oder wirst du versucht, dir verschmachtend den tod zu wünschen: auch er. begriff der anthropologie wird erstmals von magnus hundt in der schrift anthropologicum de hominis dignitate, natura et proprietatibus (leipzig 1501) gebraucht. er ist für kant autonom und damit in der lage, seinen tierischen hang zur trägheit zu überwinden. philosophische anthropologie ist im wesentlichen durch die arbeiten von max scheler, helmuth plessner und arnold gehlen geprägt. durch sein handeln gibt der mensch der welt objektive gestalt. der mensch lernt, das grundwort ich-du zu sprechen und bleibt nicht immer nur beim ich-es. um diese sorgte sie und nicht um deren folgen; nicht um schande, unehre, demütigung, nein, sie verwechselte die krankheit nicht mit dem heilmittel. für den vogel der augenblick da ist, die wanderung anzutreten, ob er auch meint, er habe es hier ja gut: er läßt das gewisse fahren und greift nach dem ungewissen, er tritt augenblicklich die reise an. o, du leidender, und du, der du vielleicht aufrichtig und wohlmeinend zu trösten wünschest: streitet doch nicht den unnützen streit mit einander! – wenn der vogel die bosheit der welt erfahren muß, wenn dem kleinen singvogel, der zu gottes ehre singt, ein unartiger junge nachäfft, um wo möglich die feierlichkeit zu stören oder wenn der einsame vogel einen ort gefunden hat, den er liebt, einen zweig, auf dem er am liebsten sitzt, der ihm vielleicht durch teure erinnerungen so lieb und wert ist – und wenn da ein mensch seine freude darin findet, durch steinwürfe oder auf andere weise ihn fortzujagen: der gehorsame vogel findet sich unbedingt in alles; so unermüdlich der mensch im bösen ist, so unermüdlich kehrt der vogel zurück zu seiner lieben stelle. erkenntnis findet nicht nur begrifflich in der sprache statt, sondern auch durch mythen, in der religion und in der kunst. satan ist ohnmächtig, wo keine halbheit ist, ohnmächtig wie der vogelfänger mit seiner schlinge, wenn kein vogel da ist; aber nur der geringste schimmer von zweideutigem, so ist satan stark, und scharfsichtig ist er, er der böse, dessen schlinge versuchung heißt und dessen beute des menschen seele ist. dies ist der ansatz von wilhelm kamlah, der alle handlungen des menschen in abhängigkeit von seinen bedürfnissen und widerfahrnissen betrachtete. mit der konsequenten unterscheidung zwischen rationaler (metaphysischer) und empirischer psychologie hat kant das gebiet und die methodik der psychologie neu bestimmt. daß es doch dem evangelium glücken möchte, mit hilfe der lilie und des vogels dich und mich ganz stille vor gott zu machen! durch kultur (wie sprache, technik und kunst) ist der mensch in der lage, seine mängel zu kompensieren. es giebt eben eins, das ist ganz allgemein, du kannst es finden bei allen und bei jedem, bei dir selbst, wie ich es bei mir selbst finde: sünde und sünden; und es giebt eins, das ist sehr selten: die wahre sorge über seine sünden, weshalb es wol nötig wäre, daß jeden sonntag in der kirche gebetet würde »daß wir lernen möchten um unsre sünden zu sorgen«. es umfasse die öffentlichkeit und daher personale urteilskraft im verhältnis zur körper-leib-differenz, die ästhetische freilegung des nichts in den modernen künsten, die naturphilosophische freilegung von etwas vor dem horizont des nichts in den naturwissenschaften, die individualisierung der person, die personalisierung des individuums und die souveränitätsfrage in der ermächtigung zu geschichtlichem tun als gemeinschaft und gesellschaft (1999). ein mensch würde sagen: »das ist schwer und ist nicht auszuhalten, wenn man eine lilie ist und so lieblich wie eine lilie, da an solcher stelle zu stehen; das ist nicht auszuhalten und ist ja ein widerspruch vom schöpfer. mittels dauerhafter gesellschaftlicher institutionen sowie moral- und rechtsnormen, erreicht er eine stabilisierung und kontrolle der lebensführung. die menschliche schöpferkraft als solche sowie die damit verbundene verantwortung für die kulturgestaltung relativieren aus wilwerts sicht die bedeutung der individuellen psychophysischen zusammenhänge, denen der mensch unterliegt. spricht wohl auch der dichter, aber nur das evangelium kann dich lehren, daß es ernst ist, daß vogel und lilie im ernst deine lehrmeister sein sollen, daß du ihnen nacharten, von ihnen lernen sollst, daß du sollst still werden wie lilie und vogel. der mensch hat darüber hinaus aber auch die fähigkeit, gedanklich einen abstrakten raum zu bilden. was man in der gesellschaft der menschen und besonders im menschengewimmel so schwer zu wissen bekommt, und was auch so leicht wieder vergessen wird, wenn man es zu wissen bekam – was es heißt, ein mensch zu sein, und welches die aufgabe für uns menschen ist: daß wir dies lernen möchten von der lilie und dem vogel; daß wir es lernen möchten, wenn nicht auf einmal und, ganz, so doch etwas davon und nach und nach, daß wir diesmal vom vogel und von der lilie lernen möchten: schweigen, gehorsam und freude! zwar wird eine (im handlungsvollzug mögliche) dialogische übergangsmöglichkeit zwischen ich-rolle und du-rolle erarbeitet, aber es wird vor einer einebnung von gegenstandsebene und zeichenebene in der handlungsdarstellung gewarnt. ja wenn es um dich lärmt, oder wenn du in zerstreuungen bist, da scheint ein allzu großer abstand zwischen lieben und hassen zu sein, als daß man sie so nahe zusammenbringen dürfte in einen einzigen atemzug, in einen einzigen gedanken. es giebt einen trost, der noch nicht da war, während christus lebte, den er also selbst nicht darbieten konnte: den trost aus seinem tode als der versöhnung, als dem pfand dafür, daß die sünden erlassen sind. die lebenssituation des menschen generell zu erfassen, bedient sich die philosophische anthropologie vielfältiger einzelwissenschaftlicher erkenntnisse. dann sättigt dies suchen den menschen so, daß er einzig und allein gottes reich sucht. sie zögert nicht in jenes haus zu gehen, wo sie den erlöser und die erlösung finden wollte, sie wartete nicht, bis sie sich würdig fühlte. daß christus gestorben ist um ihn zu retten, daß christi tod die versöhnung, die genugthuung ist! der mensch sei zwar auch tier, aber durch die vernunft charakterisiert und bestimmt, sich in der gesellschaft zu kultivieren und zu moralisieren. die pharisäer spotteten über sie und richteten sie, daß sie eine sünderin sei. o daß ich ein kind wäre, sagt der dichter, unschuldig und froh als ein kind – ach, während ich früh alt und schuldig und traurig geworden bin! der bedürftigkeit und ethik bei wilhelm kamlah[bearbeiten | quelltext bearbeiten]. maturana und francisco varela entwickelten die theorie vom menschen als sich selbst erschaffendes (autopoietisches) system in verbindung mit der evolutionären erkenntnistheorie. von descartes angestoßene bewusstseinsphilosophie fand unterschiedliche antworten bei den empiristen und bei den rationalisten. also in dieser hinsicht versetzte er sich nicht in deine stelle, kann er sich nicht ganz in deine stelle setzen, er, der heilige, wie sollte es möglich sein! der pharisäer, der ja für sich dastand, stand er nicht auch von ferne? oft zitierte definition der anthropologie steht nicht in den vorlesungen zur anthropologie in pragmatischer hinsicht (1798), sondern in der logik:„das feld der philosophie in dieser weltbürgerlichen bedeutung lässt sich auf folgende fragen bringen: 1. bekümmerte menschen sieht man oft genug im leben, die bald über dies bald über jenes sich bekümmern, zuweilen über vielerlei zu gleicher zeit; ja auch solche, die selbst nicht recht wissen, worüber sie bekümmert sind: aber schon selten sieht man einen, der nur um eins bekümmert ist und um dies eine so unbedingt, daß alles andere ihm unbedingt gleichgiltig wird. aber wenn stillesein und gehorsam den tag morgen aus der welt schaffen, so bleibt der tag heute – und der ist freude, wie er es für die lilie und den vogel ist. mit der konsequenten unterscheidung zwischen rationaler (metaphysischer) und empirischer psychologie hat kant das gebiet und die methodik der psychologie neu bestimmt. der mensch im mittelalter ist als mikrokosmos spiegel des makrokosmos – und zugleich ebenbild gottes. an die zukunft denken und in der zukunft leben ist teil der menschlichen natur. betrachte es näher und gestehe beschämt: weil lilie und vogel unbedingt still und unbedingt gehorsam sind, deshalb sind sie gleich unbedingt froh in der einsamkeit und in der gesellschaft. studien zu helmuth plessner, weilerswist 2016, isbn 978-3-95832-093-2. an die zukunft denken und in der zukunft leben ist teil der menschlichen natur. er kann doch nicht reden, als wäre er nicht der einzige und unbedingt alles, sondern nur etwas, das auch mit in betrachtung zu kommen wünschte! der mensch hat so manche dinge vor augen, die er suchen will – da wendet sich das evangelium zu ihm und sagt: »suche zuerst gottes reich. es will sagen: allein für sich stehen, allein mit sich selbst vor gott – dann bist du weit entfernt, weit entfernt von menschen, und weit entfernt von gott, mit dem du doch allein bist. in der natur gilt, was die schrift sagt: »es fällt nicht ein sperling auf die erde ohne seinen willen«; und nicht bloß weil er der allmächtige ist, sondern weil alles unbedingt gehorsam ist. kultur und institutionen haben die funktion von „führungssystemen“ individueller und gesellschaftlicher strukturen. schon cicero vertrat eine theorie der kompensatorischen lebenskunst der weisen. reden die verlesenen heiligen worte: »wir haben nicht einen hohenpriester, der nicht könnte mitleid haben mit unserer schwachheit«, das ist: wir haben einen, der kann mitleid haben mit unserer schwachheit; und weiter »wir haben einen, der ist versucht allenthalben, gleichwie wir. sobald jemand zwischen dir und gott ist, wirst du leicht getäuscht, als wärst du nicht so weit entfernt; ja auch wenn die andern in deinen gedanken besser und vollkommener sind als du, du stehst doch nicht so von ferne, wie wenn du allein vor gott bist. nicht selten wird die lebendige erfahrung des glaubens gegen die vernnftige durchdringung des geglaubten ausgespielt. aber warum sagt denn das evangelium: suchet zuerst gottes reich, so daß es klingt, als sollte man nachher anderes suchen, während doch offenbar seine meinung ist, daß einzig und allein gottes reich gesucht werden soll? für lilie und vogel ist gott der väterliche schöpfer und erhalter; nur für die menschen ist er der langmütige gott. ihr stillesein ist freilich keine kunst, aber wenn du stille wirst wie lilie und vogel, so beginnst du zuerst gottes reich zu suchen. sie versteht gut wie – ach – das eine und wie – gott sei dank – auch das andere auf sie paßt; aber sie versteht zugleich, daß sie selbst nichts zu thun vermag. allerdings sieht er den grund für die weltoffenheit, die den menschen vom tier unterscheidet, in der „mangelhaften“ morphologie des menschen und nicht wie scheler in der besonderheit des geistes. o, du leidender, und du, der du vielleicht aufrichtig und wohlmeinend zu trösten wünschest: streitet doch nicht den unnützen streit mit einander! es gibt eine parallelität zwischen der natur und dem seelenleben.

In der erdinger therme spass gehabt

was bleibt als frage nach dem sein des menschen übrig, so überlegt tugendhat, wenn alles historische im sinne des nur traditionellen weggezogen würde? und du vernimmst, daß dies gebot dich angeht, daß du gott so lieben sollst, daß du gemeint bist; denn du bist ja allein in dem feierlichen schweigen, so kann auch kein zweifel aufkommen. wohl ihm, seine gleichgiltigkeit gegen alles andere ist wie die tödtliche krankheit des lazarus, die doch durchaus nicht zum tode war, sondern grade zum leben, weil das leben in dem einen ist, welches ihm unbedingt wichtig ist, nämlich in der vergebung. sie ergeht sich daher nicht in leidenschaftlichen selbstanklagen, als brächte sie dies der erlösung näher, als machte sie dies gott wohlgefälliger; sie übertreibt nicht, wahrlich, dessen soll sie niemand beschuldigen können. hört die worte: »denn sie hat viel geliebt« aber die verstören sie nicht: sie meint wol eher zu hören, daß er viel geliebt habe, daß er von seiner liebe rede und davon, daß ihre vielen sünden vergeben werden, weil er so unendlich liebt. anthropologie solle nicht des wesen des menschen in abgrenzung zum tier leisten, sondern den menschen aus sicht des anderen menschen reflektieren. für lilie und vogel ist gott der väterliche schöpfer und erhalter; nur für die menschen ist er der langmütige gott. du sollst vor gott dir selbst nicht wichtiger sein, als eine lilie oder ein vogel – doch wenn du im ernste vor gott bist, wird das letzte aus dem erstem folgen. sie thut gar nichts; sie übt die hohe und seltene und äußerst schwierige, echt weibliche kunst: gar nichts zu thun, oder zu verstehen, daß man selbst gar nichts thun kann, um vergebung zu finden. wir menschen würden an stelle der lilie wol verzweifeln und deshalb auch nicht werden, was wir sein könnten, ob auch nur für einen augenblick. denn grade, daß sie über geringes sich freuen, beweist, daß sie selbst voll freude sind. und was noch unendlich mehr geduld nötig macht, ist daß dort, wo gott der lehrer ist, alle kinder mehr oder weniger sich einbilden, sie wären große erwachsene menschen. auch geschichte, wissenschaft, technik und politik haben ihre eigenen symbolischen formen. es wird schon geschehen zur rechten zeit, sagt der vogel; doch nein, das sagt der vogel nicht, er schweigt; aber sein schweigen sagt, daß er es glaubt, deshalb eben schweigt er und wartet. des möglichen vorhalts eines naturalistischen fehlschlusses vom sein auf das sollen haben die meisten philosophischen anthropologien auf eine verknüpfung der analyse der menschlichen identität und lebenswelt mit handlungsregeln verzichtet. einfältig, durch hilfe seines unbedingten gehorsams versteht er, daß alles was ihm so widerfährt, ihn eigentlich nichts angeht, oder richtiger, daß ihn dabei eigentlich nur eins angeht, nämlich daß er unbedingt gehorsam gegen gott sich darein findet. ethik muss daher immer im horizont der philosophischen anthropologie stehen, sie ist bestandteil der lebenswelt. alle seine sorge so auf einmal fassen können und dann so geschickt von sich werfen und so sicher das ziel treffen! und deshalb giebt es nur einen, welcher ganz genau die größe jeder versuchung kennt, und sich ganz in die lage jedes versuchten setzen kann: er, der versucht wurde allenthalben gleichwie wir, aber auch in jeder versuchung bestand. anders mit der lilie; sie wird alles was sie werden kann und soll, unbeirrt durch die gewißheit des unterganges. nachfolgend geschilderten ansätze stehen als beispiele für aktuelle diskussionen. denn was ist weiter entfernt von schuld und sünde als gottes heiligkeit – und dann als sünder mit dem heiligen gott allein sein, heißt das nicht unendlich fern stehen! er ist durch alle zeiten als das vorbild eines aufrichtigen und gottesfürchtigen kirchgängers dargestellt worden. wir ihr ganzes benehmen von anfang bis zuletzt bezeichnen, so müssen wir sagen: sie thut gar nichts. dann sättigt dies suchen den menschen so, daß er einzig und allein gottes reich sucht. die lebenssituation des menschen generell zu erfassen, bedient sich die philosophische anthropologie vielfältiger einzelwissenschaftlicher erkenntnisse. klar ist aber auch, dass sich der papst trotz aller vorbehalte gegen die moderne nicht einfach der postmodernen vernunftskepsis anschlieen oder in das bekannte lied vom ende der metaphysik einstimmen kann. daher auf die sünderin, daß du von ihr lernen mögest. er wurde verachtet, verfolgt, verhöhnt, verspottet, bespeit, gegeißelt, mißhandelt, gekreuzigt, verlassen von gott unter allgemeinem jubel gekreuzigt: was du auch gelitten hast und wer du auch bist, meinst du nicht, daß er sich ganz in deine lage setzen kann! aber im luftleeren räume fällt ja ein körper mit unendlicher hast, so macht auch die stille draußen bei lilie und vogel, diese feierliche stille vor gott, daß diese beiden gegensätze im nu an einander stoßen: entweder lieben oder hassen. aber in anderm sinne behält der leidende unrecht, wenn er daraus folgern will, daß es also keinen trost für leidende gebe; denn es kann ja auch gefolgert werden, daß jeder den trost in sich selbst, das ist bei gott suchen und finden soll. das kann sie herrlich verstehen; es ist als könnte sie selbst es sagen. nicht den geringsten einspruch, nicht ein wort hört man da; der sperling fällt unbedingt gehorsam zur erde, wenn es sein wille ist. diemer betont die doppelte funktion der menschenbilder und erklärt: „die rede vom bild impliziert zweierlei: einmal das moment des sekundären, das an ab- und ebenbild erinnert, zugleich aber auch das moment des primären: „bild“ bedeutet dann zugleich vor- und leitbild. möchte jemand sagen, ja sie hatte es leicht die vergebung ihrer sünde zu glauben, sie hörte es ja aus christi eigenem munde. man fand argumente und belege, dass der mensch aus derselben evolutionslinie wie der gorilla und schimpanse stammt. o, schon äußerlich ist ja in dem unendlichen etwas, das den menschen überwältigt; sein auge hat nichts, was es festhalten könnte, es verursacht schwindel – da muß man das auge schließen: und wer allein mit seiner schuld und sünde ist und weiß, daß er gottes heiligkeit und nichts anderes sieht, wenn er das auge aufschlägt, er lernt wol das auge niederschlagen; oder er sieht vielleicht auf und sieht gottes heiligkeit – und dann schlägt er das auge nieder. ein durchgngiges motiv des ersten teils bildet die bezugnahme auf mozarts "don giovanni". denn so ist es ja; auch wenn es etwas, menschlich geredet wirklich gutes wäre, es trägt doch nicht das mindeste auch nicht in entferntester weise bei zur erwerbung der sündenvergebung, da es vielmehr in eine neue schuld bringt, in die schuld der dankbarkeit für die unendliche gnade, die obenein dies glücken ließ. frei von leiden ist der vogel nicht, aber der stille vogel macht sich frei von der mißverstehenden theilnahme der andern, die das leiden schwerer macht, von dem vielen reden über das leiden, welches das leiden länger macht, und von der sünde der ungeduld und der verzagtheit, welche schlimmer ist als das leiden. wilwert geht der stellung der philosophischen anthropologie im ganzen der philosophischen disziplinen mit einer skeptischen doppelfrage nach: „ist die einzig mögliche grundlagendisziplin immer die anthropologie, da es immer der mensch ist, der wissenschaft und philosophie, in welcher form auch immer, treibt? sein wesen sei unbestimmbar, er sei ins nichts gestellt und müsse zu sich selber stellung beziehen. nach christian thies hat sich die anthropologie als philosophische disziplin nicht etablieren können; kaum ein teilgebiet kämpfe mit derartigen identitätsproblemen. dann wird auch durch dich die bitte erfüllt: »dein wille geschehe wie im himmel also auch auf erden«; denn durch unbedingten gehorsam ist ja dein wille eins mit gottes wille, so daß durch dich auf erden gottes wille geschieht, wie es im himmel ist. wirst du in der ermattenden spannung versucht, das schreckliche bald herbeizuwünschen, oder wirst du versucht, dir verschmachtend den tod zu wünschen: auch er.[18] bekannt wurde plessner auch mit der arbeit lachen und weinen (1941), in der er das verhalten von menschen in extremsituationen untersucht. er sorgte, er möchte etwas vergessen haben, ach, und dann möchte gott nicht von selbst daran denken: deshalb wollte er seinen sinn sammeln um recht innerlich zu beten. doch nein, es ist nicht ganz so, sie wagte es, weil ihr eins unbedingt wichtig war, nämlich: vergebung zu finden. aber deswegen kann schweigen doch eine kunst sein und keine geringe kunst. der mensch darf wissen, daß selbst wenn alle menschen ihn aufgäben, ja wenn er beinahe sich selbst aufgiebt, doch gott der gott der langmut ist. es giebt also zwei mächte: gott und die welt, das gute und das böse; und der grund, weshalb der mensch nur einem herren dienen kann, ist wol der, daß diese beiden mächte, wenn auch die eine unendlich stärker ist, doch mit einander im streit um leben und tod stehen. sie ist ganz und gar in der gegenwärtigen zeit. vor dem biologismus ist dieser ansatz dadurch geschützt, dass die polarität der geschlechter die moralische dimension der rechtfertigung des menschen durch die liebe einschließt. der mensch lernt, das grundwort ich-du zu sprechen und bleibt nicht immer nur beim ich-es. zur weiteren desillusionierung trug die psychoanalyse sigmund freuds bei, welche den menschen von unbewussten lust- und todestrieben bestimmt sieht. das zwischenmenschliche, die beziehung zum anderen lassen uns mensch sein. aus dieser philosophischen und zugleich interdisziplinären sicht widersprach wundt der beginnenden trennung der psychologie von der philosophie. jahrhundert breit geführten debatte darüber dar, wie eine allgemeine "wissenschaft vom menschen" methodisch und theoretisch zu entwickeln sei, was ihre ziele seien und was ihr ort in der gesamtheit der wissenschaften. es führe kein noch so enger steg und weg vom 'homo naturalis' und seiner hypothetisch konstruierten vorgeschichte zum 'menschen' der geschichte. denn die lilie und der vogel sind gott unbedingt gehorsam, sie sind im gehorsam so einfältig oder so erhöht, daß sie glauben, alles was geschieht, ist unbedingt gottes wille, und glauben, daß sie gar nichts anderes in der welt zu thun haben, als entweder unbedingt gottes willen zu thun oder unbedingt gehorsam sich in gottes willen zu finden. anstatt sich vielleicht der selbstplagerei hinzugeben, als würde sie damit gott wohlgefälliger und käme ihm näher – statt dessen verschwendet sie (so nannte es judas,) sie verschwendet leichtsinnig (wie der selbstplager meint) was irdisch zur festlichkeit gehört; sie nimmt ein alabastergefäß mit salböl mit sich, das zum gastmahl paßt. setzte mit friedrich nietzsche (angeregt durch ludwig feuerbachs materialismus und schopenhauers lehre vom vorrang des menschlichen willens) eine kritik der alten definition des menschen als vernünftigem lebewesen ein. denn wenn du schweigst in der feierlichen stille, die in der natur ist, so ist der morgende tag nicht da; und wenn du gehorchst, wie die schöpfung gehorcht, so ist der tag »morgen« nicht da, dieser unselige tag, welcher die erfindung der geschwätzigkeit und des ungehorsams ist.[8] kant verbindet die genannten themen mit der philosophischen bestimmung des menschen als vernünftiges und moralisches wesen. wenn man flüchtig darauf hört, klingt es fast, als sagte er dasselbe, wie das evangelium, da er ja in den stärksten ausdrücken das glück des vogels und der lilie preist. sie thut gar nichts; sie übt die hohe und seltene und äußerst schwierige, echt weibliche kunst: gar nichts zu thun, oder zu verstehen, daß man selbst gar nichts thun kann, um vergebung zu finden. der mensch ist in seine umwelt hineingeboren, aber er verändert sie. als ebenbild gottes bleibt er aber immer noch im zentrum des denkens. es umfasse die öffentlichkeit und daher personale urteilskraft im verhältnis zur körper-leib-differenz, die ästhetische freilegung des nichts in den modernen künsten, die naturphilosophische freilegung von etwas vor dem horizont des nichts in den naturwissenschaften, die individualisierung der person, die personalisierung des individuums und die souveränitätsfrage in der ermächtigung zu geschichtlichem tun als gemeinschaft und gesellschaft (1999). ihr könnt nicht gott dienen und dem mammon, nicht gott und der welt, nicht dem guten und dem bösen. wundt, physiologe, philosoph und schließlich psychologe, war der wichtigste gründervater der disziplin psychologie. es ist zwar die sprache, die den menschen vor den tieren auszeichnet und wenn man will noch viel mehr vor der lilie. es entstand eine naturalistische auffassung vom menschen (thomas hobbes’ kampf aller gegen alle). du gehst nun hinauf zu dem altare, wieder wird dir das brod gereicht und der wein, sein heiliger leib und sein heiliges blut, wieder zum ewigen pfand dafür, daß er durch sein leiden und sterben sich auch in deine stelle setzte, auf daß du durch ihn gerettet, an dem gericht vorüber darfst eingehen zum leben, wo wieder er dir die stätte bereitet hat. sich seiner schuld und seiner vergehen bewußt, war er wol weniger versucht, an andre menschen zu denken, da er sie ja für besser achten mußte als sich selbst. es entstand eine naturalistische auffassung vom menschen (thomas hobbes’ kampf aller gegen alle). aber sie, die diese kräfte hat, ist nicht verzweifelt sondern gläubig.ßen bei der lilie und dem vogel, in diesem feierlichen schweigen vor gott, da ist offenbar, daß es ein entweder – oder giebt: entweder gott – oder . und er, der im stall geboren und in eine krippe gelegt wurde, er hatte sein leben hindurch nicht, wohin er sein haupt lege – so viel obdach hat doch auch der obdachlose! der mensch verfügt über freiheit zur selbstgesetzgebung und selbstregelung, denn der unbestimmtheit, der geworfenheit der menschen entspricht seine freiheit zu allen möglichen setzungen. ausgangspunkt ist ein neuartiges verhältnis von anthropologie und soziologie. beaufort: die gesellschaftliche konstitution der natur' helmuth plessners kritisch-phänomenologische grundlegung einer hermeneutischen naturphilosophie in die stufen des organischen und der mensch. – welche freude, wenn der tau fällt und die lilie erquickt, welche sich nun nach der kühlung zur ruhe schickt; welche freude, wenn sie sich nach dem bade wohlig in den ersten sonnenstrahlen trocknet; und welche freude den laugen sommertag! er wurde mensch, und er wurde der mensch, der von allen unbedingt am meisten gelitten hat; niemals ward ein mensch geboren, und es wird und kann niemals einer geboren werden, der leiden sollte wie er. wirst du in der einsamkeit versucht, auch er, den der böse geist ja hinaus in die einsamkeit führte, um ihn zu versuchen. der Zeit ist eine christliche Kulturzeitschrift, die von Jesuiten herausgegeben wird.“ deshalb wird auf ihn die noch heute nachwirkende strikte trennung zwischen physiologischer und pragmatischer anthropologie zurückgeführt, doch ist dies ungenau. allerdings kann man durchaus den jeweiligen status vom standpunkt der zweckmäßigkeit aus beurteilen und unter diesem gesichtspunkt normative aussagen treffen. zuhörer, einen solchen hohenpriester haben wir: wer du auch bist und wie du auch leidest, er kann sich ganz in deine stelle setzen; wer du auch bist und wie du auch versucht wirst, er kann sich ganz in deine stelle setzen; wer du auch bist, o sünder, wie wir es alle sind, er setzt sich ganz in deine stelle. vielleicht sprichst du mit dem dichter: ja, wer bei dem vogel wohnen und weilen könnte, heimlich in des waldes einsamkeit, oder wer leben könnte in dem frieden der flur, wo jede lilie mit sich allein ist, wo keine gesellschaft ist, dann könnte man leicht alle seine sorge auf gott werfen und unbedingt froh sein. vielleicht scheint dir die rede zu hart, daß es heißt gott verachten, wenn man sich nicht unbedingt und in allem zu ihm hält; aber daß es verachtung gottes ist, wenn man seine langmut eitel nimmt, das ist doch keine zu harte rede. o, wenn unter den lilien ein unterschied an lieblichkeit wäre, so müßte dieser lilie der preis zuerkannt werden.ächst kannst du von der sünderin lernen, was sie verstand, daß sie selbst gar nichts zu thun vermag, um vergebung zu finden. deshalb ist gott selig, er, der ewig sagt: »heute«; er der ewig und unendlich sich selbst gegenwärtig ist und ewig von sich sagt: ich bin. wirst du versucht in dem großen augenblick der entscheidung, wenn es gilt allem zu entsagen: auch er; oder wirst du im nächsten augenblick versucht zu bereuen, daß du alles opfertest: auch er. zu jeder dieser fachrichtungen gibt es auch eine spezifische anthropologie wie etwa eine medizinische, eine pädagogische, eine historische oder eine theologische anthropologie.↑ zur etymologie heißt es bei gerd haeffner: „philosophie ist das streben (philía) nach solide begründetem orientierungswissen (sophía). denn was ist weiter entfernt von schuld und sünde als gottes heiligkeit – und dann als sünder mit dem heiligen gott allein sein, heißt das nicht unendlich fern stehen! denn grade, daß sie über geringes sich freuen, beweist, daß sie selbst voll freude sind. und darum muß er entweder lieben oder hassen, nicht lieben ist schon hassen; denn so feindlich sind diese beiden mächte, daß das mindeste beugen nach der einen seite, das gegenteil für die andere seite ist. begriffe wie system, information, programm oder struktur sind abstraktionen und damit nicht frei von annahmen, sondern „theoriebeladen“. die idee des autopoietischen systems beeinflusste auch niklas luhmann, der die systemtheorie in die soziologie übertrug. durch gehorchen lernt man herrschen, heißt es, aber noch gewisser ist es, daß man kann gehorsam lehren, wenn man selbst gehorsam ist. doch was es bedeutet, das geht ja auch keinen andern an als sie, und sie versteht ganz, daß sie selbst gar nichts zu thun vermag, um vergebung zu finden und dann ihn, von dem sie ganz versteht, daß er alles, alles vermag. der mensch im mittelalter ist als mikrokosmos spiegel des makrokosmos – und zugleich ebenbild gottes. der mensch ist nun der gefallene, mit der erbsünde belastete mensch, der sich nicht allein und durch seine vernunft zum glück verhelfen kann, sondern der die gnade bzw.ßer für die übersetzung mit ihren kürzungen trage ich auch die verantwortung für die zusammenstellung, insbesondere dafür, daß die rede über die sünderin der ursprünglichen sammlung vertauscht ist mit der etwas späteren »erbaulichen rede« vom 12. weil dort stille ist, und es ist auch etwas göttliches in dieser stille. bevor der mensch handelt, verarbeitet er das wahrgenommene hingegen im denken zu symbolen, die quasi als vermitteltes symbolnetz zwischen merken und wirken (handeln) stehen.ərbaycancaбългарскиcatalàčeštinaenglishespañoleestiفارسیsuomifrançaisgalegobahasa indonesiaitaliano日本語한국어кыргызчаlatviešunederlandspolskiportuguêsрусскийslovenčinaslovenščinashqiptürkçeукраїнська中文.“[31] als bedeutsam für die funktion der philosophischen anthropologie sieht er die doppelte beziehung zwischen mensch und kultur: aus der perspektive des gesellschaftsverbands ist der mensch kulturschöpfer, als einzelwesen jedoch vor allem kulturgeschöpf mit nur sehr begrenztem schöpferischen einfluss.« damit stopft es so zu sagen, allen einwendungen des menschen den mund, bringt ihn zum schweigen und macht, daß er wirklich zuerst dies sucht. doch was es bedeutet, das geht ja auch keinen andern an als sie, und sie versteht ganz, daß sie selbst gar nichts zu thun vermag, um vergebung zu finden und dann ihn, von dem sie ganz versteht, daß er alles, alles vermag. »diese fröhlichen lehrer,« ja, denn du weißt, die freude ist mitteilsam, und deshalb kann niemand besser freude lehren, als wer selbst fröhlich ist. ach, während ich keinen augenblick und nichts für mich selbst habe, sondern tausend rücksichten nehmen muß. stolz fand der pharisäer eine befriedigung darin, daß er den zöllner sah; demütig sah der zöllner niemand, auch nicht diesen pharisäer; mit niedergeschlagenem, in sich gekehrtem blick war er in wahrheit vor gott. ich habe gesehen, und du vielleicht auch – den, der unbedingt nur über eins sorgte und über seine sünde.) nicht die reduktion, sondern die steigerung von komplexität sei das anliegen anthropologischer forschung. beide bemühen sich um ein begründetes wissen, das auf einen begriff des menschlichen überhaupt abzielt. sie gegenwärtig ist, ist es als wäre sie abwesend, es ist, als verwandelte er sie in ein bild, in eine parabel, als sagte er: simon, ich habe dir etwas zu sagen: es war einmal ein weib, die war eine sünderin.

Soziologie der liebe

laß dann den himmel zusammenstürzen und die sterne herabfallen, laß den vogel sterben und die lilie welken, du überlebst in anbetender freude noch heute jeden untergang. nein »die andern sorgen« sind grade eine gelegenheit um wahre sorge über die sünde auszudrücken, indem man die andern sorgen leichter trägt; diese andern sorgen sind keine verschärfung sondern eine linderung; dann bleibt kein raum zum verirren und verlaufen, sondern man hat gleich eine aufgabe, wie man die sorge über die sünde ausdrücken soll, nämlich so, daß man die andern bekümmerungen geduldiger, demütiger und leichter trägt. nicht der unterdrückte schrei stummer verzweiflung, auch nicht der gellende aufschrei, der andre schreckt, giebt den ausschlag, nein grade das gegenteil. erzieht jenes wort des evangeliums die menschen so, daß es ihnen gleichsam den mund bindet, indem es auf jede einzelne frage, ob er dies oder das thun solle, antwortet: nein, du sollst zuerst gottes reich suchen. dieser ausspruch des protagoras (bei platon im theaitetos) kennzeichnet die haltung der sophisten in der antike, deren lehren antimetaphysisch waren, und die klar zwischen natur und kultur unterschieden. für scheler war der mensch einerseits durch seine triebe bestimmt, andererseits selbst- und mitverantwortlich für sein handeln in der welt. sie bildet jetzt den hauptinhalt der auf erfahrung beruhenden anthropologie, und erhält eine wichtige pragmatische wende, denn sie öffnet den zugang zu dem, was der mensch moralisch und aufklärerisch, pädagogisch, gesundheitspsychologisch usw. schon dies ist ja ernst, was du draußen bei lilie und vogel vernimmst, daß du vor gott bist – was so oft im gespräch mit andern menschen ganz vergessen wird. ein weiterer früher nachweis ist die psychologia anthropologica des otto casmann, eines rektors in stade, aus dem jahre 1596. durch die nutzung dieser website erklären sie sich mit den nutzungsbedingungen und der datenschutzrichtlinie einverstanden. dabei gilt:„der mensch kann nur mensch werden durch erziehung. die kompensationsidee, die sich sowohl bei plessner als auch bei gehlen findet, hat sich in weiten bereichen der pädagogik und der soziologie platziert. erst aufgrund des symbolischen denkens kann der mensch die abstrakte bedeutung von beziehungen verstehen. zentrale kategorie ist das sich in der begegnung aktualisierende zwischen. allerdings hat er auch immer etwas recht; denn kein mensch erlebt ganz dasselbe wie der andere, und selbst wenn dies wäre, es bleibt doch die grenze, daß bei dem besten willen keiner ganz empfinden, fühlen und denken kann wie ein andrer mensch, sich also auch nicht ganz in des andern stelle versetzen kann. philosophischen anthropologie insgesamt ist als grundzug die abkehr von der humanistischen menschenauffassung der klassischen philosophie eigen. ist nämlich »der versöhner« anderes, als ein stellvertreter, welcher ganz an deine und meine stelle tritt, und was ist der trost der versöhnung anderes als dies, daß der stellvertreter genugthuend an deine und meine stelle tritt! aber der mensch, der durch unbedingten gehorsam sich in gott verbirgt, er ist unbedingt sicher; er kann von seiner sicheren stelle aus den teufel sehen, aber satan kann ihn nicht sehen. christian wolff unterschied zwischen empirischer und theoretischer psychologie und legte damit den grundstein für den durch jakob friedrich fries und johann friedrich herbart begründeten psychologismus im 19.« denn sie weiß, daß er zu seiner zeit kommt, sie weiß, daß ihr selbst am wenigsten dienlich wäre, wenn sie die zeiten des jahres zu bestimmen hätte. allerdings hielt er die lehre von charles darwin für einen irrtum, bestenfalls eine unbewiesene hypothese. das meer ist stumm; selbst wenn es lärmend rast, es ist doch stumm. wenn bloß die gefahr und der schreck wirklich ist, so ist der schrei immer aufrichtig, doch dabei, gott sei gelobt, auch nicht vergebens. biete ihm, was du willst, er begehrt nur eins gleich jenem weibe, die – nicht das das beste teil, denn hier kann von keiner vergleichung die rede sein – nein, die nach dem worte der schrift das gute teil erwählte, da sie sich zu den füßen des erlösers niedersetzte; so begehrt er nur eins: zu knieen an seinem altare. betrachte es näher und gestehe beschämt: weil lilie und vogel unbedingt still und unbedingt gehorsam sind, deshalb sind sie gleich unbedingt froh in der einsamkeit und in der gesellschaft. das ist aber andererseits nur möglich in der dem menschen gegebenen verbindung der innenperspektive des subjekts mit der außenperspektive des beobachters. wenn das evangelium gleich sagte: du sollst einzig und alleine gottes reich suchen, so würde die forderung dem menschen zu schwer erscheinen, er würde halb mißmutig, halb angst und bange sich zurück ziehen. vielleicht sprichst du mit dem dichter: ja, wer bei dem vogel wohnen und weilen könnte, heimlich in des waldes einsamkeit, oder wer leben könnte in dem frieden der flur, wo jede lilie mit sich allein ist, wo keine gesellschaft ist, dann könnte man leicht alle seine sorge auf gott werfen und unbedingt froh sein. ich sah da, wie es seinen gang ging auf einsamen wegen oder einsam auf den vielbetretenen. während das tier an seine unmittelbare umwelt gebunden ist, kann der mensch gleichsam aus sich heraustreten und die perspektive eines beobachters seiner selbst einnehmen. diese sorglosigkeit gegen alles andre ist, wenn du so willst, der segen darüber, daß man nur um eines sorgt und das kennzeichen dafür, daß man nur eine sorge hat. kompensation gibt es als vergeltung und kompensation gibt es als entschädigung. und deshalb sind lilie und vogel so froh, weil sie in stillesein und unbedingtem gehorsam sich selbst gegenwärtig sind am tage »heute«. so stand es da wie eine unbedeutende kleine blume in der verborgenheit des großen waldes, nicht gesucht wegen ihrer pracht noch wegen ihres duftes oder ihrer nährkraft. aus tugendhats sicht sind alle metaphysischen themen eigentlich elemente des menschlichen verstehens. diese deutschsprachige philosophische anthropologie wurde mit den impliziten und expliziten philosophischen anthropologien in den klassischen pragmatismen (ch. während die erste thema der naturwissenschaft sei, behandelt die zweite das philosophische thema der freiheit und was der mensch aus ihr macht. daher auf die sünderin, daß du von ihr lernen mögest. aber ich sah auch oder glaubte zu sehen, wie der vogel, den ich meinen leser nenne, plötzlich sie erblickte, auf seinen schwingen sich herabließ, sie abpflückte und mit sich nahm. er ist der gott, der sagt, entweder mich lieben oder – mich hassen, entweder mir anhangen, oder mich verachten, und doch hat er langmut um es mit dir und mir und mit uns allen auszuhalten! schrift von max scheler die stellung des menschen im kosmos aus dem jahr 1928, ursprünglich ein jahr zuvor als vortrag gehalten, gilt als gründungsdokument der modernen philosophischen anthropologie. nun der schluß: der zöllner ging hinab gerechtfertigt in sein haus.álint balla legt seiner soziologie das axiom zu grunde, dass der mensch ein wesen sei, das sich auf die ihm eigene weise mit dem grundproblem der „knappheit“ auseinandersetzt. welche freude, wenn der vogel hoch vom zweige oder hoch oben aus der luft nach dem nest und nach der lilie schaut, und die lilie lächelnd ihr auge zu ihm erhebt! vielleicht versteht er es nicht so, sondern wünscht vielmehr von seinen andern bekümmerungen frei zu sein und dann allein über seine sünde zu sorgen. viele autoren der philosophischen anthropologie zeigen noch heute eine eigentümliche distanz. der mensch kompensiert auf natürliche weise durch hohe geburtenraten nach großen seuchen.[15] die geschichtliche situierung dieser ansätze als versuche, ein einheitliches menschenbild zu beschreiben, ist nicht zufällig. aber wer mit ihm allein lebt, ist nicht der mensch“. und wenn man gewiß weiß, daß es keinen solchen versteck giebt, so giebt es auch keine ausflucht oder entschuldigung, und giebt es keine, so sucht man natürlich auch keine und thut also, was man soll.« so geht sie wieder heim, eine stumme person in diesem auftritt. der bewusstseinsphilosophie seit descartes ist allerdings gemeinsam, dass sie anthropologie als eigenständiges thema noch nicht verfolgte. oder ist etwa der verzweifelt, dem eins unbedingt wichtig ist, wenn dies eine das unbedingt wichtige ist! wo lilie und vogel in der freude unterweisen, da ist allzeit freude, denn sie ist ja in der lilie und in dem vogel.↑ johann gottfried herder: ideen zur philosophie der geschichte der menschheit. – ist es nahrungssorge und ganz buchstäblich im strengsten sinn sorge um nahrung, so daß der hungertod droht: auch er wurde so versucht; versucht dich das dummdreiste wagen: auch er wurde so versucht; wirst du versucht von gott abzufallen: auch er wurde so versucht; ganz kann er sich in deine lage versetzen, wer du auch bist. und darum muß er entweder lieben oder hassen, nicht lieben ist schon hassen; denn so feindlich sind diese beiden mächte, daß das mindeste beugen nach der einen seite, das gegenteil für die andere seite ist. im gesamten fach philosophie kam es in der folgezeit nicht zu einer ähnlich weit gefassten konzeption. aber je kleiner die anzahl wird und je innerlicher das verhältniß wird, um so mehr kommt das entweder – oder hervor. diesen teil der menschenkunde klammert kant bis auf gelegentliche querverweise als für seine absichten unergiebig aus. symbole dienen der entlastung von druck aufgrund sinnlicher triebe oder vom bewusstsein der sterblichkeit.« so sollst du nicht sagen, du sollst überhaupt nichts sagen, sondern schweigen und gehorchen, damit es dir auch glücke aus der notwendigkeit eine tugend zu machen. wenn es nur ganz gewiß ist, daß du in wahrheit das gute und wahre willst – o, dann wirst du doch wol nicht wagen, dich mit ihm zu vergleichen, du, ein sünder, mit ihm, dem heiligen, der zuerst diese leiden erlebte, so daß du höchstens in aehnlichkeit mit ihm leiden kannst, und der ewig diese leiden heiligte, also auch deine, wenn du anders in aehnlichkeit mit ihm leidest. ihr phänomenspektrum bestehe systematisch betrachtet zwischen dem ungespielten lachen und weinen als den verhaltensgrenzen personaler lebewesen. der mensch hat zwar biologische ausgangsbedingungen, sei aber produkt seiner selbst. wir reden davon daß geduld dazu gehört kleine kinder zu lehren, und nun gott, welcher diese zahllose anzahl lehren muß – welche geduld! der sünderin war alles gleichgiltig geworden; alles zeitliche, irdische, weltliche, ehre, gute tage, ihre zukunft, die verwandten, die freunde, das urteil der menschen; und alle sorgen, wie sie auch heißen mögen, die hat sie leicht getragen fast wie nichts, denn sie beschäftigte in bekümmerung nur eins unbedingt: ihre sünde. anthropologie ist geschichtlich, sowohl in ihrem objekt, als auch in ihren methoden. martin heidegger vertreten hat, argumentiert, dass bei der untersuchung des bildes vom menschen schon immer ein vorher festliegendes menschenbild zugrunde liege, das die jeweiligen ergebnisse bestimme. daß ein kleiner ungehorsam nicht doch unbedingt ungehorsam ist, das kann die lilie und der vogel nicht verstehen und will es auch nicht. dies beruht auf der anthropologischen, der erkenntnistheoretischen und der kulturphilosophischen grundannahme der symbolischen vermitteltheit aller welt- und selbsterkenntnis des menschen (s. und grade weil dieses schweigen ehrfurcht vor gott ist und anbetung ist, soweit solche in der natur sein kann, deshalb ist dies schweigen so feierlich. in bezug auf den sprachlichen aspekt bilden wilhelm von humboldt und johann gottfried herder den ausgangspunkt.« so geht sie wieder heim, eine stumme person in diesem auftritt. kultur und institutionen haben die funktion von „führungssystemen“ individueller und gesellschaftlicher strukturen. er ist für kant autonom und damit in der lage, seinen tierischen hang zur trägheit zu überwinden. macht dies die lilie und der vogel, was doch fast wie ein wunder aussieht, wie machen sie es, daß sie in tiefer sorge unbedingt froh sind, daß sie heute unbedingt froh sind, während es ein so schreckliches morgen giebt? wie fest auch ein stern am himmel sitzt, er wird doch seine stelle wechseln – im fall, wenn er in den abgrund stürzt; und diese ganze welt veraltet wie ein kleid, wenn es abgelegt wird, eine beute der vergänglichkeit. dieselbe schuld, um derenwillen er sich selbst verdammt und für welche er gott um vergebung bittet, dieselbe schuld verbirgt er vielleicht so ängstlich, wie ein geiziger seine schätze, daß keiner sie sehen soll. zu seinen zeitgenossen kann jesus nur sagen: ich will mich hingeben als ein opfer für die sünde der welt, auch für die deine. aber er stand nicht in wahrheit für sich; das evangelium sagt, er stand und dankte gott, daß er nicht wäre wie andere menschen. wo sollte der leidende mitleid finden, wenn nicht bei dir, und wo der reuige, ach, wenn nicht bei dir, herr jesus christus! nimm bloß zwei liebende; bei ihnen gilt schon: entweder einander anhangen oder einander verachten.« sollte auch alles untergehen, der uebergang von der zeit zur ewigkeit ist so hurtig, daß du noch heute im paradiese bist, indem du christlich in gott bleibst. 1850, wobei diese jedoch durch einige sätze aus jener ergänzt ist. die fähigkeit der abstrakten symbolsprache ist voraussetzung für wissenschaft. die waage des guten und des bösen, des falschen und wahren hängt an ihm; er kann forschen, er soll wählen. du siehst, es fällt aller nachdruck auf gott; daß er in der wahl ist, macht die wahl so entscheidend und macht sie zu einem wirklichen entweder – oder. welche neue freude, wenn auch der nachbar beginnt und dann der chor einstimmt, bis es zuletzt wie ein meer von tönen ist, dem wald und thal, himmel und erde wiederhall geben! ach, wie selten ist ein mensch, der, auch wenn es die vergebung der sünden gilt, willig wäre zu leiden, daß er vor menschen ganz offenbar würde, daß sie ihm in seine seele hineinschauen und jede geheime schuld sehen könnten. auf diesem fundament entstanden die spezifischen ansätze der philosophischen anthropologie. sie ist wie abwesend, obschon sie gegenwärtig ist, ja obschon sie es ist, von der die rede ist. begriffe wie system, information, programm oder struktur sind abstraktionen und damit nicht frei von annahmen, sondern „theoriebeladen“. die besonderheit des geistes befähigt den menschen zur vergegenständlichung seiner welt als ganzes und seiner selbst. in der zeitvorstellung verwendet der mensch über das reine vorher und nachher hinaus symbole. aber es giebt ja auch eine andre art heuchelei; heuchler, die dem pharisäer gleichen, während sie den zöllner zum vorbild wählen, heuchler die nach dem wort der schrift über die pharisäer: »sich selbst vermessen, daß sie fromm seien und die andern verachten«, während sie sich doch das aussehen des zöllners geben, scheinheilig weit entfernt stehen, nicht wie der pharisäer, der stolz dastand; die scheinheilig das auge zur erde senken, nicht wie der pharisäer, der stolz den blick zum himmel erhob; die scheinheilig seufzen »gott sei mir sünder gnädig«, nicht wie der pharisäer, der stolz gott dankte, daß er gerecht sei; es giebt heuchler, die scheinheilig sagen: ich danke dir gott, daß ich nicht bin wie dieser pharisäer, gleichwie der pharisäer gott spottend sagte in seinem gebet »ich danke dir gott, daß ich nicht bin wie dieser zöllner. der fähigkeit zu vielfältiger formgebung sieht cassirer den menschen vom reich der natur ins reich der freiheit übergehen. oder kann es gerade anthropologie auf keinen fall sein, da der in der welt lebende mensch immer schon teil dessen ist, was von einer philosophischen grundlagendisziplin erst verständlich gemacht werden soll, so dass eine philosophische anthropologie gewissermaßen auf das bauen würde, was erst erklärt werden soll? ist es nicht, als ginge er jetzt zum altar; er von dem gesagt wird »er ging gerechtfertigt hinab in sein haus« – ist es nicht, als ging er jetzt heim vom altar. von aller andern sorge gilt: wenn du nicht unbedingt froh wirst, so ist die schuld dein, daß du von lilie und vogel nicht lernen willst, nicht in stillesein und gehorsam über gott froh werden willst. aufgrund seines „nichtfestgestelltseins“, seines „unfertigseins“ ist der mensch gezwungen zu handeln, nicht aus luxus, sondern aus der lebensnotwendigkeit heraus. institutionen sind idealtypisch solche sozialformen, in denen eine synthese zwischen sozialstruktur, organisation, normen- und faktenwissen hergestellt wird. in der psychologie scheint die grundlegende pragmatische anthropologie weitgehend vergessen zu sein. sie ist nicht mehr teil der metaphysik, in der sie früher als seelenlehre meist abgehandelt wurde. finden sich auch in der lebensphilosophie, die sich als selbständige philosophische disziplin am ende des 19. märz 2006 in dieser version in die liste der lesenswerten artikel aufgenommen. aber warum sagt denn das evangelium: suchet zuerst gottes reich, so daß es klingt, als sollte man nachher anderes suchen, während doch offenbar seine meinung ist, daß einzig und allein gottes reich gesucht werden soll? entweder hältst du dich zu mir und unbedingt in allem oder du verachtest mich. denn gesichert, ewig gesichert ist die einfalt nur, wenn sie einfältig sich betrügen läßt, wie klar sie auch den betrug durchschaut. doch ist die lilie und der vogel unbedingt froh; und hier siehst du recht, wie wahr es ist wenn das evangelium sagt: du sollst von der lilie und dem vogel freude lernen. und es ist gewiß das unglück im leben der weitaus meisten menschen, daß sie niemals den augenblick vernahmen, daß in ihrem leben das ewige und das zeitliche immer auseinander gingen; und warum? da des menschen sohn eines tages zu tische saß im hause eines pharisäers, kam auch sie hinein. einfältig, durch hilfe seines unbedingten gehorsams versteht er, daß alles was ihm so widerfährt, ihn eigentlich nichts angeht, oder richtiger, daß ihn dabei eigentlich nur eins angeht, nämlich daß er unbedingt gehorsam gegen gott sich darein findet. moralität ist ein von der menschlichen praxis untrennbarer bestandteil.« so denkt der mensch: nun ja, wenn ich nachher anderes suchen darf, will ich wol den anfang mit dem reich gottes machen. verstellen kann sie sich nicht, so wenig wie ein unschuldiges kind – das wird auch nicht verlangt, und es ist ihr glück, daß sie es nicht kann, denn wahrlich, die kunst sich zu verstellen, wird teuer gekauft. und wie furcht gottes mehr ist als anfang der weisheit, selbst weisheit ist, so ist stille sein mehr als anfang der gottesfurcht, ist selbst gottesfurcht. im zuge der von darwin entwickelten evolutionstheorie setzte sich die einsicht durch, dass der mensch nach demselben allgemeinen modell 'gebaut' ist wie alle anderen wirbeltiere. nur in ausschnitten ist sich der mensch zugänglich; insgesamt bleibt er sich notwendig verborgen. das ist nicht leichtsinn von der lilie und dem vogel, sondern ist die freude des stilleseins und gehorsams.

Wo liegt der bodensee

laß uns denn die lilie und den vogel, diese fröhlichen lehrer betrachten. er ist durch alle zeiten als das vorbild eines aufrichtigen und gottesfürchtigen kirchgängers dargestellt worden. satan ist ohnmächtig, wo keine halbheit ist, ohnmächtig wie der vogelfänger mit seiner schlinge, wenn kein vogel da ist; aber nur der geringste schimmer von zweideutigem, so ist satan stark, und scharfsichtig ist er, er der böse, dessen schlinge versuchung heißt und dessen beute des menschen seele ist. person geschieht und von einer reflexion auf allgemeine strukturen ausgeht, dadurch daß man in ihr von sich ausgeht, ergeben sich einseitigkeiten, über die man sich durch die breiteren kenntnisse der empirischen anthropologie belehren lassen muss“. sie folgte ihm überall, ja, sie verfolgte ihn am tage und im traume in der nacht, bei der arbeit und nach der arbeit wenn er vergebens ruhe suchte, in der einsamkeit und wenn er vergebens zerstreuung suchte in der gesellschaft anderer. wenn du allein bist, allein auf der stelle, die einsamer ist als die wüste – denn selbst in der einsamsten wüste könnte doch ein anderer mensch kommen; allein auf der stelle, die einsamer ist als der abgelegenste weg, wo doch ein anderer kommen könnte; wenn du allein als einzelner vor gottes heiligkeit bist: so kommt der schrei von selbst. grade darin lag der stolz des pharisäers, daß er die andern menschen brauchte um seinen abstand von ihnen zu messen, daß er den gedanken an sie vor gott nicht wollte fahren lassen, um dann stolz für sich zu stehen – im gegensatz zu den andern menschen. nach einem und dem andern kleinen mißverständnis, wo es durch eine flüchtige aehnlichkeit betrogen wurde, traf es endlich jenen einzelnen, den ich mit freude und dankbarkeit meinen leser nenne, jenen einzelnen, den es sucht, nach dem es gleichsam seine arme ausstreckt, jenen einzelnen, der wohlwollend genug ist sich finden zu lassen, wohlwollend genug es aufzunehmen, ob es ihn im augenblick der begegnung froh und getrost findet oder müde und gedankenvoll.[4] indem die grundsituation der philosophischen anthropologie davon bestimmt ist, dass der mensch nach dem menschen fragt, geht es einerseits um selbstreflexion als anliegen und auftrag. er kann doch nicht reden, als wäre er nicht der einzige und unbedingt alles, sondern nur etwas, das auch mit in betrachtung zu kommen wünschte! wird dagegen einer, der viele jahrhunderte nach christus lebt, von dem zweifel angefochten, ob auch ihm seine sünden vergeben sind, so wird er trost finden indem er christus gleichsam sagen hört: glaube es doch, ich habe ja mein leben gelassen, um dir die vergebung deiner sünden zu erwerben; so glaube es doch, eine stärkere versicherung ist unmöglich.[6] schon als tier hat der mensch die sprache der empfindungen. über den neuplatonismus der patristik gelangt dieses menschenbild in das christentum und beeinflusst damit stark die auffassungen des abendlandes. darum kann er nicht begreifen, daß die gefahr so groß ist, und daß gott aus liebe unbedingten gehorsam fordert.« daß du in stille sein möchtest dich selbst vergessen, deine pläne, die großen alles umfassenden plane, oder die kleinen pläne für dein leben und für deine zukunft, um in schweigen vor gott zu beten: »dein reich komme! daß es doch dem evangelium glücken möchte, mit hilfe der lilie und des vogels dich und mich ganz stille vor gott zu machen! in diesem schweigen verstummen gottesfürchtig die vielen gedanken des wünschens und begehrens. macht dies die lilie und der vogel, was doch fast wie ein wunder aussieht, wie machen sie es, daß sie in tiefer sorge unbedingt froh sind, daß sie heute unbedingt froh sind, während es ein so schreckliches morgen giebt? die erklärung des menschen wurde zu der frage nach seiner erkenntnisfähigkeit. ja, wenn er in wahrheit für sich allein gestanden hätte, dann hätte er auch von ferne gestanden. wesentlichen anstoß hat auch johann gottfried herder gegeben, von dem die auffassung über das mängelwesen mensch stammt und der insbesondere die sprache als besonderen wesenszug des menschen in den mittelpunkt rückte. die seele ist vom körper zu lebzeiten nur begrifflich zu trennen, existiert wegen ihrer unsterblichkeit aber nach dem tod des menschen auch getrennt weiter. beaufort: die gesellschaftliche konstitution der natur' helmuth plessners kritisch-phänomenologische grundlegung einer hermeneutischen naturphilosophie in die stufen des organischen und der mensch. seine anthropologie in pragmatischer hinsicht ist nach heutigem fachverständnis weitgehend ein lehrbuch der empirischen psychologie. dieser zöllner sah nicht den pharisäer; da der pharisäer heimkam, wußte er, daß dieser zöllner in der kirche gewesen war, aber der zöllner wußte nicht davon, daß der pharisäer dagewesen war. auf diese seiteänderungen an verlinkten seitenspezialseitenpermanenter linkseiten­informationenwikidata-datenobjektartikel zitieren.“ deshalb wird auf ihn die noch heute nachwirkende strikte trennung zwischen physiologischer und pragmatischer anthropologie zurückgeführt, doch ist dies ungenau. ihre freude ist der heutige tag, ist der tag heute – und daß sie gar keine sorge haben für den andern morgen, für den morgenden tag. aber ich sah auch oder glaubte zu sehen, wie der vogel, den ich meinen leser nenne, plötzlich sie erblickte, auf seinen schwingen sich herabließ, sie abpflückte und mit sich nahm. anfang ist die kunst still zu werden; denn still zu sein, wie die natur es ist, das ist keine kunst. eine andere frau, die sich nicht bewußt war eine sünderin zu sein, die also weniger gefahr lief, hätte es vielleicht nie gewagt; sie wagte es, sie, der alles gleichgiltig geworden war. und zeit als organische sphäre hat der mensch mit dem tier gemeinsam. nein, es giebt nur eins, das alle hinterlist überwindet und von anfang an unendlich überwunden hat, das ist die einfalt des evangeliums; die sich einfältig gleichsam betrügen läßt und doch bleibt, was sie ist, die einfalt. dies ist die klage; der leidende klagt fast immer darüber, daß der tröstende sich nicht in seine lage versetze. draußen ist stille; und nicht bloß wenn alles schweigt in der stillen nacht, sondern auch am tage wenn alles rauscht und klingt und wie ein meer von tönen ist, ist doch stille draußen. zuerst gottes reich, das ist, werde wie die lilie und der vogel, werde ganz stille vor gott: so wird euch solches alles zufallen. auch er hatte einmal freunde, oder richtiger, er meinte einmal welche zu haben; sie schlossen sich so eng an ihn, sie stritten sogar darum, wer den platz zu seiner rechten einnehmen sollte und wer den platz zu seiner linken, bis die entscheidung kam und er, statt auf den thron erhoben zu werden, am kreuz erhöht wurde; da wurden zwei räuber wider ihren willen gezwungen, den leeren platz zu seiner rechten und den leeren platz zu seiner linken einzunehmen! indem das zeichen eine bedeutung erhält, wird es zum symbol. und sein ist die herrlichkeit; und darum hast du in allem, was du thust und in allem, was du leidest, ihm die ehre zu geben, denn die ehre ist sein. wollte auch seine augen nicht aufheben gen himmel; aber er, der mit niedergeschlagenen blick in sich gekehrt, nur sein elend einsah – er sah auch nicht zur seite, wie der pharisäer, der »diesen zöllner« sah; denn wir lesen ja, er dankte gott, daß er nicht war wie dieser zöllner. spricht wohl auch der dichter, aber nur das evangelium kann dich lehren, daß es ernst ist, daß vogel und lilie im ernst deine lehrmeister sein sollen, daß du ihnen nacharten, von ihnen lernen sollst, daß du sollst still werden wie lilie und vogel. und wenn man die andern menschen mit sich hat, so steht man ja nicht für sich allein. es kommt so, daß er einzig und allein gottes reich sucht. aber warum erscheint wohl das menschliche leiden so viel schlimmer als das leiden des vogels? das dritte betrifft den utopischen standort, den der mensch einnimmt, wenn er mit der frage nach dem sein, der kontingenten welt konfrontiert wird. wirst du in der einsamkeit versucht, auch er, den der böse geist ja hinaus in die einsamkeit führte, um ihn zu versuchen. und wenn man gewiß weiß, daß es keinen solchen versteck giebt, so giebt es auch keine ausflucht oder entschuldigung, und giebt es keine, so sucht man natürlich auch keine und thut also, was man soll. das sausen des windes, das rieseln des baches, das rauschen der blätter, das flüstern des grases, jeder laut, den du hörst, ist unbedingter gehorsam. er ist der gott, der sagt, entweder mich lieben oder – mich hassen, entweder mir anhangen, oder mich verachten, und doch hat er langmut um es mit dir und mir und mit uns allen auszuhalten! doch die geringschtzung der vernunft stellt nicht nur hufig ein zeichen von bequemlichkeit dar, sondern hinter ihr lauert die gefahr des fideismus, der seinerseits in sehr verschiedenen gestalten auftreten kann: sei es als bloer sentimentalismus, der den glauben zu einer frage des gefhls erklrt; als dezisionismus, dem zufolge der glaube eine persnliche entscheidung verlangt, fr die sich letztlich keine grnde angeben lassen; als ein historismus, wonach durch die geschichtliche offenbarung gottes in jesus von nazareth alles notwendige gesagt ist; oder als platter supernaturalismus, fr den das geglaubte grundstzlich jenseits von natur und vernunft liegt. laß uns denn nach der anweisung des evangeliums lilie und vogel im ernst als lehrmeister betrachten. – beichten ist ja grade das auge niederschlagen, nicht den blick zum himmel erheben wollen, nicht auf andere sehen wollen; je aufrichtiger du beichtest, um so mehr wirst du das auge niederschlagen, desto weniger wirst du auf einen andern sehen – und desto wahrer ist, daß du bei dem altare kniest, da das niederknieen ein noch stärkerer ausdruck ist, als das niederschlagen der augen, denn wer nur die augen niederschlägt, steht doch selbst noch etwas erhoben – und doch ist grade bei dem altar dein herz erhoben zu gott. der versuch einer natürlichen erklärung des menschen führt immer wieder zur wiederholung des großen irrtums der europäischen geistesgeschichte: zum humanismus. denn wenn gott im strengen gericht die sünde eines menschen heimsuchen will, da macht er es zuweilen so, daß er gleichsam sagt: ich will diesen menschen von jeder andern sorge frei machen, alles soll ihm lächeln, alles sich ihm fügen, alles glücken, was er anrührt – um so weniger soll es ihm glücken zu vergessen, um so stärker soll er vernehmen, was nagt. zu seinen zeitgenossen kann jesus nur sagen: ich will mich hingeben als ein opfer für die sünde der welt, auch für die deine. aus dieser philosophischen und zugleich interdisziplinären sicht widersprach wundt der beginnenden trennung der psychologie von der philosophie. nein »die andern sorgen« sind grade eine gelegenheit um wahre sorge über die sünde auszudrücken, indem man die andern sorgen leichter trägt; diese andern sorgen sind keine verschärfung sondern eine linderung; dann bleibt kein raum zum verirren und verlaufen, sondern man hat gleich eine aufgabe, wie man die sorge über die sünde ausdrücken soll, nämlich so, daß man die andern bekümmerungen geduldiger, demütiger und leichter trägt. die lilie und der vogel, von denen wir lernen sollen. Alles Wichtige aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Wissenschaft, Technik und mehr. finden sich auch in der lebensphilosophie, die sich als selbständige philosophische disziplin am ende des 19.« und so ist es auch im verkehr mit den vielen, mit denen man gesellschaftlich umgeht ohne wesentliche innerlichkeit mit mehr oder weniger gleichgiltigkeit. der mensch ist weltoffen und hat einen drang nach erfahrung, habe aber keine feste identität. wenn es nur ganz gewiß ist, daß du in wahrheit das gute und wahre willst – o, dann wirst du doch wol nicht wagen, dich mit ihm zu vergleichen, du, ein sünder, mit ihm, dem heiligen, der zuerst diese leiden erlebte, so daß du höchstens in aehnlichkeit mit ihm leiden kannst, und der ewig diese leiden heiligte, also auch deine, wenn du anders in aehnlichkeit mit ihm leidest. die philosophische anthropologie als grunddisziplin der philosophie befasst sich mit diesem kernbereich des menschlichen, dem verstehen, und fragt nach der struktur dieses verstehens. auch den, der mit der länge der zeit kämpfte und lange kämpfte; er hielt aus, noch gestern hielt er aus, heute blieb die erneuerung im innern aus, er sank zusammen, alles wurde ihm gleichgiltig; aber das ist nicht sorge über seine sünde. hierdurch kann er geschichte gestalten, kultur schaffen und sein handeln nach normen und werten ausrichten. der vogel und die lilie leben nur einen tag, aber einen sehr kurzen tag und sind doch die freude. ja, wenn er in wahrheit für sich allein gestanden hätte, dann hätte er auch von ferne gestanden. bedenke doch, daß für dich, wenn du ein christ bist, selbst die todesgefahr so unbedeutend ist, daß es heißt: »noch heute sollst du im paradiese sein. er war allein, allein mit dem bewußtsein seiner schuld und seiner vergehen, er hatte ganz vergessen, daß es ja auch noch viele andre zöllner gab; er war als wäre er der einzige zöllner. jahrhundert seit ausbruch des ersten weltkriegs jene gemengelage, die der philosophischen anthropologie den boden bereitete und die reflexionsanstöße gab. sie beschließt gleich zu gehen in ihrer unwürdigkeit; grade das gefühl ihrer unwürdigkeit treibt sie; sie versteht, daß sie selbst nichts zu thun vermag. welche neue freude, wenn auch der nachbar beginnt und dann der chor einstimmt, bis es zuletzt wie ein meer von tönen ist, dem wald und thal, himmel und erde wiederhall geben! aber die freude sollst du nicht wegwerfen, im gegenteil, die sollst du aus aller macht festhalten. der geist als entelechie eine intelligible substanz, in der die geistigen und seelischen fähigkeiten des menschen grundgelegt sind. anders mit der lilie; sie wird alles was sie werden kann und soll, unbeirrt durch die gewißheit des unterganges. weiterer schüler husserls war helmuth plessner, der einen zoologisch fundierten ansatz verfolgte. sollst wieder kind werden, und zu dem zweck mußt du das wort verstehen können und wollen, das wie für kinder berechnet ist, und welches jedes kind versteht, das wort: du sollst, und du sollst es verstehen, wie das kind es versteht. im grunde könnte man aber alles dieses zur anthropologie rechnen, weil sich die drei ersten fragen auf die letzte beziehen. wenn wir menschen froh sein wollen, da brauchen wir so vieles dazu, da ist so vieles zu besorgen und zu beschaffen – und selbst wenn alles vorhanden wäre, würden wir gleichwol vielleicht nicht unbedingt froh. setzte sich ganz in deine stelle, wer du auch bist, der du in versuchung und anfechtung versucht wirst. feierlich ist es nicht draußen unter gottes himmel bei der lilie und dem vogel, und warum? doch das wollen wir nicht entscheiden; aber gewiß ist, er hatte all die andern vergessen. aber freilich, wer dann trotz der gefahren und schwierigkeiten wirklich glaubte, der hatte auch vor jedem späteren den vorzug, das wort aus christi eigenem munde zu hören, nicht so wie wir es im allgemeinen lesen, daß in christus vergebung der sünde ist, sondern er hörte es von christus zu sich selbst gesagt, so daß kein zweifel war: es gilt mir, ich bin gemeint, ich habe meiner sünden gnadenvolle vergebung – so wenig wie ein zweifel daran sein konnte, daß es jesu eignes wort war. "vernunft und glaube brauchen sich gegenseitig, um ihr wahres wesen und ihre sendung zu erfllen", schrieb benedikt xvi. so ernsthaft ist das evangelium; alle wehmut des dichters verändert es nicht, während sie doch selbst den ernsthaftesten menschen bewegt, daß er einen augenblick nachgiebt und in des dichtes gedanken eingeht und mit ihm seufzt und sagt: lieber, ist es wirklich eine unmöglichkeit für dich, ja so darf ich auch nicht sagen: »du sollst«! o daß ich ein kind wäre, sagt der dichter, unschuldig und froh als ein kind – ach, während ich früh alt und schuldig und traurig geworden bin! deshalb, wer du auch bist, verstumme nicht in verzweiflung, als wäre die versuchung übermenschlich und für niemand verständlich, male auch nicht ungeduldig die größe deiner versuchung aus, als könnte auch er sich nicht ganz in deine stelle setzen. das bild thematisiert die frage nach der stellung und der bedeutung des menschen im weltganzen. es ist ihm nicht das wichtigste zurechtzusetzen und zu schelten; ihm ist das wichtigste die menschen zum zugreifen zu bringen. haeffner sieht einzelwissenschaftliche und philosophische forschung zum menschen aufeinander verwiesen: „beide weisen des fragens wachsen ja gleichzeitig auf dem boden der schlichten lebenserfahrung und der dabei entstandenen alltags-weisheit. zu diesem zweck setzt er den begriff der handlung in das zentrum seines ansatzes. den begriff der humanität verwendet er im sinne eines universalen subjekts, „das es erlaubt, die ganz unterschiedlichen objektivationen des lebens im mythischen denken, in der sprache und wissenschaft zumindest idealiter auf einen gemeinsamen nenner zu bringen. nur durch unbedingten gehorsam kann man ganz genau die »stelle« finden, wo man stehen soll; und wenn man sie so genau trifft, so versteht man, wie völlig gleichgiltig es ist, ob die stelle auch ein kehrichthaufen wäre. ein mensch würde sagen: »das ist schwer und ist nicht auszuhalten, wenn man eine lilie ist und so lieblich wie eine lilie, da an solcher stelle zu stehen; das ist nicht auszuhalten und ist ja ein widerspruch vom schöpfer. menschen sich zu einem rätsel oder problem werden, sich selbst befragen oder in frage stellen und die eigene existenz betreffende annahmen oder antworten entwickeln, berühren sie das feld der philosophischen anthropologie. aber das kann man von den verschwiegenen lehrmeistern lernen, von der lilie und dem vogel. er war allein, allein mit dem bewußtsein seiner schuld und seiner vergehen, er hatte ganz vergessen, daß es ja auch noch viele andre zöllner gab; er war als wäre er der einzige zöllner. es ist ihm nicht das wichtigste zurechtzusetzen und zu schelten; ihm ist das wichtigste die menschen zum zugreifen zu bringen. – ist es zeitliche und irdische bekümmerung, armut, sorge um das auskommen und was dazu gehört: auch er hat hunger und durst gelitten und grade in den schwierigsten augenblicken seines lebens, wo er zugleich geistig kämpfte, in der wüste und am kreuz; und zum täglichen gebrauch besaß er nicht mehr als die lilie auf dem felde und der vogel unter dem himmel – so viel besitzt doch auch der aermste! da die dritte rede der ersten abteilung an der sorge über die sünde vorübergeht als an zu schwerem, mag die abschließende rede grade von dieser sorge sprechen. dann wird auch deine bitte erhört, wenn du betest: »führe uns nicht in versuchung«; denn bist du gott unbedingt gehorsam, so ist nichts zweideutiges in dir und ist in dir nichts zweideutiges, so bist du ganz einfalt vor gott. alles am kürzesten und wahrsten in dem einen zu sammeln: gott sei mir sünder gnädig; je innerlicher du beichtest, desto mehr wird all dein beichten in diesem stummen zeichen enden, daß du an deine brust schlägst und in dem seufzer: gott sei mir sünder gnädig, und um so wahrer ist, daß du bei dem altar kniest, denn ein knieender drückt aus, daß er sich selbst verurteilt und um gnade bittet – und doch ist bei dem altare die rechtfertigung. thomas von aquin ist (ähnlich wie für aristoteles) die geistige seele bzw. das kind ist satt, ehe die hälfte aufgegessen ist. ach der mensch hat keine vorstellung von der liebe, mit welcher ihn gott liebt, und daß gott aus liebe unbedingten gehorsam fordert; er hat keine vorstellung von der macht und list des bösen noch auch von seiner eigenen schwachheit. er kann nicht stille sein und harren, daraus läßt sich vielleicht erklären, wenn für ihn der augenblick gar nicht kommt. du sollst von ihnen lernen, alle deine pläne und thaten vor gott einfältig zusammenzufalten als etwas das nicht der rede wert ist. »das fehlte blos noch« würde ein menschlicher schulmeister sagen »daß die kinder sich einbilden sie wären erwachsene menschen; dann müßte man die geduld verlieren und verzweifeln, denn das könnte kein mensch aushalten. welche freude, wenn der tag graut und der vogel frühe erwacht zur freude des tages; welche freude, wenn auch in andrem ton, wenn der abend dämmert und der vogel froh zu seinem neste eilt; und welche freude den langen sommertag! du kannst auch dein unterliegen nicht damit entschuldigen, daß du immer übertriebener die größe der versuchung schilderst; denn alles, was du sagst, ist ja unwahrheit, da du die wahrheit erst erfährst, wenn du die versuchung bestehst. dies ist der einzige beweis, durch den du zeigen kannst daß sich in wahrheit keiner in deine lage setzen kann. nein, nicht deswegen, denn das ist ja ein vorzug, sondern deswegen, weil der mensch nicht kann stille sein. wenn du dir dagegen zeit nimmst und genauer hinhörst, da hörst du – verwunderlich – da hörst du die stille; denn die einförmigkeit ist doch auch stille. wir menschen würden an stelle der lilie wol verzweifeln und deshalb auch nicht werden, was wir sein könnten, ob auch nur für einen augenblick. in anlehnung an edmund husserl war sein philosophieren eine erweiterte anwendung der phänomenologischen methode auf die gebiete der ethik, der kulturphilosophie und der religionsphilosophie. ich sah da, wie es seinen gang ging auf einsamen wegen oder einsam auf den vielbetretenen. wer sich vor gott rechtfertigen will, der macht sich grade schuldig; aber wer vor gott an seine brust schlägt und spricht »gott sei mir sünder gnädig«, der wird grade gerechtfertigt, oder dies ist doch die bedingung dafür, daß gott ihn gerechtfertigt erklärt. er sorgte, er möchte etwas vergessen haben, ach, und dann möchte gott nicht von selbst daran denken: deshalb wollte er seinen sinn sammeln um recht innerlich zu beten. also in dieser hinsicht versetzte er sich nicht in deine stelle, kann er sich nicht ganz in deine stelle setzen, er, der heilige, wie sollte es möglich sein!