Eva illouz warum liebe

es geht ihr vielmehr darum, „mit der liebe das zu machen, was marx mit den waren gemacht hat“ (s. weil eine ausgeklügelte marketingstrategie… eva illouz: die errettung der modernen seele suhrkamp verlag, frankfurt am main 2009aus dem englischen von michael adrian. hinsetzen also, tatar aus fischen für 30 euro bestellen, ein glas wein dazu und reden: über marokko, wo sie 1961 als tochter eines jüdischen juweliers geboren wurde, bevor ihre familie später nach frankreich zog; über ihren mann, der professor für ökonomie ist, ihre drei söhne und ihr lebensthema: die liebe in der kapitalistischen moderne, das verhältnis zwischen mann und frau im 21. so argumentiert sie schlüssig, dass eine reale geschlechtergleichheit in der liebe eine „neudefinition von erotik und romantischen sehnsüchten“ (s.: tatsächlich ist die liebe am kompliziertesten für frauen, die familienleben mit romantik - und das heißt heute: ihrer eigenen freiheit und autonomie - kombinieren wollen. "ja", sagt eva illouz und widmet sich in ihrem neuen buch der schattenseite der liebe. diese vermutung bestärkt sie selbst, wenn sie am ende leicht ironisch festhält: „wenn dieses buch einen nichtwissenschaftlichen anspruch hat, dann den, das ‚leiden’ an der liebe durch ein verständnis ihrer gesellschaftlichen grundlagen ‚zu lindern‘. es beleidigt niemanden, enthüllt nichts, provoziert nicht und stellt nicht bloß, handelt weder von oralsex noch von einem beschwerlichen weg irgendwohin oder einer krankheit, die man besiegt hat – trotzdem ist seine autorin eva illouz gerade sehr gefragt: frauenmagazine wollen interviews, feuilletonisten rezensionsexemplare.

Ich werde geliebt, also bin ich (Archiv)

»warum liebe weh tut schlägt viele schneisen durch das dickicht moderner liebe und gibt überzeugende erklärungen für die verunsicherung und orientierungslosigkeit der hochreflektierten und autonomen individuen spätmoderner prägung. auch illouz' analyse der liebeswahl als grundsätzlich durchaus ökonomischen prinzipien gehorchende findet roedig bedenkenswert und wenn illouz "ironie" als bestimmendes muster für den heutigen liebesdiskurs ausmacht, liest roedig das gefesselt.: der raum der liebe ist heute völlig frei von normen: jede form von rücksichtslosem verhalten ist erlaubt. ähnlich wie etwa alain badiou (2011) oder michael hardt (2012) – wenngleich unter anderen vorzeichen – betont illouz stattdessen das emanzipatorische potenzial der leidenschaftlichen, selbstvergessenen liebe. in dieser konsequenten perspektive auf enttäuschte liebe als soziales phänomen und ausdruck struktureller widersprüche liegt die große stärke ihrer soziologischen erklärung. selbsthilfegruppen schießen wie pilze aus dem boden, beziehungsratgeber erzielen gigantische auflagen und… eva illouz: gefühle in zeiten des kapitalismus suhrkamp verlag, frankfurt am main 2006wer in diesem buch die annahme bestätigt bekommen möchte, dass der kapitalismus zu einer distanzierten, kühlen und unemotionalen welt geführt habe, in der sich ökonomisches handeln und das reich der… jean-claude kaufmann: was sich liebt, das nervt sich uvk universitätsverlag konstanz, konstanz 2007aus dem französischen von anke beck.»illouz' buch ist ein beispiel dafür, was die verstehende soziologie leisten kann: den anzug wenden, in dem wir durch die welt laufen. Namberger rezensiert „Warum Liebe weh tut” von Eva Illouz: Aus soziologischer Perspektive sucht Eva Illouz die Ursachen „modernen“ Liebeskummers nicht im Individuum, sondern in gesellschaftlichen Widersprüchen und Machtverhältnissen.

Warum Liebe weh tut: Eine soziologische Erklärung von Eva Illouz

neues spiel, neues glück – nicht nur der finanzmarkt ist entfesselt, der markt für sex und liebe ist es auch. wie fühlt sie sich an, die liebe in zeiten des internet? da kann jeder andocken und sich was anderes davon versprechen: die leser ein paar tipps gegen liebeskummer, die journalisten spannende interviews und beckmann, maischberger, kerner einen gast, mit dem man endlich mal über das ganz große ding, die liebe und den schmerz, palavern kann. soziologin eva illouz, 50, lebt glücklich mit ihrem mann und drei söhnen in jerusalem. avanciert erfolg auf dem feld der liebe und sexualität zu einem zentralen baustein des selbstwertgefühls, hier sucht das verunsicherte subjekt der „moderne“ halt und anerkennung. anders formuliert: gibt illouz uns vielleicht einen soziologischen beziehungsratgeber an die hand? das leiden an der liebe ist ein soziologisches phänomen, das illouz untersucht wie einst marx die ware im kapitalismus: in begriffen des tauschs zwischen ungleichen marktteilnehmern..2011zwar findet rezensentin susanne mayer nicht alles hundertprozentig überzeugend in diesem buch der israelischen soziologin eva illouz, aber klar ist für sie, dass man über die liebe nicht mehr wird kompetent sprechen können, wenn man es nicht gelesen hat.

Soziologin Illouz: "Macht euren Kinderwunsch nicht von Liebe

nicht weil es schlecht, sondern weil es so gut, so präzise, scharfsinnig und seriös ist, kein populärwissenschaftsgedöns, kein ratgeber in zehn schritten, keine narzisstische selbstentblößung – nein, eva illouz hat eine hochrelevante soziologische studie abgeliefert. was fasziniert uns noch heute an figuren wie emma bovary oder heathcliff und catherine, den unglücklich liebenden aus emily brontes "sturmhöhe"? sie vergibt damit die chance, ihre feministische kritik an den aporien, den unauflösbaren widersprüchen der liebe explizit mit einer kapitalismuskritik zu verbinden. illouz, 50, ist wissenschaftlerin und lehrt seit 20 jahren als soziologin und anthropologin an der hebrew university in jerusalem. was ich in diesem zusammenhang jedoch vermisse, ist zumindest eine kritische reflexion der eurozentristischen idee der moderne, welche die unterscheidung zwischen „uns“ und den „(vormodernen) anderen“, zwischen zentrum und peripherie bereits in sich trägt – und durch illouz’ empirischen fokus weiter reproduziert wird. In ihrem neuen Buch "Warum Liebe weh tut" zeigt Forscherin Eva Illouz, warum Männer emotionale Kapitalisten sind und Frauen sich an Homosexuellen orientieren sollten. 429), der im ökonomischen bereich gewaltige einkommensunterschiede, prekarisierung und den abbau sozialer sicherungssysteme legitimiert und auf dem feld der liebe vergeschlechtlichte machtverhältnisse verdeckt. die soziologin eva illouz erklärt, warum wir in der liebe so unsicher und verletzlich sind wie nie zuvor.

Freiheit als Schicksal - Liebe & Partnerschaft

er zeigt, wie… karl otto hondrich: liebe in zeiten der weltgesellschaft suhrkamp verlag, frankfurt am main 2004wie verändern sich soziale beziehungen in der welt von heute? hier treffen wir sie, das werk ist fertig, illouz nützt die wenigen ruhigen tage, um ihre eltern in neuilly zu besuchen, diesem schicken pariser vorort, in dem sarkozy mal bürgermeister war. unser denken und sprechen über die liebe ist völlig diesem vokabular unterworfen.„warum liebe weh tut“ ist eine kluge und äußerst unterhaltsame kritik an der psychologisierung und individualisierung von liebes- und beziehungsproblemen in der westlichen, oberen mittelschicht – und letztlich eine soziologische alternative zur selbsthilfe- und coachingliteratur. die beziehungspioniere… katja kessler: das muss liebe sein ehrenwirth verlag, köln 2016mit illustrationen von peter "bulo" böhling. liebe und sex machen glücklich darum sollte jeder so viel wie möglich davon haben. „die form der liebe hat sich insofern verändert, als sich verändert hat, auf welche weise sie weh tut“ (s. hardy: schlampen mit moral mvg verlag, münchen 2014warum nur eine(n) lieben, wenn man sie alle haben kann?

- Die soziologische Alternative zum

etwas fragwürdig bleibt in den augen der rezensentin allerdings, dass illouz beispiele aus der hochliteratur des 19..2011andrea roedig würdigt den ambitionierten versuch von eva illouz, die große historische veränderung, die die liebe im übergang zur moderne erfahren hat, soziologisch zu erfassen, als gewinnbringende und erhellende lektüre, am ende bleibt bei der rezensentin aber ein unbehagen zurück. die schuld daran gibt sie jedoch nicht den individuellen überzogenen erwartungen, sondern einem rationalisierten und monotonen alltag, der leidenschaftliche liebe schlicht unrealisierbar werden lässt. 347) voraussetze und plädiert für neue feministische strategien, die der ungebrochenen wirkmacht der idee der romantischen liebe rechnung tragen. gibt es einen unterschied zwischen dem liebeskummer zu zeiten jane austens und der art und weise, wie wir ihn heute erfahren und damit umgehen? zudem zeigt meine erfahrung im persönlichen umfeld, dass sich illouz’ jüngstes werk sehr gut eignet, akute fälle von liebeskummer mit soziologischen erklärungen aufzufangen und die betroffenen mit ein paar zitaten zum schmunzeln zu bringen. oder vielleicht gerade deshalb möchte sie ihr buch nicht als ernüchterte absage an die liebe verstanden wissen. sie wendet sich damit gegen die vorherrschende praxis, liebes- und beziehungsprobleme zu individualisieren und zu psychologisieren.

Eva Illouz: Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung

illouz konstatiert eine wachsende diskrepanz zwischen den in medien, werbung und der virtuellen welt des internet vermittelten bildern eines glücklichen (liebes-)lebens und der realität des alltags, die einen zustand chronischer enttäuschung bedingt.»wie schon in ihrem letzten buch die errettung der modernen seele stellt illouz die psychologisierung und die damit verbundene essentialisierung des selbst ins zentrum ihrer furiosen analyse. die idee, das gefühl der liebe aus der literatur der romantik heraus zu beschreiben, macht das ganze interessant. sie selbst ist kein bisschen aufmerksamkeitssüchtig, eher diskret, scharfsinnig, schnell im kopf, eine klassische intellektuelle mit orientalischen ohrringen und bequemen schuhen, der man gut zureden muss, damit sie sich kurz fotografieren lässt, weil sie nicht einsieht, warum das wichtig sein soll, ein bild von ihr, wo es doch um ganz was anderes, nämlich ein thema, geht. dies deutet sich bereits auf der konzeptuellen ebene an, auf der sich illouz mit dem analyserahmen der moderne – verstanden als kulturelles phänomen – klar als soziologin positioniert (während etwa der begriff neoliberalismus kein einziges mal fällt). trotzdem tut die liebe heute weh - und zwar weil sich die gesellschaftlichen bedingungen der partnerwahl verändert haben. illouz erhellt die nicht bloß individuellen gründe dafür . in ihrem neuen buch "warum liebe weh tut" zeigt forscherin eva illouz, warum männer emotionale kapitalisten sind und frauen sich an homosexuellen orientieren sollten.

Eva Illouz – Ware Liebe und wahre Liebe - Sternstunde Philosophie

sie fragt nach den strukturellen gründen für das scheitern von liebesbeziehungen.) andererseits ist die liebe in so vielen hinsichten (…) unverzichtbarer für die bestimmung unseres selbstwerts als jemals zuvor“ (s.»über liebe wird man nicht mehr diskutieren können, ohne sich auf dieses buch zu beziehen. was fasziniert uns noch heute an figuren wie emma bovary oder den unglücklich liebenden aus emily brontës sturmhöhe? online: frau illouz, in ihrem neuen buch "warum liebe weh tut" schreiben sie, man müsse aufhören, die modernen liebenden mit rezepten für ein gesundes und schmerzfreies liebesleben zu traktieren. gibt es einen unterschied zwischen dem liebeskummer zu zeiten jane austens und der art und weise, wie wir ihn heute erfahren und damit umgehen?.2011wenn die liebe scheitert, sucht jeder die schuld bei sich. die damit einhergehende manische selbstbesessenheit verbaut nicht nur den weg zu einem gemeinsamen erleben von liebe und welt, sondern macht zugleich das moderne subjekt für sein scheitern verantwortlich.

Ewiges Leid der Emotionen (Archiv)

und auch der titel „warum liebe weh tut“ klingt eher nach lebensberatung denn wissenschaftlicher abhandlung. und weil die autorin mit ihrer untersuchung auf große thesen zielt, läuft sie nicht selten gefahr, zu schlüssen zu kommen, die über geschlechterklischees nicht hinauskommt, moniert roedig, die sich nichtsdestotrotz dem plädoyer für die "leidenschaftliche liebe", in die illouz' buch mündet, gern anschließt. »früher«, sagt illouz, »wurde das gebrochene liebesversprechen geächtet, das war eine moralische verfehlung«, heute sei es umgekehrt: das stehenbleiben, das nichtentwickeln, die lausig betriebene selbstoptimierung werden sanktioniert.>soziologin illouz: "macht euren kinderwunsch nicht von liebe abhängig! online: ein ziel ihres buches, schreiben sie, sei, das leiden an der liebe zu lindern. … das ist natürlich eine kränkung, aber im vergleich mit dem ambivalenten und verwirrenden krängungspotential spätmodernen liebeskummers, ist es eine aufschlussreiche und erkenntnisreiche kränkung. denn ausgerechnet die romantische liebe – in der wir die anerkennung fänden, nach der wir uns so sehr sehnen – steht unserem streben nach unverwechselbarkeit im weg. aufbauend auf ergebnissen und thesen aus „die errettung der modernen seele“ (2009), „der konsum der romantik“ (2007) und „gefühle in zeiten des kapitalismus“ (2007) macht illouz das feld der liebe dem zuständigkeitsbereich der psychologie, neurowissenschaften und (evolutions-)biologie streitig.

damit wird es jedoch auch verletzlicher, da es in jeder liebesbeziehung sich selbst aufs spiel setzt. für illouz ist der liebesschmerz kein individuelles oder biologisches, sondern ein soziologisches phänomen, also abhängig von den gesellschaftlichen bedingungen, unter denen wir leben:Waren partnersuche und -wahl im 19. liebe, ehe und partnerschaft sind nicht mehr von sozialen verbindlichkeiten geregelt: wir begreifen sie als ergebnis des wundersamen zusammentreffens zweier privater willen. muss mit dem titel zu tun haben: warum liebe weh tut. zudem zeichnet ihre analyse kultureller praktiken der liebe ein scharfsichtiges bild von den konsequenzen eines neoliberalen denkens, das menschen auch in sachen liebe zu eigenverantwortlichen unternehmer_innen ihrer selbst macht, die beziehungen auf emotionale gewinnmaximierung ausrichten und als projekte managen..) verortet sie erstens in einer veränderten ökonomie und architektur der partnerwahl auf liberalisierten (heirats-)märkten (kapitel 1 und 2), zweitens in der gesteigerten abhängigkeit des modernen selbst von anerkennung auf dem feld der liebe (kapitel 3), drittens in der rationalisierung des begehrens durch wissenschaft, politische emanzipation und die technologischen (wahl-)möglichkeiten des internet (kapitel 4) und viertens in einer zunehmenden kluft zwischen realität und medial geschürten erwartungen, zwischen alltäglichen interaktionen und fiktionalen gefühlen (kapitel 5).„über liebe wird man nicht mehr diskutieren können, ohne sich auf dieses buch zu beziehen“ wirbt der buchrücken mit einem zitat der zeit. genau das möchte die israelische soziologin eva illouz so nicht stehen lassen, erklärt rezensent jens bisky.

»eva illouz beschreibt die gesellschaftlichen umstände, die unser liebesleben aus ihrer sicht determinieren. illouz betrachtet darin mit soziologischen besteck, das sie an den analysen pierre bourdieus geschärft und an den gedichten emily dickinson feingeschliffen hat, den liebes- und heiratsmarkt, der wie alle anderen auch vor allem eines ist: dereguliert., 36, erhielt nach dem treffen eine mail: weil es den anschein haben knnte, dass sie in liebesdingen ein fr allemal bescheid wei: und schreiben sie doch bitte nicht, dass ich besonders erfolgreich oder immer glcklich bin. denn in der heutigen gesellschaft ist auch die liebe von rationalen und ökonomischen überlegungen durchdrungen. illouz versucht in ihrem jüngsten buch nichts weniger (aber auch nicht mehr) als eine soziologie des leidens in und an der liebe. 14) zu lesen, deren ratgeber-, coaching-, und therapieangebote die ursachen des „modernen“ liebesleids in der individuellen psyche und biografie suchen.: sich zu binden, ist immer ein glaubensakt - man weiß nicht, ob es mit der liebe funktioniert und muss die möglichkeit akzeptieren, dass man sich nicht an die bestmögliche person bindet. illouz bestreitet damit nicht die erfolge des feminismus, sondern verweist vielmehr auf die unabgeschlossenheit feministischer kämpfe:„solange die institutionen der wirtschaft und der biologischen reproduktion im rahmen heterosexueller familien die geschlechterungleichheit institutionalisiert, wird die sexuelle freiheit eine belastung für frauen sein“ (s.

Eva illouz warum liebe weh tut

»über liebe wird man nicht mehr diskutieren können, ohne sich auf dieses buch zu beziehen. es drängt sich daher die frage auf, wie es in der globalen peripherie und in jenen gesellschaftsschichten um die liebe steht, die unter den verheerenden konsequenzen des neoliberalen projekts besonders leiden. der jahrhundertealte topos der romantischen liebe und ihrer schmerzhaften enttäuschung unterliege in der „moderne“ einer radikalen transformation, so ihre zentrale these.»warum liebe weh tut ist ein hervorragendes buch über die grenzen der autonomie und das verlangen nach liebe. wird man verlassen und ist erschüttert darüber, heißt es, man würde "zu sehr lieben". bisky findet illouz' analyse "sehr überzeugend", aber er hätte sich noch ein kapitel gewünscht, das die bedeutung von einkommen und mobilität bei der liebeswahl untersucht. unser autor verzweifelte an dieser liebe, doch er lernte eine menge - über sich. so wie die romanfiguren ausschließlich der englischen oberschicht angehören, beschränken sich auch illouz’ daten über das gegenwärtige „elend der liebe“ (s.

zeichnet die liebenden dieser klasse als gefangene eines modernen paradoxes. soziologischer perspektive sucht eva illouz die ursachen „modernen“ liebeskummers nicht im individuum, sondern in gesellschaftlichen widersprüchen und machtverhältnissen. illouzeva illouz, geboren 1961 in fes, marokko, studierte soziologie, kommunikationswissenschaft und literaturwissenschaft in paris, jerusalem und pennsylvania. und da soll noch jemand sagen, liebe sei kein schicksal. tatsächlich hat ein großer teil des romantischen leidens institutionelle gründe. in warum liebe weh tut erklärt eva liiouz klug und erhellend die liebe in zeiten des kapitalismus. mayer ahnt böses für die neuen liebesbeziehungen: wenn liebe zum investmentmanagement wird, sieht sie bald so trostlos aus wie der griechische staatshaushalt. ihr buch erlöst uns von dem gedanken, dass wir selbst es sind, die dem ideal der romantischen liebe nicht mehr gerecht werden und zweimal in der woche zum psychoanalytiker rennen, um die eigene unzulänglichkeit wegtherapieren zu lassen.

wer sich daher von der erwartung einer universalen soziologie der liebe verabschiedet und sich auf das spezielle elend der liebe in der „westlichen“, oberen mittelschicht einlässt, wird mit dieser aufschlussreichen und präzisen analyse der „modernen“ pathologien der liebe viel vergnügen haben. wie illouz überzeugend argumentiert, leiden insbesondere frauen (vorausgesetzt sie entscheiden sich für das klassische ehe- und familienmodell der mittelschicht) unter den widersprüchlichen idealen von autonomie und anerkennung, sexueller freiheit und romantischer liebe. dies ist insofern eine problematische leerstelle, als sich ihre soziologie des liebeskummers nur auf eine bestimmte klasse in bestimmten geografischen räumen bezieht; auch wenn letztlich unklar bleibt, welche länder für illouz „an der entwicklung der moderne teilhatten“ (s. sie zeigt, inwiefern der liebesschmerz wesentlich von den gesellschaftlichen bedingungen der jeweiligen zeit geprägt wird und keineswegs ein rein individuelles problem ist, wie uns etwa beziehungsratgeber weismachen wollen. so beschreibt illouz, wie auf deregulierten, zunehmend virtuellen kontakt- und heiratsmärkten die partner_innenwahl zu einer frage von angebot und nachfrage wird, auf denen sich der wert eines liebesobjekts über „emotionale intimität und ‚psychologische vereinbarkeit‘ auf der einen seite, ‚erotische ausstrahlung‘ auf der anderen“ (s. ich werfe illouz nicht vor, diese thesen nicht empirisch untersucht zu haben, das wäre ein anderes projekt gewesen.: unsere kultur hat angefangen, es als zeichen von abhängigkeit zu sehen, wenn wir uns leidenschaftlich verlieben. »sie hat immer weh getan«, sagt illouz, »aber heute tut sie es auf andere art und weise und aus anderen gründen.